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NZZ – Neue Zürcher Zeitung | Aktuelle News, Hintergründe & mehr · Aug 21, 2026

Der Persische Golf schwimmt im Öl

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Jasmine Jacot-Descombes · Neue Zürcher Zeitung

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Der Iran-Krieg verschmutzt die Küsten und das Wasser. Aus beschädigten Tankern und einer alternden Schattenflotte gelangt tonnenweise Öl ins Wasser. Die Säuberung ist kompliziert – und zahlen will niemand.

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Vor dem Iran-Krieg durchquerten mehr als 130 Schiffe am Tag die Strasse von Hormuz. Es entsprach etwa einem Fünftel des weltweiten Rohöl-Transportes. Wie wichtig Öl für die Arabische Halbinsel ist, dürfte seit der Sperrung der Meerenge jedem klar sein. Doch durch den Krieg ist nicht nur der Handel zusammengebrochen: Nun drohen auch schwerwiegende Folgen für die Umwelt.

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Das Öl ist nämlich längst auch in das Wasser gelangt. Wissenschafter haben die Strasse von Hormuz mithilfe von Satellitenbildern untersucht und festgestellt, dass die Ölteppiche im März bereits viermal mehr Fläche bedeckten als noch ein Jahr zuvor.

Beschädigte Schiffe und Ölinfrastruktur sind nur einer der Gründe für die Ölverschmutzung. Der Einbruch des Schiffsverkehrs zwang viele Tanker zu ankern, was das Risiko von Unfällen und betriebsbedingten Ölaustritten erhöht.

Einige der Schiffe in der Region gehören zur russischen Schattenflotte und sind in einem schlechten Zustand. Der prominenteste Fall ist die «Caroline Bezengi». Das Schiff lief im April im russischen Noworossijsk aus, mit Kurs auf Indien. Anfang Juni erschütterten vor der Küste Jemens mehrere Explosionen das Schiff. Kurz darauf lief der Tanker in einem Meeresschutzgebiet vor Oman auf Grund. Für die Explosionen hat noch niemand Verantwortung übernommen. Die Gewässer vor Jemen werden von den mit Iran verbündeten Huthi-Milizen kontrolliert.

Normalerweise gilt für solche Öllecks das Verursacherprinzip: Der Eigentümer haftet, die Versicherung bezahlt. Bei Schiffen der Schattenflotte funktioniert das nicht. Unter anderem aufgrund von Sanktionen sind diese Schiffe nicht mehr bei grossen Versicherern unter Vertrag, sondern bei dubiosen kleineren Unternehmen. Ob diese im Ernstfall haften würden oder überhaupt die finanziellen Mittel dafür aufbringen könnten, ist nicht garantiert.

Genauso passiert es auch im Fall der «Caroline Bezengi»: Der Tanker ist bei keinem anerkannten westlichen Versicherer versichert. Der Zwischenfall ist ausserdem kein regulärer Unfall, sondern eine Folge einer Kriegshandlung, was die Entschädigungsfrage noch komplexer macht. Kommt nun Oman für die Eindämmung und Säuberung des Öls auf, zahlt der Staat gleich doppelt: Sowohl für den erlittenen Schaden wie auch für dessen Behebung.

In der Strasse von Hormuz stellt sich die Frage der Haftung gar nicht erst. Die Ölteppiche treiben seit Wochen auf dem Wasser, der genaue Ursprung ist nur noch schwer zu bestimmen. Doch selbst wenn das Geld da wäre: Solange gekämpft wird, kommt niemand zum Säubern.

2 Kommentare

Marc Anderson

Das ist eben so, ich möchte nicht wissen wie‘s im Golf von America unten am Boden aussieht. Interessant ist das Szenario falls eine von Trump‘s Bunkerbrechern aus Versehen eine Gasblase Unterwasser treffen und das Gas im Golf nach oben entweichen würde, alle Schiffe würden in einer blubbernden See sofort versinken, als wär‘s ein Emmerich-Film.

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Fliehen ist fast unmöglich, Bleiben heisst Beschuss, Hunger und Cholera. Eine halbe Million Menschen in der Stadt al-Obeid im Sudan haben nur noch schlechte Optionen.

Die USA wollen die Öffnung der Strasse von Hormuz erzwingen und heizen den Konflikt damit an. Die Nervosität am Ölmarkt steigt.

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