“Ich schwanke zwischen dem Gefühl, verrückt zu sein, und dem Gefühl, nicht verrückt genug zu sein.” - Joyce Carol Oates
Aufgrund der (größtenteils) positiven Reaktionen zu meiner ver-rückten autobiographischen Skizze habe ich mir ein paar Gedanken gamacjt zu diesem seltsamen Ort zwischen “zu viel” und “nicht genug” - zwischen der Angst, aus der Ordnung der Welt zu fallen, und dem heimlichen Verlangen, genau das zu tun. Vielleicht ist das, was wir manchmal “Wahn-Sinn“ nennen, weniger ein Defekt als vielmehr ein Versuch radikaler Freiheit. Spannend an dem Wort ist ja auch, dass es einerseits eine Pathologie bezeichnet, andererseits aber z.B. auch als spontaner Ausruf verwendet wird, wenn wir etwas als außergewöhnlich gut erleben.
Die Gesellschaft tendiert in Richtung Konformität, doch jede tiefgreifende Idee, jede künstlerische Revolution, jede echte Transformation entsteht aus einem Moment des Übertritts - einem Augenblick, in dem jemand bereit war, “ver-rückt genug” zu sein. Der Wahn-Sinn, den wir fürchten, ist oft nichts anderes als der Raum, in dem das Neue geboren wird.
Und doch: Wer diesen Raum betritt, spürt nicht selten auch die Kälte der Einsamkeit. Das Unbekannte hat keine Schilder, keine Karten, keine Bestätigung. Wer sich zu weit hineinwagt, verliert leicht die Orientierung - aber wer gar nicht geht, verpasst oft auch das Leben, nämlich sein eigenstes.
Vielleicht ist es also kein Fehler, zu schwanken zwischen zu viel und zu wenig ver-rückt. Vielleicht ist das Schwanken selbst das Zeichen eines wachen Geistes. Ein Geist, der weiß, dass Sicherheit und Wahrheit selten lange im selben Haus wohnen (können).
In einer Welt, die sich an die Mitte klammert, sind es die Ränder, an denen das Licht eindringt. Nicht die Ränder der Extremismen, sondern die Ränder der Grenzen des Gewohnten und Bekannten. Extremismen sind ja nur das Konventionellste im gedankenlosen Extrem, sie sind in diesem Sinne normal und alles andere als ver-rückt. Die Ver-rückten dagegen sorgen dafür, dass im Wahnsinn der Normalität noch so etwas wie MenschSein bewahrt wird.
***
Niels Koschoreck, Professioneller Ver-rückter
***
Das PrivatStudium mit mir ist nur für Ver-rückte geeignet. Ja, ich würde soagr behaupten, es ist die Ausbildung schlechthin in gesundem Ver-rücktSein!
Nur bis 31. Oktober als besonderes Special buchbar.
Keine Posts

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.