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Berliner Morgenpost · Aug 22, 2026

Merz im Waldbrandgebiet: Buh-Rufe und Pfiffe – Kommt er zu spät?

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Martin Nefzger · Berliner Morgenpost

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hätte sich für seinen ersten Arbeitstag nach seinem dreiwöchigen Sommerurlaub wohl angenehmere Termine vorstellen können: Am Samstag besuchte er Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen, wo während seiner Abwesenheit ein Waldbrand tobte. Kritiker bemängelten schon während der Löscharbeiten, dass der Kanzler seinen Urlaub nicht unterbrach, um vor Ort zu sein. Nun wurde Merz zum Teil mit Buh-Rufen und Pfiffen empfangen.

Kritik an Merz: „Der Wald brennt und Friedrich pennt“

Vor Ort waren während Merz‘ Besuch rund 200 Anwohnerinnen und Anwohner. Viele von ihnen hielten kritische Plakate in die Luft. Darauf zu lesen: „Der Wald brennt und Friedrich pennt“ oder „Kommst du erst jetzt? Zu spät“. Während seiner Rede ging der Bundeskanzler kurz auf die Demonstranten ein, zeigte sich aber wenig selbstkritisch: „Ich lasse mich von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken“, erklärt er. „Ich spreche mit denen, die nicht schreien, mit denen, die arbeiten. Ich spreche mit allen, die helfen.“

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Unterstützung erhielt Merz derweil von Landrat Ralf Nolten (CDU): Der Bundeskanzler habe sich schon früh bei ihm gemeldet, er habe ihm aber gesagt: „Kommen Sie danach.“

Während seines Besuchs dankte Merz allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. „Ohne die Zusammenarbeit zwischen allen diesen Beteiligten wäre das nicht so glimpflich ausgegangen“, sagte er mit Blick auf die vielen, auch ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk sowie von der Bundeswehr und aus der Land- und Forstwirtschaft. Der Kanzler sprach von „großartigen Organisationen“ und unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes: „Ohne die zahlreichen Menschen, die Millionen Menschen in Deutschland, die in den ehrenamtlichen Tätigkeiten unterwegs sind, könnten wir unser Gemeinwesen nicht aufrechterhalten.“

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Klar positionierte sich Merz in NRW in Sachen Klimaschutz: „Wir werden alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen“, erklärte er. Brände wie in Hürtgenwald seien dessen Folgen. „Und ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist“, sagte er weiter. Gleichzeitig räumte er ein, man müsse auch mit dem Klimawandel leben lernen.

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Die Opposition hatte Merz während seiner Abwesenheit im Zuge der Hitzewelle Untätigkeit bei der Bekämpfung des Klimawandels vorgeworfen. So sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge bei RTL und ntv: „Friedrich Merz scheint zu hoffen, wenn er im Urlaub ist und niemand ihn sieht, auch niemand auf die Idee kommt, dass er zuständig sein könnte, die Folgen der Klimakrise zu bekämpfen.“

mit dpa

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