Der Ärztemangel ist eines der wichtigsten Themen für die Linken in Treptow‑Köpenick. Als eine der größten Herausforderungen im Bezirk für die kommenden Jahre nannte Carolin Weingart das Thema, als die Morgenpost sie vor wenigen Wochen zu ihrer Kandidatur bei der BVV-Wahl am 20. September fragte. Als Stadträtin für Gesundheit kennt sie die Probleme. Eines davon ist, dass viele Haus- und Fachärzte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, ohne dass ausreichend Nachfolger bereitstehen.
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„Hier müssen wir als Bezirk und das Land Berlin gegensteuern – beispielsweise durch die Förderung von Stadtteilgesundheitszentren, um eine verlässliche und barrierefreie Versorgung in allen Ortsteilen zu sichern“, erklärte Carolin Weingart. Ihre Partei will nun im Wahlkampf noch einmal gezielt auf den Ärztemangel aufmerksam machen.
Ärztemangel in Treptow-Köpenick: Monatelange Wartezeiten und Aufnahmestopps
Dazu laden die Linken am kommenden Mittwoch, 26. August, von 17 bis 20 Uhr auf den Ehrenfelder Platz in Altglienicke ein. Mit dabei: Lena Fries, Direktkandidatin für das Berliner Abgeordnetenhaus, Stadträtin Carolin Weingart und der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi. Auch Kirsten Schubert vom Gesundheitskollektiv Neukölln, Andreas Umgelter, ein ehemaliger Chefarzt und jetzt Linken-Kandidat für die Abgeordnetenhaus-Wahl im Bezirk Mitte, sowie Claus Treppte, Initiator der Unterschriftensammlung für eine bessere Ärzteversorgung, schließen sich an.
Gesundheitsstadträtin Carolin Weingart sieht den Ärztemangel als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre in Treptow-Köpenick.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
„Wer in Altglienicke oder Bohnsdorf eine Hausärztin, einen Kinderarzt oder eine Facharztpraxis sucht, kennt das Problem: monatelange Wartezeiten, Aufnahmestopps, weite Wege quer durch Berlin. Während die Kieze im Südosten wachsen, bleibt die Versorgung auf der Strecke“, heißt es in der Ankündigung der Linken. Nachbarn hätten bereits mehr als 2000 Unterschriften gesammelt. Jetzt werde dieser Protest auf die Straße getragen.
Plänterwald als positives Beispiel für Altglienicke und Bohnsdorf
„Wir werden nicht akzeptieren, dass wir im Berliner Südosten monatelang auf einen Arzttermin warten, während Charlottenburg-Wilmersdorf oder Steglitz-Zehlendorf deutlich besser versorgt sind. Gesundheit darf weder vom Geldbeutel noch vom Wohnort abhängen“, meint Lena Fries. Sie verweist auf den Ortsteil Plänterwald. Dort sei es gemeinsam mit Nachbarn gelungen, durch öffentlichen Druck einen neuen Hausarzt für den Kiez zu gewinnen. An diese Erfolge solle angeknüpft und das Gleiche auch in Altglienicke und Bohnsdorf erreicht werden.
„Wir haben die Nase voll, dass der Senat immer nur feststellt, dass die Versorgung schlecht ist. Wir brauchen endlich Konsequenzen: mit kommunalen Gesundheits- und Sorgezentren, Gemeindeschwestern, einem Ärztebus für unterversorgte Ortsteile und bezahlbaren Praxisräumen“, stellt Lena Fries die Ideen ihrer Partei vor. Außerdem soll die 2025 eingeführte Praxisraum-Börse in Treptow-Köpenick noch attraktiver gestaltet werden. Über dieses Online-Portal haben Ärzte und Anbieter von Gewerberäumen die Möglichkeit, ihre Bedarfe und Angebote zu registrieren und direkt in Kontakt zu kommen.
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In Altglienicke haben sich die Linken bereits in der Nachbarschaft vernetzt und dort auch schon gemeinsam gegen die Gesundheitsreform protestiert. Sie zitieren in ihrer Protestankündigung auch eine Bewohnerin des Kosmosviertels, Gudrun B. Ihrer Auskunft nach gab es dort früher vom Hautarzt über die Chirurgin bis zum Kinderarzt alles direkt vor der Tür. Heute aber gebe es für die etwa 6000 Menschen in der Großwohnsiedlung nur noch eine Hausärztin, die eigentlich in ihren wohlverdienten Ruhestand gehen will.

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