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Berliner Morgenpost · Aug 26, 2026

Afghanistan fünf Jahre nach den Taliban: Sicherer, aber nicht freier

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Alexander Baumeister · Berliner Morgenpost

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban hat sich Afghanistan grundlegend verändert. Die großen Kämpfe sind in vielen Teilen des Landes abgeflaut, die Sicherheitslage hat sich verbessert und es wird wieder gebaut. Gleichzeitig leben viele Menschen in Armut, die Arbeitslosigkeit ist hoch – und Frauen und Mädchen sind von höherer Bildung ausgeschlossen.

In dieser Folge von „Im Krisenmodus“ spricht FUNKE-Kriegsreporter Jan Jessen mit Menschen, die sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der neuen Realität machen.

In Kabul trifft Jan die Lehrerin Rohina Popalzai. Ihre Schwester musste ihr Medizinstudium abbrechen. Rohina erzählt von Frauen, denen Bildungs- und Berufsperspektiven genommen wurden – und von ihrer vorsichtigen Hoffnung auf eine Veränderung.

In der Provinz Logar trifft Jan den Ziegeleibesitzer Abdul Rahman Bhatti. Sein Geschäft ist in den vergangenen fünf Jahren gewachsen. Er erlebt die verbesserte Sicherheitslage als Voraussetzung dafür, dass Menschen zurückkehren und wieder Häuser bauen.

Wie begrenzt diese Sicherheit sein kann, erlebt Jan in der Grenzprovinz Paktia. Dort steht der Arzt Fathullah vor den Trümmern seines Hauses. Bei einem Luftangriff stirbt sein 14-jähriger Bruder. Fathullah und seine Frau werden schwer verletzt. Fathullah berichtet außerdem von einem zweiten Angriff auf Menschen, die den Verletzten helfen wollten.

Was haben fünf Jahre Taliban-Herrschaft für Afghanistan verändert? Und für wen ist das Land tatsächlich sicherer geworden?

In dieser Folge zu hören

Jan Jessen – Politikchef der NRZ und Kriegs- und Krisenreporter der FUNKE Mediengruppe

Rohina Popalzai – Lehrerin und Sprecherin einer staatlichen Schule in Kabul

Abdul Rahman Bhatti – Ziegeleibesitzer aus der Provinz Logar

Fathullah – Arzt aus der Provinz Paktia und Überlebender eines Luftangriffs auf sein Haus

Kapitel

01 | Was hat sich unter den Taliban verändert?

Fünf Jahre nach der Machtübernahme reist Jan Jessen durch Afghanistan. Das Land ist in vielen Teilen sicherer geworden – gleichzeitig prägen Armut, Arbeitslosigkeit und massive Einschränkungen für Frauen den Alltag.

02 | Rohina Popalzai: Frauen ohne Studium

Die Lehrerin aus Kabul über Mädchenbildung, fehlende berufliche Perspektiven und ihre Schwester, die ihr Medizinstudium abbrechen musste.

03 | Abdul Rahman Bhatti: Warum wieder gebaut wird

Ein Ziegeleibesitzer in Logar über steigende Nachfrage, zurückkehrende Afghanen und die wirtschaftlichen Folgen der verbesserten Sicherheitslage.

04 | Fathullah: Ein Luftangriff auf seine Familie

Der Arzt aus Paktia über den Angriff auf sein Haus, den Tod seines 14-jährigen Bruders und einen zweiten Angriff auf Menschen, die helfen wollten.

05 | Für wen ist Afghanistan sicherer?

Drei Begegnungen zeigen die Widersprüche nach fünf Jahren Taliban-Herrschaft: mehr Sicherheit und Bautätigkeit auf der einen Seite, weniger Freiheit für Frauen und neue militärische Gewalt auf der anderen.

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