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How To Lead · Feb 23, 2026

Wie gehst du souverän mit Druck um?

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Elena Mertel · How To Lead

„Kannst du das mal schnell übernehmen?“
„Nur noch diese eine Sache.“
„Ich brauche das heute noch.“

Viele Führungskräfte sprechen so, wenn es eng wird.

Im Team kommt davon oft mehr an als die einzelne Aufgabe: Es entsteht ein Gefühl von Daueranspannung, das sich schwer greifen lässt.

Druck ist in Organisationen normal. Deadlines, Erwartungen, Entscheidungen unter Zeitdruck. Die entscheidende Frage ist: wie wir er weitergetragen?

Die Forschung von Heike Bruch (Universität St. Gallen) beschreibt zwei typische Muster:

Druck wird weitergegeben, meist ohne große Filter. Typisch sind:

  • viele parallele Anforderungen

  • schnelle Ansagen ohne Sortierung

  • steigende Kontrolle, wenn Unsicherheit wächst

Die Folgen zeigen sich oft schnell: Erschöpfung nimmt zu, Rückzug im Team, steigende Fluktuation.

Auch hier ist die Arbeitslast hoch. Der Unterschied liegt im Umgang damit:

  • Führungskräfte sortieren aktiv

  • Prioritäten werden sichtbar gemacht

  • Verantwortung wird geteilt

  • Energie im Team wird bewusst geschützt

Leistung entsteht aus Klarheit und gemeinsamer Ausrichtung, nicht aus Daueranspannung.

Druck verändert Führungsverhalten. Viele reagieren darauf mit höherem Tempo, mehr Parallelität, weniger Struktur. Im Team führt das oft zu Unsicherheit. Nicht wegen der Menge der Arbeit, sondern weil Prioritäten verschwimmen und keine:r mehr weiß, was eigentlich zählt.

Wirksam wird Führung dort, wo wieder Ordnung entsteht: durch Entscheidungen, Weglassen und klare Linien. In einem Podcast habe ich neulich den Satz gehört: “Wir müssen wegkommen von unserer Und-Kultur und hinkommen zu einer Oder-Kultur.” Entweder unser TOP GOAL ist, dass wir unsere Kommunikations- und Meetingprozesse verbessern ODER unser TOP GOAL ist, dass wir mehr Menschen auf LinkedIn erreichen. Wenn Alles gleichzeitig wichtig ist, ist nichts wichtig.

Typische Energieräuber in Führungsrollen:

  • Meetings ohne klare Entscheidung

  • ständige kurzfristige Anfragen

  • unausgesprochene Erwartungen

  • permanentes Reagieren statt Gestalten

Coachingfrage für dich: Was ist laut in deinem Alltag, bringt aber wenig Wirkung?

Viele Führungskräfte tragen zu viele Themen parallel. Hilfreich ist eine einfache Sortierung:

  • Was braucht wirklich deine Entscheidung?

  • Was kann warten?

  • Was kann jemand anderes übernehmen?

Auch KI kann hier inzwischen eine Entlastung sein, wenn sie bewusst eingesetzt wird.

Ein wiederkehrender Engpass in Teams ist nicht Arbeit, sondern Unklarheit. Drei Reflexionsfragen:

  • Wofür stehst du, wenn es stressig wird?

  • Welche Prinzipien gelten bei dir immer?

  • Woran erkennen andere deine Prioritäten im Alltag?

Je klarer diese Antworten sind, desto weniger Energie geht im Team verloren.

Viele Führungsrollen scheitern heute an widersprüchlichen Erwartungen und Zielkonflikten: Mega effizient sein, gleichzeitig emphatisch im Umgang. Stabilität geben, während sich alles verändert.

Hilfreich ist die Unterscheidung von Kontexten:

  • Daily Business: Im operativen Alltag zählen oft Präzision, Verlässlichkeit und saubere Ausführung (alles, was den Laden am laufen hält sozusagen)

  • Future Business: In Entwicklungsphasen, Workshops und für Innovation braucht es Experimente, Fehlerfreundlichkeit und Offenheit für Umwege (alles, was langfristig wichtig ist).

Beides hat seinen Platz. Entscheidend ist, bewusst zwischen diesen Modi zu wechseln und mal den einen und mal den anderen Hut aufzusetzen. Heike Bruch spricht hier von beidhändiger Führung.

Wenn du auf deine kommende Arbeitswoche schaust: Wohin geht gerade deine Aufmerksamkeit und ist das wirklich das, worauf es ankommt?

Wenn du magst, antworte auf diese Mail! Ich lese jede Antwort <3

Love ✌️
Elena

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