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"Once upon a Bike" __ im Iran · Apr 12, 2026

Der Kampf gegen (und für) den Hijab

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Eva · "Once upon a Bike" __ im Iran

Während ich an meinem köstlichen Cocktail nippe, frage ich Sahel, ob sie noch Hoffnung auf einen politischen Wandel hat – insbesondere mit Blick auf die »Frau, Leben, Freiheit«-Protesten von 2022 und den noch frischen Tod von Präsident Raisi. Ihre Antwort ist erschütternd kurz: »Nein.« Zwei Jahre sind vergangen, seit Jina Mahsa Amini von Polizisten getötet wurde – der Funke, die monatelangen Proteste auslöste. Doch viel hat sich nicht geändert. Die Einschränkungen bestehen weiterhin; Frauen werden noch immer von der Sittenpolizei tyrannisiert.

Sahel zeigt mir Fotos auf ihrem Instagram-Account: eine schöne junge Frau in den Bergen, am Strand, im Wald. Etwas ist seltsam, und ich brauche einen Moment, bis ich es erkenne. Kein Hidschab. Auf keinem der Bilder. Sahels Haar ist unbedeckt, frei – auf ein, zwei Bildern weht es sogar im Wind. Es gibt auch Bilder von ihren Freundinnen, die ebenfalls außerhalb des häuslichen Umfelds ihre Hidschabs abnehmen. Was, wie jeder weiß, strafbar ist ...

ÜBRIGENS – DER KAMPF GEGEN (UND FÜR) DEN HIDSCHAB

„Meine heimliche Freiheit“

Bestimmt haben iranische Frauen das auch schon vorher getan, aber unter #mystealthyfreedom posten sie Bilder von sich ohne Hidschab auf ihren Instagram-Profilen. Für uns mag das wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber es ist verdammt mutig. Die Frauen sind erkennbar – und sie tun es trotzdem.

„Männer mit Hidschab“

Es sind nicht mehr nur die Frauen, die gegen ihre Zwangsverschleierung kämpfen: Viele Männer – Ehemänner, Brüder, Väter – schließen sich an. Unter #menwithhijab posten die Männer Fotos und Videos von sich mit Hidschab. Ihre Botschaften sind klar: »Meine sogenannte Ehre hängt nicht von den Haaren meiner Frau ab.« Oder: »Wenn dich die Haare einer Person stören, kannst du ja wegschauen.«

Totale Überwachung

Seit den »Frau – Leben – Freiheit«-Protesten 2022 wagen Frauen es manchmal, ohne Hidschab aus dem Haus zu gehen. Doch die sogenannte Sittenpolizei , die morality police, ist allgegenwärtig. Neben ihren weißen Lieferwagen, auf Motorrädern oder anonym inmitten der Menschenmengen halten sie Ausschau nach verrutschten, falsch sitzenden Hijabs, Tschadors und Mantos. Sind Haare zu sehen? Zu viele Haare? Zu viel Haut? Eine zu deutliche Silhouette? Es ist allein ihre Entscheidung, und diese willkürliche Entscheidung kann Verwarnungen, Geldstrafen oder sogar Verhaftungen mit Prügelstrafe nach sich ziehen. Jina Mahsa Amini starb in genau diesem Polizei“gewahrsam“.

Moderne Technologie erweist sich dabei als hilfreich: Die Sittenpolizei vernetzt Kameras im öffentlichen Raum mit Kfz-Zulassungsstellen und Mobilfunknetzen. Autofahrerinnen mit “unsittlichen” Hijabs erhalten Warnmeldungen auf ihr Handy und riskieren, dass ihr Kennzeichen erfasst und ihr Auto beschlagnahmt wird.

Das Festhalten am Hijab

So seltsam es klingen mag: Viele Frauen wollen ihren Hijab tragen. Teilweise ist das generations- und traditionsbedingt. Unzählige ältere Frauen sind mit dem Tschador aufgewachsen. Dann, unter dem Schah wurde die Verschleierung in der Öffentlichkeit verboten; viele Frauen verließen ihr Haus monatelang nicht. Ohne die Verfüllung fühlten sie sich nicht frei, sondern nackt. Es gab öffentliche ZwangsENTschleierungen. Die Verschleierungsgesetze der 1979 ausgerufenen Islamischen Republik gaben den Frauen nicht nur ihre Sicherheit, sondern auch ihre Freiheit zurück.

Tschador oder Hidschab sind für viele Frauen essentiell. Zum einen reduzieren sie sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz. Zum anderen erlauben viele Väter und Ehemänner ihren Töchtern und Ehefrauen nur dann, das Haus zu verlassen, wenn sie ordnungsgemäß verschleiert sind. Das Tragen von Tschador und Hijab ist ein Kompromiss, den Frauen eingehen müssen, um ein Leben außerhalb des Hauses zu führen. Es ermöglicht ihnen, zu studieren oder einer Arbeit nachzugehen.

Der Iran lehrt mich: Alles hat zwei Seiten. Mindestens.

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Read the original on onceuponabikeimiran.substack.com

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