Eine kleine Geschichte der Denunziation – von Rom bis zum digitalen Zeitalter Es gibt Wörter, die eine Gesellschaft nicht verbieten muss. Es genügt vollkommen, sie umzubenennen. Der Denunziant beispielsweise ist nahezu ausgestorben. Niemand möchte einer sein. Niemand steht morgens auf, betrachtet sich im Spiegel und fasst den Vorsatz, heute einen Nachbarn, Kollegen oder Bekannten zu … Weiterlesen…
Teil XII – Synthese Was bleibt vom Fermi-Paradoxon? Mehr als siebzig Jahre sind vergangen, seit Enrico Fermi während eines Mittagessens jene einfache Frage stellte, die bis heute Generationen von Astronominnen, Biologen, Physikern und Philosophinnen beschäftigt: „Wo sind sie alle?“ Kaum eine wissenschaftliche Frage besitzt eine vergleichbare Wirkungsgeschichte. Sie besteht aus nur vier Wörtern und…
Teil XI – Zukunftshypothesen Das Grabby-Aliens-Modell Eine mathematische Antwort auf das Schweigen der Sterne Über Jahrzehnte hinweg bewegte sich die Diskussion um das Fermi-Paradoxon in einem Spannungsfeld zwischen Astronomie, Evolutionsbiologie und Philosophie. Zahlreiche Hypothesen versuchten zu erklären, weshalb wir bislang keine außerirdischen Zivilisationen beobachten. Manche verwiesen auf…
Teil X – Die großen Erklärungsmodelle Ordnung im Hypothesendschungel Warum sich Dutzende Antworten auf wenige Grundideen zurückführen lassen Kaum eine wissenschaftliche Fragestellung hat eine vergleichbare Vielfalt an Erklärungsversuchen hervorgebracht wie das Fermi-Paradoxon. Seit Enrico Fermis berühmter Frage „Where is everybody?“ sind mehr als siebzig Jahre vergangen. In dieser Zeit wurden…
IX – Technosignaturen Wenn Zivilisationen ihre Umwelt verändern Nach mehr als einem halben Jahrhundert intensiver Suche ist eines deutlich geworden: Falls es im Universum andere technische Zivilisationen gibt, dann haben sie uns bislang keine eindeutig identifizierbare Radiobotschaft hinterlassen. Diese Feststellung bedeutet jedoch keineswegs, dass die Suche nach außerirdischer Intelligenz…
VIII – Vom Experiment zur Vision Project Cyclops und die Geburt einer wissenschaftlichen Langzeitstrategie Als Frank Drake im Frühjahr 1960 Project Ozma begann, war allen Beteiligten bewusst, dass dieses Experiment eher symbolischen als statistischen Charakter besaß. Zwei Sterne, wenige Wochen Beobachtungszeit und ein einziges Radioteleskop konnten kaum ausreichen, um eine belastbare Aussage über…
I. Eine unbequeme Frage an den Himmel Als der italienisch-amerikanische Physiker Enrico Fermi im Sommer des Jahres 1950 mit einigen Kollegen zum Mittagessen aufbrach, ahnte niemand, dass aus einer beiläufigen Bemerkung eine der faszinierendsten wissenschaftlichen Fragestellungen des 20. Jahrhunderts entstehen würde. Das Gespräch drehte sich zunächst keineswegs um Astrobiologie oder außerirdische…
Es gibt Sätze, die nicht altern. Sie gehören nicht zu jenen politischen Parolen, die an die Tagesordnung ihrer Entstehungszeit gebunden sind. Sie überdauern Regierungen, Krisen und Generationen, weil sie etwas über den Menschen aussagen, das sich hartnäckig gegen jeden Fortschritt behauptet. Zwei solcher Sätze stammen von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Adorno schrieb: „Der … Weiterlesen Das…
Woher kommen wir – und warum laufen wir eigentlich auf zwei Beinen? Seit mehr als einem Jahrhundert dominiert in der Paläoanthropologie eine scheinbar einfache Geschichte: Unsere Vorfahren verließen die Wälder Afrikas, zogen in die Savanne und entwickelten dort den aufrechten Gang, um besser jagen und lange Strecken zurücklegen zu können. Doch ein kürzlich veröffentlichter Übersichtsartikel ……
Dem russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski wird seit Jahren ein Satz zugeschrieben, der in den sozialen Netzwerken mit der Beharrlichkeit einer urbanen Legende zirkuliert: „Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen.“ Es gibt keinen belastbaren Nachweis dafür, dass Dostojewski diesen Satz jemals…