RSS Amplifier

Duisburg | RP ONLINE · Aug 21, 2026

IHK-Zahlen zum Niederrhein: Unternehmensinsolvenzen steigen um 45 Prozent

0
Sign in to vote or save

Mike Michel · RP ONLINE

IHK-Zahlen zum Niederrhein Unternehmensinsolvenzen steigen um 45 Prozent

21.08.2026 · 12:00 Uhr

 Die Wertschöpfung in der Industrie in Duisburg ist seit 2024 um zwölf Prozent gesunken. Das belegen aktuelle Zahlen der Niederrheinischen IHK.

Die Wertschöpfung in der Industrie in Duisburg ist seit 2024 um zwölf Prozent gesunken. Das belegen aktuelle Zahlen der Niederrheinischen IHK.

Foto: Marcel Kusch/dpa/Marcel Kusch

Niederrhein · Seit 2021 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen am Niederrhein um 45 Prozent gestiegen. Hohe Kosten setzen Betriebe unter Druck. Bei den Gewerbesteuern gibt es zwischen einzelnen Kommunen große Unterschiede.

Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat eine neue Ausgabe ihrer Publikation „Niederrhein in Zahlen“ veröffentlicht – und die Daten sind zum Teil erschreckend. Alarmierend sind etwa die hohen Unternehmensinsolvenzen. Seit 2021 ist ihre Zahl am Niederrhein nach Angaben der Kammer um 45 Prozent gestiegen.

Die Betriebe bewerteten ihre Geschäftslage schlechter als in den Vorjahren, heißt es in einer Mitteilung. Hohe Energiepreise, Bürokratie und wirtschaftspolitische Unsicherheit machten ihnen zu schaffen. „Positiv ist, dass viel gegründet wird. Es gab 2025 über drei Prozent mehr Unternehmensgründungen als im Vorjahr“, teilt die IHK mit.

Die Industrie ist ein zentraler Wirtschaftszweig der Region. In Duisburg sank die industrielle Wertschöpfung seit 2024 um zwölf Prozent. „Das spürt der gesamte Standort. Wenn die Industrie weniger produziert und investiert, trifft das auch Zulieferer und Dienstleister“, heißt es seitens der Kammer.

Das Extremwetter und die weltpolitische Lage wirkten sich schnell auch auf die Häfen der Region aus. Die Region ist eng mit internationalen Warenströmen verbunden. Der Schiffsumschlag ist von 2024 auf 2025 um mehr als sechs Prozent gesunken. Wie wichtig Wasserstraßen für unsere Wirtschaft sind, ist offensichtlich auch beim Fachkräftenachwuchs angekommen: Der Beruf des Binnenschiffers ist beliebter geworden. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse ist von 19 im Jahr 2024 auf 29 im Jahr 2025 gestiegen.

Im Kammerbezirk (Duisburg, Kreise Wesel und Kleve) sind 73.918 IHK-Unternehmen verzeichnet. Innerhalb des Bezirks sind die Gewerbesteuern unterschiedlich hoch. Die meisten Gewerbesteuern verlangen Kamp-Lintfort und Rheinberg mit einem Hebesatz von jeweils 520 Prozent, gefolgt von Hünxe und Schermbeck mit jeweils 510 Prozent. Dahinter rangieren Neukirchen-Vluyn (500 Prozent), Dinslaken (499) sowie Xanten, Moers und Duisburg (je 495). Im Kreis Kleve sind die Hebesätze meist deutlich darunter, am niedrigsten sind sie in Straelen (370) und Sonsbeck (411).

2500 Betriebe im Kammerbezirk beschäftigen insgesamt rund 10.000 Auszubildende. Das Gros entfällt dabei auf die Bereiche Metalltechnik und Elektrotechnik.

Neben Wirtschaft und Industrie wirft die Publikation „Niederrhein in Zahlen“ einen Blick auf den Tourismus, den Einzelhandel, Ausbildungsverhältnisse und die Gesundheitswirtschaft. Grafiken, Karten und Kennzahlen geben einen kompakten Überblick und auch Einblicke in die Entwicklung.

Meistgelesen

Mehr zum Thema

Aktuell wichtig

Read the original on rp-online.de

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.