„Standisicherheit nicht mehr gewährleistet“ Fast 100 Jahre alte Eiche im Grevenbroicher Stadtpark gefällt
19.08.2026 · 16:44 Uhr
Die fast 100 Jahre alte Eiche im Stadtpark ist der Kettensäge zum Opfer gefallen.
Foto: Julius DrögerGrevenbroich · Weil eine vom Pilz befallene Eiche im Stadtpark ein Risiko für die Verkehrssicherheit dargestellt hat, musste sie am Dienstag gefällt werden. Der 17 Meter hohe Baum hat eine bewegte Geschichte hinter sich.
Am Mittag steigt den Spaziergängern im Stadtpark der Geruch von frisch gesägtem Holz in die Nase. Drei dicke Baumscheiben und ein Haufen Späne lassen erahnen, was hier Stunden zuvor passiert ist: Eine rund 80 bis 100 Jahre alte Eiche, die direkt an der Erft in unmittelbarer Nähe zur Apfelwiese steht, ist am Dienstagmorgen (zumindest weitgehend) der Kettensäge zum Opfer gefallen. „Vor einigen Jahren wurde am Stammfuß des Baumes ein Fruchtkörper des Schwefelporlings entdeckt. Dieser Pilz verursacht eine sogenannte Braunfäule, die die Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes erheblich beeinträchtigen kann“, teilt der Erftverband mit, in dessen Eigentum die Eiche steht.
Um die Entwicklung der Fäule engmaschig zu überwachen, ließ der Gewässerverband den Baum regelmäßig von unabhängigen Baumgutachtern mit unterschiedlichen Untersuchungsverfahren prüfen. Bislang sei der Eiche trotz des Pilzbefalls eine ausreichende Standsicherheit bescheinigt worden. „Bei der diesjährigen Kontrolle zeigte sich jedoch, dass die Fäulnis deutlich schneller voranschreitet als zuvor prognostiziert. Obwohl die Krone weiterhin vital wirkt, ist die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet“, heißt es weiter.
Neue Bäume sollen Eiche ersetzen
Weil diese Entwicklung zu einem erhöhten Risiko für Passanten an dem angrenzenden Fußweg geführt hat, musste die Eiche nun weichen. Übrig geblieben ist nur noch der Stammbaum – zuvor war das Gewächs etwa 17 Meter hoch.
Die Arbeiten wurden durch eine Fachfirma ausgeführt. In Abstimmung mit der Stadt Grevenbroich sollen ein oder mehrere neue Bäume die Eiche ersetzen, um den Charakter des Stadtparks langfristig zu erhalten, wie der Erftverband mitteilt. Der Baum hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Er hatte beim Pfingststurm „Ela“ im Jahr 2014 einen Großteil seiner Krone verloren. Nach fachgerechten Nachschnittarbeiten hatte der Baum in den Folgejahren zunächst eine vitale Sekundärkrone entwickelt.
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