Geschichten aus dem BSV Jahrbuch blickt auf Grevenbroicher Schützengeschichte
20.08.2026 · 15:23 Uhr
Bei der Buchvorstellung: Dieter Kaltz (links), das Schützenkönigspaar Meggi Leicht und Wolfgang Brocker, Präsident Detlef Bley und Jan Wosnitza, Mitarbeiter von „Satz & Service Kaltz“.
Foto: Ursula Wolf-ReisdorfGrevenbroich · Das 34. Jahrbuch des BSV sammelt Geschichten aus Grevenbroich. Sie reichen vom Exilanten Heinrich von Kessel bis zum König im Cabrio.
Improvisation ist alles und so begrüßte Hans-Dieter Kaltz angesichts des strömenden Regens die geladenen Gäste nicht in einer Trattoria in der Innenstadt, sondern in der Fackelbauhalle des Bürgerschützenvereins, um das Jahrbuch des nahenden Schützenfestes vorzustellen. Vor fast fertigen Fackeln sah es zwar nach Arbeit aus, doch eifrige Helfer hatten die Bierzeltgarnituren hübsch dekoriert, Blümchen aufgestellt und das frisch gedruckte Jahrbuch ausgelegt.
Kaltz dankte dem Schützenkönig Wolfgang Brocker, der mit seiner Partnerin Meggi Leicht am Kopfende der Tafel saß, und begrüßte alle Helfer, Brauchtumsfreunde, Autoren und Gäste aufs Herzlichste. Das Jahrbuch ist das 34. seiner Art und hat 320 Seiten. 4400 Exemplare werden von Kaltz persönlich an die Sparkasse, die Banken und Geschäfte geliefert. Als Autoren konnte Kaltz Achim Kühnel, Ulrich Herlitz, Clemens Stock und Ulrich Gerhard gewinnen. Als Präsident des BSV freute sich Detlef Bley über, „die Location, die so richtig schön den Charme des Fackelbaus versprüht“ und lobte das Jahrbuch: „Auf 320 Seiten findet man Schützengeschichten, die von Zusammenhalt berichten und von Menschen, die sich dem BSV verbunden fühlen. Wir halten zusammen und das macht Vereinsarbeit und Heimat aus“.
Achim Kühnel berichtete als Chronist von Heinrich von Kessel und was den einst nach Grevenbroich verschlagen hat. „Er war pleite, musste seine Grafschaft verkaufen und ging nach Grevenbroich ins Exil. Grevenbroich war damals klein und ärmlich, es gab Sumpf und Mücken und auf Drängen seiner Frau wollte Heinrich Grevenbroich aufwerten“, erzählte Kühnel. So ließ er als Wohnhaus das Alte Schloss bauen, es entstand eine Brücke, eine Stadtmauer, ein Kloster und somit die „Stadt Grevenbroich“, erzählte Kühnel und lud ein, seinen Beitrag zu lesen.
Uli Herlitz stolperte durch Zufall über eine besondere Geschichte, die von Aloys Hermanns und einem blauen Opel Diplomat berichtet. Hermanns war der erste König nach dem Krieg und hatte als Autohändler und PS-Narr einen blauen Opel Diplomat Cabrio. Seine Idee war es, Cabrios zum Fahren der Könige und Gäste zu nutzen. Die fuhren eigentlich nur ganz exklusiv bei Empfängen und Siegerehrungen. Doch Hermanns lieh sie aus und kutschierte Königspaare damit dienstags durch die Stadt ins Festzelt.
Heiner Schnorrenberg folgte der Familientradition seines Vorfahren, fand einen blauen Diplomat und setzte das amtierende Königspaar Meggi Leicht und Wolfgang Brocker auf die offene Rückbank. Das hübsche Foto und viele Eindrücke aus dem vergangenen Jahr sind neben Übersichten, Grußwörtern und Gedenken im Jahrbuch zu finden.
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