Zwei Freistöße von Klara Bühl (r.) brachten die Bayern gegen Union auf die Siegerstraße.
Foto: Elisa Schu/dpa
Es war alles angerichtet An der Alten Försterei. Das Auftaktspiel zur 37. Bundesliga-Saison der Frauen zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC Bayern München wollten 17 083 Besucher sehen. Damit stellten die Unionerinnen gleich mal einen neuen Vereinsrekord für Heimspiele im Oberhaus auf.
Die Stimmung in Köpenick, zu der auch eine große Choreografie auf der Gegengeraden gehörte, beeindruckte selbst die Gäste. »Es herrschte eine großartige Atmosphäre. Das ist fantastisch für die Bundesliga. Der Gegner hat uns auch einige Schwierigkeiten gemacht«, sagte Bayern-Trainer José Barcala.
Der Spanier lobte die Entwicklung der Frauenabteilung von Union. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Berlinerinnen ein ernsthafter Gegner für den FC Bayern werden, der zuletzt viermal in Folge die Meisterschaft erringen konnte und aktuell auch noch als Pokalsieger daherkommt.
Bayern in beeindruckender Frühform
Im April hatten die Bayern durch einen knappen 3:2-Erfolg bei Union den Meistertitel rechnerisch perfekt gemacht. Am Freitagabend stellten sie durch einen verdienten 4:1-Sieg klar, dass auch in dieser Saison mit dem FCB zu rechnen ist. Nach dem klaren 3:0-Erfolg in der Vorwoche im Supercup-Finale gegen Vizemeister VfL Wolfsburg bestätigten die Münchnerinnen in Berlin eindrucksvoll ihre Frühform.
Doch auch Union will in dieser Saison oben angreifen. Vom Meistertitel spricht in Köpenick zwar noch niemand, dafür soll es aber möglichst bald internationale Begegnungen mit eiserner Beteiligung geben. Dafür müsste mindestens Platz drei in der Bundesliga her. Dafür bräuchte es allerdings eine deutlich geringere Fehlerquote als gegen München.
»Wir haben uns etwas ganz anderes vorgenommen. Trotzdem möchte ich das Ergebnis nicht überbewerten, weil es einfach viele Standardgegentore waren«, sagte Vizekapitänin Samantha Steuerwald. »Das werden wir uns anschauen und daraus auf jeden Fall lernen. Das Ziel nächste Woche in Freiburg wird sein, drei Punkte zu holen und kein Standardtor zu kassieren.«
Zwei Freistöße entscheiden das Spiel
Ein ruhender Ball zog Union nach einer starken Anfangsphase mit sehr guten Möglichkeiten durch Eileen Campbell und Tomke Schneider den ersten Zahn. Nationalspielerin Klara Bühl zirkelte nach 26 Minuten einen direkten Freistoß mit Schmackes in die rechte Torecke. Dabei machte Unions Torfrau Cara Bösl, die die Vorbereitung verletzungsbedingt nicht voll absolvieren konnte, keine gute Figur. Zum einen gab es eine Mauer, die lediglich aus drei Spielerinnen bestand, zum anderen ging die Kugel in die Torwartecke.
Auch das vorentscheidende 0:3 nach einer Stunde sollte nach einem Freistoß von Bühl fallen. Diesmal flankte die 25-Jährige den Ball in den Strafraum, in der Mitte segelten gleich mehrere Spielerinnen unter dem Ball hindurch, sodass Bayern-Kapitänin Glodis Viggosdottor die Kugel am zweiten Pfosten aus nächster Nähe halb im Liegen über die Linie drücken konnte.
Neuzugänge machen Lust auf mehr
Bei Union gehörten mit Verteidigerin Jill Janssens (TSG Hoffenheim), den Mittelfeldspielerinnen Lisanne Gräwe und Jella Veit (beide Eintracht Frankfurt) sowie Angreiferin Leela Egli (SC Freiburg) erwartungsgemäß vier der fünf Neuverpflichtungen zur Startformation. Sie zeigten durchaus, dass sie das Niveau des Teams anheben können. Gräwe führte Regie, Janssens und Veit zeigten sich bissig. Allerdings unterlief Egli vor dem 0:2 durch Pernille Harder unmittelbar zu Beginn der zweiten Hälfte ein haarsträubender Fehlpass.
Hoffnung keimte noch einmal nach dem Treffer zum 1:3 in der 79. Minute durch die eingewechselte Nele Bauereisen auf. Doch zum möglichen Anschlusstreffer kam es trotz der offensiven Ausrichtung unter der neuen Union-Trainerin Marie-Louise Eta nicht mehr.
Stattdessen setzte es durch Sophie Proost in der 90. Minute sogar noch das 1:4. »Am Ende haben immer wieder in Spielphasen Kleinigkeiten gefehlt. Es war nicht alles schlecht. Klar sind wir enttäuscht über das Ergebnis. Aber wir können auch viele positive Dinge mitnehmen«, sagte Eta. Das traf auch auf die eindrucksvolle Unterstützung der Union-Fans bei der langen Ehrenrunde nach dem Abpfiff zu.

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