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Ostthüringer Zeitung · Aug 23, 2026

Rudolstädter Tänzer sind zurück von außergewöhnlichen Reisen

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Dominique Lattich · Ostthüringer Zeitung

„Zurück in Rudolstadt sind die Tänzerinnen, Tänzer, Musiker und Betreuer von den Festivals in Taiwan und in der Schweiz.“ Mit dieser Nachricht eröffnet das Thüringer Folkloretanzensemble Rudolstadt einen Rückblick auf zwei außergewöhnliche Reisen, die der Verein antreten durfte.

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„Es waren tolle, besondere Erlebnisse, schöne Vorstellungen und immer ein ganz begeistertes Publikum, was uns immer wieder beflügelt.“ Dennoch begann die Reise mit einem merkwürdigen Bauchgefühl: „Nach Taiwan flogen wir mit Sorge, denn in der Nacht vor unserem Abflug war ein starker Taifun angesagt. Das Auswärtige Amt, die Fluggesellschaft und auch das Reisebüro beruhigten uns. Aber die Angst blieb dennoch.“

Nach der Rückkehr gibt es viel zu erzählen

Zurück in Rudolstadt haben sie viel zu erzählen: „Neben den vielen Vorstellungen gab es auch viele Interaktionen mit anderen Gruppen. So veranstalteten wir gemeinsam mit den Tänzern aus Hawaii einen gemeinsamen Abend mit lustigen Vorführungen und geselligen Tänzen. Eine andere Aufgabe war: Jedes teilnehmende Land musste einmal zum Abendessen kochen, tanzen und gemeinsame Spiele machen.“ Der Verein resümiert: „Das Essen war sehr schlecht, denn es war zu wenig da.“

Das beliebteste Spiel, „welches unser Uwe initiierte“, war: Milchkrüge – anstelle von Bierkrügen – am ausgestreckten Arm halten. „Die männlichen Tänzer kämpften verbittert“ und der Ideengeber siegte. „Aber das hielt alle nicht davon ab, noch weiter Spiele zu machen und gemeinsam zu singen, zu tanzen und zu lachen. Es war ein wundervoller Abend.“

Pyramidenbau und Feuerquallenstiche

Auch außerhalb erlebte die Truppe vieles. „Wir waren am schwarzen Strand, genossen den Pazifik, bauten Pyramiden und wurden von Feuerquallen gestochen. In einer historischen Stätte stellten wir Papier her und druckten darauf historische Bilder. Aus Papier wurde mit den verschiedensten Techniken sehr viel hergestellt, wir bauten Schildkröten und Schlüsselanhänger.“

Ebenso besuchten sie Kulturkollegen: „Dann waren wir in einem historischen Theater, hörten von der Geschichte, schauten bei einem kleinen Schauspiel zu, bastelten Blumen und zum Gaudi aller schlüpften wir in die historischen Kostüme. Es war ein riesiger Spaß. Auch ein besonderes Erlebnis war es, auf riesigen Trommeln spielen zu dürfen, und jeder war einmal ein Trommler. Am letzten Tag fuhren wir nach Taipeh und ‚bestiegen‘ mit dem Fahrstuhl, den einst höchsten Turm der Welt. Es war gigantisch.“

Die Mitglieder des Thüringer Folklore Tanzensembles Rudolstadt sind international unterwegs.

Gruppenbild von einem der Ausflüge.© Verein | TFTR

„Wunderschön und fördernd für die weitere Arbeit des Thüringer Folklore Tanzensembles Rudolstadt“ beschreibt das Ensemble die Tour, „da unsere Vorstellungen immer mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. Dies waren die Erlebnisse unserer jugendlichen Tänzer im Alter von 12 bis 15 Jahren.“

Die Erwachsenen erlebten eine Premiere

„Das erste Mal in der Geschichte des Vereines nahmen wir an einem großen, hochkarätigen Festival in der Schweiz teil, in Martigny. Wir freuten uns riesig darauf.“

Erst spät am Abend kam der Verein an der Unterkunft an – und war zunächst wenig davon angetan: „Die Tänzer, insbesondere unsere Mädchen – nun, ihr Gesichtsausdruck sprach Bände: Ich will wieder heim. Die Unterkunft war in einer riesengroßen Messehalle in Martigny. Alle neun Gruppen in einem Raum, abgetrennt durch Bauzäune. Jedes Land hatte ein Abteil zur Verfügung. Toiletten- und Duschanlagen waren im Außenbereich. Dies kann man sich so vorstellen, wie zum Rudolstadt-Festival auf der Bleichwiese.“

Ein gemeinsames Team aus 370 Tänzern

Der Verein resümiert: „Nach anfänglichen Befindlichkeiten war es eine der besten Unterkünfte ever. Auch wenn es mindestens in jeder Gruppe einen Dauerschnarcher gab. Wir waren alle immer zusammen, gleich ob als Thüringer Folkloretanzensemble Rudolstadt oder als Ensembles der Welt. Man begegnete sich nicht nur auf der Bühne, sondern am Morgen und am Abend, man grüßte sich, man war ein großes gemeinsames Team von 370 Tänzern und Betreuern aus aller Welt.“

Martigny liegt mitten in den Walliser Alpen und Berner Alpen, beschreibt das Team. „Die höchsten Gipfel: die 4634 Meter hohe Dufourspitze und das berühmte Matterhorn. Wir fuhren mit all unserer Bagage, Requisiten, Kostümen und Instrumenten mit der Bergbahn zweimal zu den hochgelegenen Bergdörfern. Die letzten Meter mussten wir laufen.“ Dort zeigte der Verein „unsere Folklore und wir wurden mit großem Jubel aufgenommen“.

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Das Festival selbst fand in Martigny in der Messehalle statt. „An jedem Abend präsentierten sich alle Gruppen: Armenien, Uruguay, Mexiko, Rumänien, Wallis et Futuna, Spanien, Benin, Indien und Deutschland. Martigny war ein besonderes Festival, so, wie jedes Festival etwas Besonderes ist: Gemeinsam tanzen, gemeinsam reden, gemeinsam leben – das ist es, was all diese Festivals ausmacht. Wir danken allen Helferinnen und Helfern, all denjenigen, die uns finanziell unterstützt haben, der Stadt Rudolstadt und dem Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt.“

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