In der Walliser Gemeinde Randa droht ein Gletscherabbruch am Weisshorn
Am Montagnachmittag kam es zu ersten Abbrüchen. Das betroffene Gebiet ist weiträumig gesperrt worden.
2 Leseminuten

Im Walliser Dorf Randa ereignete sich bereits vor dreissig Jahren ein Bergsturz. Die haushohen Felsbrocken sind auch heute noch im gigantischen Schuttkegel zu sehen.
Laurent Gillieron / Keystone
cov./cog. Die Walliser Gemeinde Randa hat die Überwachung des Hängegletschers Weisshorn Ost oberhalb des Dorfes erhöht. Wie die Behörden mitteilen, ist am Montag festgestellt worden, dass sich die Eismassen schneller bewegen und es zu einem Abbruch kommen könnte. Am späteren Montagnachmittag kam es zu mindestens drei Abbrüchen aus dem instabilen Bereich, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.
Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Der grösste Abbruch ereignete sich zwischen 17 und 18 Uhr. Die Geröllmassen sind auf dem darunterliegenden Gletscherplateau liegen geblieben. Wie viel Material abgebrochen ist, können die Behörden aufgrund schlechter Wetterbedingungen noch nicht abschätzen. Ebenfalls unklar ist noch, ob die erhöhte Gefährdung weiter anhält oder sich wieder entspannt.
Die definierte Gefahrenzone darf weiterhin nicht betreten werden. Es sind Abbrüche mit einer Reichweite bis in den gekennzeichneten Gefahrenbereich möglich. Laut der Karte befinden sich darin nur einzelne Gebäude. Der Grossteil des Dorfes liegt ausserhalb, aber sehr nah am gefährdeten Bereich. Die geltenden Absperrungen und Anweisungen seien zwingend zu beachten.
Die Gemeinde schreibt in einer Mitteilung, dass die Bewegungen am Hängegletscher Weisshorn Ost bereits seit Ende Juni genauer überwacht würden. Zu diesem Zeitpunkt sei auch der Gefahrenperimeter definiert worden. Am Montag hätten die Bewegungen jedoch deutlich zugenommen, die Situation werde nun mehrmals täglich überprüft.
Der Bergsturz von 1991
Bei Randa im Mattertal ereignete sich vor mehr als dreissig Jahren einer der grössten Felsstürze in Europa im 20. Jahrhundert. In drei Phasen stürzten laut dem Forschungszentrum für die alpine Umwelt (Crealp) im Frühjahr 1991 30 Millionen Kubikmeter Gestein in Richtung Tal. Das Dorf Randa liegt im Mattertal, das Visp mit Zermatt verbindet. Die Erdrutsche stauten den Fluss Mattervispa. Teile des Dorfes Randa standen unter Wasser, Strassen und Schienen wurden beschädigt, eine mehrere Zentimeter dicke Staubschicht bedeckte das Tal.
Das Ereignis sorgte dafür, dass in der Schweiz neue Technologien und Massnahmen zur Früherkennung von Felsstürzen entwickelt wurden.

Bagger und LKW räumen Gestein im Bergsturzgebiet bei Randa im Mattertal weg, aufgenommen im August 1991.
STR / Keystone




Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.