Was kommt, wenn die Autoindustrie wegfällt? Der Fall Stellantis in Frankreich
Seit Jahren schrumpfen die Produktionsstandorte des Autoherstellers Stellantis in Frankreich. Was passiert aber mit den freibleibenden Flächen?
5 Minuten

Saint-Ouen, Februar 2026 – an der Kreuzung zwischen der Avenue Capitaine Garnier und der Rue Facot warten ein Dutzend Essenslieferanten neben ihren Rollern auf den nächsten Auftrag. Fest in ihre Schutzhelme und Winterjacken eingehüllt, schützen sie sich vor der Kälte. An diesem feuchten Wintertag bemüht sich der Pariser Himmel nicht besonders um Licht und Wärme.
Über den helmbekleideten Silhouetten steht auf einem Baustellenschild: „Travaux de déconstruction et de depollution de l’Ex-Usine PSA“ – also „Rückbau- und Sanierungsarbeiten der ehemaligen PSA-Fabrik“. Von der Baustelle selbst ist nichts mehr zu sehen. Alles findet hinter einem drei Meter hohen weißen Blechzaun statt.
Anstelle des aktuellen vier Hektar großen Lochs am Außenrand der französischen Hauptstadt stand dort noch vor drei Jahren die älteste Fabrik der PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, Opel, Vauxhall). Jahrzehntelang haben das Stahlskelett und die Fensterfront des Montagewerks das Bild von Saint-Ouen im Norden von Paris geprägt.


Im Vergleich sticht das Gelände des ehemaligen PSA-Werks Saint-Ouen heraus, denn es befindet sich mittlerweile nicht mehr in einer Peripherie, sondern inmitten des urbanen Gewebes. Seit 1968 gewinnt die Stadt am nördlichen Rand von Paris konstant an Bevölkerung. Zudem trieb sie einen massiven Strukturwandel durch die Requalifikation ehemaliger Industriegebiete am Ufer der Mäander der Seine zu Wohn- und Gewerbegebieten voran. Dadurch verändert sich die urbane Landschaft massiv. Die Ansiedlung eines neuen industriellen Betreibers anstelle des alten Werks hätte der Stadtplanungsstrategie von Saint-Ouen widersprochen.



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