Der 1. FC Wülfrath ist beim SV Burgaltendorf zu Gast.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Der SV Burgaltendorf hat das Topspiel der Bezirksliga am Freitagabend gegen den 1. FC Wülfrath mit 1:0 gewonnen und ist als glücklicher Sieger aus einer hochspannenden Partie hervorgegangen. Von Beginn an war es ein Duell zweier Favoriten, in dem Wülfrath zunächst dominant aufgetreten ist. Der FCW ließ den Ball ruhig im Aufbau laufen und erspielte sich früh Chancen: Erst schoss Leon Bachmann vor 200 Zuschauern über das Tor, dann traf Timo Mehlich nach einem Lupfer nur den Pfosten.
Burgaltendorf stand kompakt im 4-4-2, setzte auf frühes Pressing und Konter. Die größte Gelegenheit für die Hausherren vor der Pause hatte Laurin Kamperhoff, der nach einem starken Lauf in den Strafraum aus halblinker Position am überragend reagierenden Keeper Marvin Oberhoff scheiterte.
Mit zunehmender Spielzeit fand Burgaltendorf besser zusammen, kam zu mehreren Ecken und gefährlichen Flügelszenen, vor allem durch den schnellen Williams JR. Wülfrath blieb aber insgesamt die Mannschaft mit den klareren Chancen: Mehlich vergab gleich mehrfach aus spitzem Winkel, Bachmann prüfte Wagner mit einem Distanzschuss, den der Torhüter gerade noch über die Latte lenkte. Zur Halbzeit stand es dennoch 0:0 – ein Ergebnis, das dem Spielverlauf nicht ganz entsprach, aber von den Zuschauern mit „Das ist den Eintritt wert“ kommentiert wurde.
Top-Spiel in der Bezirksliga: Wülfrath drückt, Burgaltendorf trifft
Im zweiten Durchgang erhöhte Wülfrath den Druck deutlich. Hasan Ülker, Vedran Beric und Timo Conde sorgten immer wieder für Gefahr, Burgaltendorf wurde phasenweise im eigenen Strafraum eingeschnürt und verlegte sich auf Konter. Eine umstrittene Szene sorgte für besonders viel Ärger beim FCW-Anhang: Ülker wurde bei einem Angriff in Überzahl ohne Ball gelegt, doch Schiedsrichter Kastner ließ weiterspielen, die Gäste forderten eine rote Karte.
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Burgaltendorf nutzte die wenigen Entlastungsmomente konsequent. Nach mehreren Ecken und einem Kopfball von Kevin Barra, dem der nötige Druck fehlte, brachte schließlich eine Standardsituation die Entscheidung: Leon Metke traf in der Schlussphase per direkter Ecke zum 1:0. In den letzten Minuten warf Wülfrath alles nach vorne, holte Ecken, brachte den Keeper mit nach vorn und vergab durch Conde und Bachmann noch zwei hochkarätige Möglichkeiten. Ein Distanzschuss, der im Tor landete, zählte wegen Abseits nicht – hektische Szenen an der Windmühle, aber kein Ausgleich.
Verwandelte eine Ecke direkt für den SV Burgaltendorf: Leon Metke.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl
Am Ende stand ein knappes 1:0, mit dem Burgaltendorf seinen zweiten Saisonsieg feierte, während Wülfrath trotz vieler Chancen mit leeren Händen vom Platz ging.
„Es war für die Bezirksliga ein unfassbar gutes Spiel. Sehr intensiv. Für mein Mannschaft war es sehr schwer, weil wir gerade so eine kleinen Kader haben. Aber was die Jungs gerade schaffen, ist unfassbar stark und nicht in Worte zu fassen. Aber Wülfrath ist bärenstark, sie hatten auch mehr Spielanteile. Wir haben es aber unfassbar gut wegverteidigt und waren aggressiv gegen den Mann. Da wussten wir, dass Wülfrath darauf nicht so viel Bock hatte“, so Burgaltendorf-Trainer Andreas Krippel. Unter anderem fehlt aktuell Stürmer Michael Siminenko.
Wülfraths Trainer geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht
Sein Gegenüber Joscha Weber ärgerte sich: „Meiner Meinung nach war Burgaltendorf aufgrund unserer Nachlässigkeiten drückend. Wir haben zu viele Standards hergeschenkt, dabei wussten wir um die Qualität von ihnen dabei. Wir hatten glaube ich zwölf Ecken gegen uns. Da war es die Frage der Zeit, wann eine reingeht.“ Dennoch fand er, dass sein Team die besseren Chancen hatte. Die Abseitssituation empfand er als Fehlentscheidung. „Aber es war von uns auch zu wenig. Der Gegner hat uns viel angeboten im letzten Drittel, da waren wir jedes Mal zu unsauber. Wenn wir das Spiel so im letzten Drittel angehen, reicht es nicht. Da erwarten wir viel mehr von den Jungs, die auf dem Platz standen.“
War unzufrieden mit seinem Team: Wülfraths Trainer Joscha Weber.© FUNKE Foto Services | Thomas Gödde
An der Qualität könne es nicht liegen, dennoch sei sein Team zu überhastet. „Es fehlte die letzte Durchschlagskraft und die letzte Überzeugung im Abschluss. Wir bekommen die Chancen, aber am Ende fehlt die letzte Gier, das Tor reinzumachen.“

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