50 Jahre Musikschule Hückeswagen Gitarrespielen „macht einfach glücklich“
27.08.2026 · 06:00 Uhr
Musikschullehrer Andreas Fischer begleitet seinen Schüler Bruno beim Spielen im Unterrichtsraum der Musikschule im Kultur-Haus Zach.
Foto: Heike KarstenSerie | Hückeswagen · Ob klassische Gitarrenmusik, Pop-Hits oder Rockklassiker – kaum ein Instrument ist so vielseitig wie die Gitarre. An der Musikschule Hückeswagen, die auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblickt, lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die unterschiedlichsten Spieltechniken und Musikstile kennen.
Leise erklingen die ersten gezupften Töne des klassischen Stücks im Tempo „Allegro non troppo“ im Unterrichtsraum der Musikschule. Konzentriert gleiten Brunos Finger über die Saiten seiner Konzertgitarre. Gitarrenlehrer Andreas Fischer hört aufmerksam zu, gibt kleine Hinweise und nickt zufrieden. Seit fünf Jahren nimmt der heute Zwölfjährige Unterricht an der Musikschule Hückeswagen – und längst ist aus den ersten Übungen echte Begeisterung geworden. „Es macht einfach glücklich“, sagt Bruno und fügt hinzu: „Wenn ich traurig bin, spiele ich Gitarre.“
Einen der ersten Kontakte mit dem Instrument hatte er beim „Musikkarussell“ der Musikschule an den Hückeswagener Grundschulen. Die größte Inspiration kam allerdings aus der eigenen Familie. Denn sein Cousin, der mit im Haus wohnt, spielt ebenfalls Gitarre. Inzwischen hat Bruno sogar seinen Vater „überholt“, der gemeinsam mit seinem Sohn das Instrument erlernen wollte. „Er dachte, er könnte mit mir mitlernen“, erzählt Bruno schmunzelnd. Offensichtlich ist der Zwölfjährige schneller.
Sein musikalisches Repertoire wächst stetig. Zu den Lieblingsstücken des Schülers gehört die „Malagueña“, ein berühmtes Werk spanischen Ursprungs, das er bereits bei einem Vorspiel präsentiert hat. Im Unterricht reicht die musikalische Bandbreite von klassischer Literatur über Salsa und Flamenco bis hin zu Rockmusik. Als neues Stück schlägt Fischer den Rockklassiker „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin vor. „Probiere es zu Hause aus“, sagt der Gitarrenlehrer. Vorspielen möchte er das Stück bewusst nicht, denn Bruno soll sich die Musik selbst anhand der Noten und des Fingersatzes erarbeiten. „So ist der Lerneffekt größer“.
Mittlerweile spielt Bruno nicht nur Konzertgitarre, in der neu gegründeten Band der Musikschule steht er an der E-Gitarre. „Die habe ich zum Geburtstag bekommen“, erzählt er stolz.
Dass sich die Gitarre für so unterschiedliche Musikrichtungen eignet, macht ihren besonderen Reiz aus. Ob Barock, Klassik, Pop oder Rock – kaum ein anderes Instrument bietet eine vergleichbare stilistische Vielfalt. Außerdem lässt sie sich sowohl solistisch als auch im Ensemble spielen.
Fischer arbeitet gerne in der Musikschule: „Das Unterrichten macht mir nach wie vor sehr viel Spaß“, versichert er. Der Gitarrist absolvierte sein Studium an der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertal, und ist seit vielen Jahren sowohl als Konzertgitarrist im In- und Ausland als auch als Lehrbeauftragter an der Universität Wuppertal und als Dozent an verschiedenen Musikschulen tätig. Gemeinsam mit seinem Kollegen Cosimo Erario unterrichtet er an der Musikschule Hückeswagen das Fach „Konzertgitarre“.
Wer mit dem Gitarrenspiel beginnen möchte, braucht vor allem Freude an der Musik. Ein Einstieg ist grundsätzlich in jedem Alter möglich. Die Musikschule empfiehlt den Beginn ab etwa sechs Jahren, wenn Konzentration und Feinmotorik ausreichend entwickelt sind. „Es ist gut, wenn die Schüler schon in der Schule sind, wo sie Strukturen und Konzentration lernen“, erläutert Fischer. Begonnen wird in der Regel mit einer wöchentlichen Einzelstunde von 30 Minuten.
Neben der Konzertgitarre können an der Musikschule auch E-Gitarre und E-Bass erlernt werden. Für Bruno steht fest, dass er die richtige Wahl getroffen hat. Sein zustimmendes Nicken, als sein Lehrer von der Freude am Unterrichten und am Gitarrenspiel spricht, sagt am Ende der Stunde fast mehr als Worte.
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