Auf Elternabenden höre ich gerade immer denselben Satz:
„In der fünften haben ja alle eins. Wir kommen nicht drumherum.”
Ich verstehe das gut. Niemand will, dass sein Kind außen vor ist.
Aber in denselben Wochen höre ich auch das hier, von Eltern mit älteren Kindern:
„Wir dachten das auch. Und waren dann positiv überrascht, dass doch noch längst nicht alle Kinder eins haben. Wir hätten tatsächlich gerne noch länger gewartet.”
In vielen fünften Klassen haben noch längst nicht alle ein eigenes.
Der Druck, den Eltern spüren, ist oft größer als der Druck, der wirklich da ist.
🧭 Worum es eigentlich geht
Falls ihr euch längst entschieden habt: alles gut.
Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, den ich für dich kenne. Den kennst nur du.
Aber nach vier Jahren in Klassenzimmern kann ich dir eines sagen:
Es macht kaum einen Unterschied, wann ein Kind sein erstes Handy bekommt.
Es macht einen riesigen Unterschied, wie.
Ein Kind, das ein Gerät in die Hand gedrückt bekommt und dann alleine klarkommen muss, hat es schwer. Egal ob mit neun oder mit zwölf.
Ein Kind, mit dem vorher jemand gesprochen hat, ist vorbereitet.
🛠️ Was du diese Woche tun kannst
1️⃣ Nachfragen statt annehmen
Frag dein Kind, wie viele in seiner Klasse wirklich ein eigenes Handy haben. Die Antwort überrascht Eltern oft.
2️⃣ Über das Wie sprechen, nicht über das Ob
„Wenn du eins bekommst, was wäre dir dabei wichtig?”
3️⃣ Ein Familienhandy als Zwischenschritt
Ein Gerät, das allen gehört und meistens zu Hause bleibt. So könnt ihr üben, dass das Handy nicht die ganze Zeit beim Kind ist. Und dein Kind kann trotzdem neue Freundschaften aufbauen und mit seinen Freunden in Kontakt bleiben.
❤️ Zum Mitnehmen
Der Wechsel auf die weiterführende Schule ist für dein Kind ohnehin schon aufregend. Neue Schule, neue Gesichter, alles muss sich erst finden.
Die Kinder lernen sich in diesen Wochen gerade kennen. Im Klassenzimmer, auf dem Pausenhof, auf dem Schulweg.
Statt nach der Schule gleich stundenlang am Handy zu hängen.
Erstmal hier sein.
Ob bei euch gerade der richtige Moment ist, kann ich dir nicht sagen. Ich sitze nicht bei euch am Küchentisch.
Ihr müsst euch nicht sofort entscheiden. Weihnachten ist auch noch ein Zeitpunkt.
Nächste Woche zeige ich dir, wie das aussehen kann.
Bis bald,
Laura
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