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Grevenbroich | RP ONLINE · Aug 26, 2026

Evangelische Pfarrerin in Grevenbroich: Christine Weber verabschiedet sich aus Wevelinghoven

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Christian Kandzorra · RP ONLINE

Evangelische Pfarrerin in Grevenbroich Christine Weber verabschiedet sich aus Wevelinghoven

26.08.2026 · 07:00 Uhr

 Pfarrerin Christine Weber im Garten neben der evangelischen Kirche in Wevelinghoven.

Pfarrerin Christine Weber im Garten neben der evangelischen Kirche in Wevelinghoven.

Foto: Kandzorra, Christian

Wevelinghoven · Nach sechseinhalb Jahren hält die Pfarrerin am Sonntag ihren letzten Gottesdienst in Wevelinghoven – ein Abschied, aber keine Entpflichtung. Die Gemeindearbeit liegt ihr am Herzen. In Erinnerung bleiben werden ihr nicht nur die Fokusgottesdienste.

Die evangelische Kirchengemeinde Wevelinghoven verabschiedet sich von Christine Weber: Nach sechseinhalb Jahren hält die Pfarrerin diesen Sonntag, 30. August, 11 Uhr, ihren letzten Gottesdienst in der Kirche am Hemmerdener Weg. Der Abschied nach sechseinhalb Jahren fällt ihr nicht leicht. „Ich war gerne hier“, sagt die Mönchengladbacherin, für die die Gemeinde in Wevelinghoven die letzte Station ihres Berufslebens ist. Zumindest fast. Denn auch wenn es sich am Sonntag um einen Abschiedsgottesdienst handelt: Entpflichtet wird Christine Weber nicht. Obwohl sie in den Ruhestand wechseln könnte, möchte sie weiterhin im Stadtgebiet aktiv bleiben. Weber tritt eine Vakanz-Vertretung in der Kirchengemeinde Grevenbroich an, wo sie tätig bleiben möchte, bis die Pfarrstelle dort dauerhaft neu besetzt werden kann.

Das ist auch ein Ausdruck der Tatsache, dass Weber eng mit der Stadt verbunden ist. Die Gemeinde in Wevelinghoven, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder, habe sie als „unglaublich lebendig“ wahrgenommen: „Hier sind viele Ehrenamtler aktiv, viele kreative Menschen.“ Einen ihrer Schwerpunkte hatte Weber in der Seniorenarbeit, und auch mit der Kita „Glückskinder“ in Wevelinghoven hat sie eng zusammengearbeitet. „Die Menschen haben mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht“, sagt die Pfarrerin: „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Das habe sich etwa in der Seelsorgearbeit gezeigt. Dabei war der Anfang denkbar schwierig: Weber hatte ihre Arbeit 2020 mitten im ersten Corona-Lockdown aufgenommen. „Ich erinnere mich noch an Trauergespräche im dicken Wintermantel auf der Terrasse, und an Menschen, die sich nicht richtig von ihren Angehörigen verabschieden konnten. Das war nicht leicht.“

Gern zurückerinnern wird sich die Pfarrerin an die sogenannten Fokusgottesdienste, die sie gemeinsam mit dem inzwischen in den Ruhestand gewechselten Thomas Winkler ins Leben gerufen hat. Gemeint sind die monatlich im Wechsel stattfindenden Musik- und Literaturgottesdienste, die auf großes Interesse stießen. Was Weber ebenfalls hervorhebt, ist die Neugestaltung des Kirchengartens am Hemmerdener Weg, wo unter anderem der Erfinder Diedrich Uhlhorn ruht. Die vom Förderverein angestoßene Neugestaltung des einst recht verwilderten Areals habe sie gern unterstützt. Die Grünfläche ist auch für Weber, die selbst gern gärtnert, ein Wohlfühlort geworden.

Besonders wichtig, erzählt die Pfarrerin, waren ihr überdies die Predigten am Schützenfest-Sonntag in Wevelinghoven, bei der Webers Nachfolger Jens Anders an diesem Sonntag sein „Debüt“ gegeben hat. „Das waren immer besondere Predigten: über Lieder, die den Schützen wichtig sind, oder über den Schützen-Podcast“, nennt sie zwei Beispiele.

Passend zur Ferien-Predigtreihe möchte sich Christine Weber am Sonntag in ihrem Abschiedsgottesdienst eines Themas widmen, das sie zeit ihres Berufslebens beschäftigt: Es soll um die Rolle der Frau in der evangelischen Kirche gehen. Weber war die erste Frau in der evangelischen Kirchengemeinde Wevelinghoven – so wie schon zuvor in einer Gemeinde in Dormagen, in der sie tätig gewesen war. Nach dem Gottesdienst am Sonntag sind die Besucher zu einem Empfang ins gegenüberliegende Pastor-Dehnert-Haus eingeladen.

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