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Psychologie Heute · Aug 13, 2026

Aberglaube in der Skinnerbox

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Thomas Saum-Aldehoff · Psychologie Heute

Der Psychologe Burrhus Frederic Skinner hatte das Privileg, eine experimentelle Apparatur zu entwickeln, die nach ihm benannt wurde: die Skinnerbox. In diesem mit einigen Extras ausgestatteten Käfig waren Ratten eingesperrt, die mittels Belohnung Neues lernen sollten. Drückte die Ratte etwa auf eine Taste, gab es Futter.

Sinnlose Verknüpfungen, seltsame Rituale

Doch bisweilen wurden so auch völlig sinnlose Verknüpfungen erlernt, wie der Experimentator in einem Versuch mit Tauben feststellte. Skinner hatte die Tiere zunächst auf Diät gesetzt, bis sie nurmehr 75 Prozent ihres Normalgewichts auf die Waage brachten. Nun ging es in die Skinnerbox, wo von Zeit zu Zeit ein Körnerspender in den Käfig schnellte, aus dem sich die hungrigen Vögel fünf Sekunden lang bedienen konnten. Der Futterbehälter wartete in regelmäßigen Intervallen auf, zum Beispiel alle 15 Sekunden, völlig unabhängig vom Verhalten der Tiere.

Gleichwohl beobachtete Skinner, dass die Tauben in der futterfreien Frist seltsame Rituale praktizierten. Manche drehten sich im Kreis, andere pickten sinnlos ins Leere, staksten herum oder vollführten groteske Kopfbewegungen. Skinners Erklärung: „Der Vogel tendiert dazu, jedwede Reaktion zu lernen, die er vor dem Erscheinen des Futters ausgeführt hat, […] als sei da eine kausale Beziehung zwischen seinem Verhalten und der Präsentation des Futters.“

Und wie nennt man so einen auch vom Homo sapiens durchaus vertrauten Irrglauben? Skinner gab seiner 1948 erschienenen Studie den – für einen eingefleischten Behavioristen gewagten – Titel Superstition in the Pigeon. Wobei er das Wort superstition (Aberglaube) selbstverständlich in Anführungszeichen setzte. Schließlich wollte er Tauben ebenso wenig wie Menschen – auch hier hätte er nie auf Gänsefüßchen verzichtet – „mentale“ Vorgänge unterstellen.

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