Zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gibt es viel Medienwirbel um die AfD. Doch was den Fernsehzuschauern am Sonntagabend angeboten wird, hat eine besondere Note: Die beiden AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla geben am Sonntag fast zeitgleich große Sommerinterviews im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Erst wird Chrupalla um 18 Uhr im „ARD-Sommerinterview“ von Markus Preiß befragt, dem Studioleiter und Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio. Um 19.10 Uhr startet das „ZDF-Sommerinterview“ mit Weidel, geführt von der Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios, Diana Zimmermann.
Geballte AfD-Präsenz zur besten Sendezeit? Beteiligte geben sich im Vorfeld nachdenklich bis zerknirscht. Nicht gerade ideal sei diese Planung, aber wegen Terminproblemen sei es zu dieser Lösung gekommen. Aber auch bei der AfD sind sie nicht wirklich glücklich über die Doppel-Vorstellung.
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Warum sind die AfD-Chefs Weidel und Chrupalla parallel im Sommerinterview bei ARD und ZDF?
Die ARD erklärt die Sache so: „Zu den Sommerinterviews sind der Bundeskanzler sowie die Parteivorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen. Sofern es zwei Parteivorsitzende gibt (AfD, Grüne, SPD, Linke), geht ein Parteivorsitzender zur ARD und einer zum ZDF“, sagte eine Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios unserer Redaktion. „Für gewöhnlich finden dabei nicht am gleichen Tag Interviews mit den Parteivorsitzenden einer Partei statt. Manchmal lassen die Terminkalender jedoch keine andere Wahl. So kommt es in diesem Jahr aus terminlichen Gründen zu dieser Überschneidung.“
Ähnlich die Erklärung, die ein danach befragter Sprecher beim ZDF abgibt: „Für gewöhnlich finden nicht am gleichen Sonntag Interviews mit den beiden Vorsitzenden einer Partei statt. Am nächsten Sonntag kommt es leider aus terminlichen Gründen zu dieser Überschneidung.“
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Wem die geballte AfD-Ladung nützt, ist offen: Beim letzten Mal gab es Widersprüche
Aber auch bei der AfD hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Die Terminsuche stellt Sender und auch die Politiker vor gewisse Herausforderungen“, sagt Weidels Sprecher Daniel Tapp unserer Redaktion. „Es sind zwei verschiedene Sender mit zwei verschiedenen Büros auf Terminsuche, da kann es passieren, dass die beiden AfD-Vorsitzenden am selben Tag die Interviews absolvieren.“ Auch wenn das für die Zuschauer sicher ungünstig wirken könne, habe jeder über die Mediatheken die Möglichkeit, die Interviews gegebenenfalls später anzusehen.
Wem die geballte AfD-Ladung im TV wirklich nützt oder vielleicht auch schadet, ist indes offen. Weidel und Chrupalla stehen, man hat es beim jüngsten AfD-Parteitag in Erfurt gesehen, parteiintern in gewisser Konkurrenz. Wer von den beiden seine Sache besser macht, ist deshalb am Sonntag eine interessante Frage, auch für AfD-Anhänger.
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Diese Situation gab es schon einmal vor zwei Jahren. Damals war die politische Stimmung allerdings längst nicht so aufgeladen wie heute: Im Juli 2024 interviewten ARD und ZDF die beiden AfD-Chefs ebenfalls am selben Abend, medial wurden anschließend deutliche Differenzen zwischen den Vorsitzenden ausgeleuchtet. Chrupalla und Weidel widersprachen einander bei einer möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht. Während Chrupalla in der ARD „jetzt aktuell gegen die Einführung der Wehrpflicht“ war, argumentierte Weidel im ZDF dafür.

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