Über den Wolken Im Segelflieger über der Wolfsaap
23.08.2026 · 11:58 Uhr
Großer Andrang herrschte am Wochenende beim Flugplatzfest des Aero-Klubs Düsseldorf.
Foto: Bretz, Andreas (abr)Rundflüge im Segelflugzeug, Flugshow mit Modellbau-Fliegern und am Abend „Ballonglühen“ der Heißluftballons: All das gab es am Wochenende beim fünften Flugplatzfest des Düsseldorfer Aero-Klubs.
„Das war das geilste Erlebnis der Welt!“ Benjamin strahlt über das ganze Gesicht und kann es immer noch nicht fassen. Er ist gerade eben zum ersten Mal in einem Segelflugzeug über dem Aaper Wald geflogen. Was für ein Glück, dass seine Mama ihn überredet hat, zum Flugplatzfest des Düsseldorfer Aero-Klubs zu fahren. „Eigentlich wollte ich heute ja ins Kino“, erzählt der Achtjährige. Aber das, sagt Benjamin, könne er auch ein andermal machen. Mutter und Sohn sind für das Event auf der Wolfsaap extra aus Wuppertal gekommen. „Es hat sich gelohnt“, sagt sie.
Zum fünften Mal lud der Aero-Klub zum großen Flugplatzfest ein. Nach der erfolgreichen Premiere 2022 soll es – wenn es nach dem zweiten Vorsitzenden Lucas Gruner geht – künftig regelmäßig ein solches Event geben. Zwei Windsäcke zeigen an, dass Westwind herrscht. Optimale Bedingungen für die Segelflieger, um in die Lüfte zu steigen. Sechs dieser gerade einmal 400 Kilogramm schweren Segler sind Klubeigentum. Drei von ihnen sind Zweisitzer, die an diesem Wochenende im Einsatz sind. Denn die Besucher können Rundflüge buchen. Dabei haben sie die Wahl, ob sie lieber in einen Segelflieger steigen wollen oder ein Motorflugzeug bevorzugen.
Benjamin musste da nicht lange überlegen. „Wann kann man schon mal in einem Segelflugzeug sitzen?“, fragt er rhetorisch. Gefragt, was ihm am besten gefallen hat, fällt dem kleinen Fan die Antwort schwer. Da war so viel: Der schnelle Start, als der Flieger über eine 1100 Meter lange elektrische Seilwinde in die Höhe gezogen wurde. Dann der unglaubliche Blick über den Aaper Wald bis nach Rath und Gerresheim. Die butterweiche Landung. „Ich habe alles mit dem Handy gefilmt“, sagt er stolz – und seine Mutter ist sicher, dass sich Benjamin noch Jahre später an diesem besonderen Moment erinnern wird.
Auch Harald Bredermann hat sein Handy in Position gebracht und wartet darauf, dass einer der ehrenamtlichen Helfer den erhobenen Arm sinken lässt. Damit signalisiert er dem Orga-Team, dass das Seil straffgezogen und der Flieger bereit zum Start ist. In Sekundenschnelle hebt sich das ultraleichte Flugzeug mit dem charakteristischen Sirren in die Lüfte und das Seil wird ausgeklinkt. Von jetzt an wird es vom Wind getragen. Harald Bredermann verfolgt es, bis die Silhouette in den Wolken verschwunden ist.
Die Wolken sind so ein Thema am Samstagmittag, denn sie ziehen sich immer mehr zu und werden sehr dunkel. „Oh oh, da kommt sicher gleich was runter“, unkt der Flugzeugfan und wie aufs Stichwort öffnet der Himmel seine Schleusen. Alle flüchten sich unter die Zelte mit Tischen und Bänken, die eigentlich fürs Picknick gedacht sind. Nach knapp zehn Minuten ist der Spuk fürs Erste vorbei und auf dem Flugfeld werden die Helfer wieder aktiv. Sie wischen das Wasser von den Tragflächen der Segelflieger und trocknen die Scheiben.
Es ist ein Fest für die ganze Familie. Jonathan hat schon vom Waldrand aus die ersten Flugzeuge im Himmel gesichtet und ist ganz aufgeregt, als sie endlich den Festplatz erreichen. „Papa, schau mal, da ist die Feuerwehr“, ruft er und zieht seinen Vater zu einem Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Hubbelrath, die gerne ihre Ausrüstung zeigt und erklärt.
Zum Pilotenwechsel am Mittag erwartet große und kleine Besucher eine ganz besondere Flugshow. Denn an diesem Tag zeigen auch die Modellbauer wie Ralf Weber von der IG Modellflug Düsseldorf ihre Flieger, die sie in stundenlanger Kleinarbeit gebastelt haben. Mehr als 60 aktive Mitglieder hat der Düsseldorfer Aero-Klub inzwischen. „Wir haben viele junge Leute dabei“, freut sich Lucas Gruner über so viel Zuspruch. Das jüngste Mitglied ist 14 Jahre alt. „Die Jugendlichen können schon recht schnell allein fliegen, wenn sie genug Stunden absolviert haben und der Lehrer ihnen die Freigabe dafür gibt“, erklärt Gruner, der selbst seit 25 Jahren regelmäßig in das schmale Cockpit steigt und seine Liebe zum Segelfliegen ebenfalls schon als Teenager entdeckt hat.
Ein besonderes Highlight hat sich der Aero-Klub für den Samstagabend aufgespart. Denn dann werden Heißluftballons zum „Ballonglühen“ auf der Wolfsaap gezeigt.
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