Nach einem Ausraster im verlorenen WM-Final wird der Argentinier Leandro Paredes für zehn Spiele gesperrt
Die Tumulte nach dem WM-Final haben Folgen: Drei argentinische Spieler werden gesperrt. Auch ein Spanier wird bestraft.
2 Leseminuten

Die Argentinier Leandro Paredes und Lisandro Martinez geraten nach dem verlorenen WM-Final in ein Handgemenge mit dem Spanier Gavi.
Dylan Martinez / REUTERS
(sda/dpa) Der argentinische Nationalspieler Leandro Paredes ist wegen seiner Tätlichkeit nach dem verlorenen WM-Final gegen Spanien zu einer Sperre von zehn Spielen und einer Geldstrafe von 90 000 Dollar (rund 72 000 Franken) verurteilt worden. Die durch die Disziplinarkommission verhängte Strafe hat der Weltfussballverband Fifa mitgeteilt.
Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Neben Paredes sind dessen Teamkollegen Nahuel Molina (sieben Spiele und 90 000 Dollar) und Thiago Almada (ein Spiel und 30 000 Dollar) mit Sperren und Geldstrafen belegt worden. Der argentinische Co-Trainer Roberto Ayala muss drei Partien aussetzen und 30 000 Dollar zahlen. Der Spanier Gavi (ein Spiel und 30 000 Dollar) ist ebenfalls bestraft worden.
Argentinischer Verband ebenfalls bestraft
Der argentinische Fussballverband AFA ist wegen der Verstösse bei mehreren Spielen zu einer zusätzlichen Geldstrafe von insgesamt 321 000 Dollar verurteilt worden. Davon sollen 100 000 Dollar in einen Plan zur Bekämpfung von Diskriminierung investiert werden. Ausserdem ist bei den nächsten beiden Heimspielen Argentiniens nur jeweils die Hälfte der maximalen Zuschauerkapazität zugelassen. Die Vollstreckung eines Teils der Sanktion wird ausgesetzt, wobei eine Bewährungsfrist gilt.
Die Strafe gegen den Verband ist mit dem Fehlverhalten des Teams, der Diskriminierung und den rassistischen Beleidigungen, der Nutzung einer Sportveranstaltung für sportfremde Kundgebungen sowie dem Verstoss gegen Ordnung und Sicherheit bei Spielen begründet worden.
Grundlage der Strafen ist ein Bericht des eingesetzten Disziplinar- und Ethikanklägers zu den Vorfällen vom 19. Juli beim WM-Final in East Rutherford. Nach dem Schlusspfiff war es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, die vor allem von argentinischer Seite ausgegangen waren. Die Parteien haben nun zehn Tage Zeit, eine Begründung zu beantragen. Diese wird bei einem stattgegebenen Antrag auch veröffentlicht.
Tätlichkeit von Paredes
Paredes hatte sich nach Spielende zu einer Tätlichkeit hinreissen lassen. Er griff bei Rangeleien den Spanier Gavi am Trikot, traf ihn mit der Hand im Gesicht und stiess ihn zu Boden. Zuvor hatte er Eric García gestossen. Gavi war der einzige spanische Spieler, gegen den ermittelt wurde. Argentiniens Co-Trainer Ayala hatte den spanischen Mittelfeldspieler Dani Olmo heftig angegangen, was grosse Empörung verursacht hatte. Olmo hatte die Entschuldigung Ayalas anschliessend nicht angenommen.
Bei den Ermittlungen der Fifa ist es auch um verbotene politische Botschaften bei Sportereignissen gegangen. Argentinische Spieler hatten nach dem 2:1-Sieg im Halbfinal gegen England ein Banner mit der Aufschrift «Las Malvinas son Argentinas» («Die Falklandinseln sind argentinisch») auf dem Platz gezeigt. Sie haben damit auf den bewaffneten Konflikt um die Inselgruppe im Südatlantik zwischen Grossbritannien und Argentinien im Jahr 1982 angespielt.

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.