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Berliner Morgenpost · Aug 21, 2026

Augen auf am Müggelsee: Spektakuläre Geburtstagsparty auf dem Wasser

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Philipp Hartmann · Berliner Morgenpost

Wer am kommenden Samstag einen Ausflug zum Müggelsee macht, sollte die Augen aufhalten. Denn dann gibt es etwas nicht Alltägliches zu sehen. Der Seglerverein Rahnsdorf 1926 feiert seinen 100. Geburtstag – und will dazu mit all seinen 80 vorhandenen Booten zu einer Geschwaderfahrt starten. Um 11.30 Uhr sollen die Segelboote in Richtung Großer Müggelsee aufs Wasser gehen.

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In seiner 100-jährigen Geschichte hat der Seglerverein Rahnsdorf, der heute 130 Mitglieder hat, viel erlebt. Olympiateilnehmer, Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister hat der Klub, der seinen Sitz nahe der Lost-Place-Insel Müggelwerder hat, hervorgebracht. „Allerdings zählen nicht allein die sportlichen Erfolge: Der starke Gemeinschaftswille der Vereinsmitglieder und natürlich die Liebe zum Segelsport sind das Geheimnis des langjährigen Bestehens“, heißt es in einer Mitteilung.

Seglerverein Rahnsdorf 1926: Das ist die Geschichte des Vereins

„Einen besseren Ort hätten die Gründer vor hundert Jahren wohl kaum finden können: den anspruchsvollen Müggelsee vor der Haustür und die ruhigen Rahnsdorfer Bänke zum Festmachen“, schreibt Uwe Geißler. Er hat sich mit der Geschichte des Vereins, mit dem er seit seiner Kindheit verbandelt ist, auseinandergesetzt. Seinen Informationen zufolge gründeten 21 Segelenthusiasten am 13. Juli 1926 den Seglerverein Rahnsdorf. Diese hätten kein Geld, dafür aber viel Mut und Energie gehabt. Die damals fälligen 44.000 Reichsmark für das Wassergrundstück wurden demnach über einen Kredit finanziert.

Wie Uwe Geißler weiter schreibt, entstanden damals innerhalb von zwei Jahren Stege und Bootsschuppen. Bereits in den 1930er-Jahren habe sich ein „reges Vereinsleben“ entfaltet. „Der Krieg ließ Vereinshaus und Boote zum Glück unversehrt. Ein Feuer nach einem Luftangriff der Alliierten konnte von den Frauen des Vereins, die Tag und Nacht Brandwachen hielten, rechtzeitig gelöscht werden“, blickt er zurück.

Sommerserie: Müggelsee

Der Große Müggelsee ist ein beliebtes Segelrevier. Bei starkem Wind kann es hier aber auch schon mal richtig ungemütlich werden.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Dann begann die Zeit als Betriebssportgemeinschaft. Unter wechselnden Vereinsnamen wie BSG Motor Ost, TSG Oberschöneweide und BSG Fernsehelektronik habe sich eine feste Gemeinschaft entwickelt. Die Rahnsdorfer hätten sich damals einen Ruf als starke Regattasegler erarbeitet. Zahlreiche Titel bei Berliner und DDR-Meisterschaften zeugten davon. 1974 wurden Ilja Wolf und Bernd Klenke aus dem Verein sogar Weltmeister.

Diese Probleme machen den Wassersportlern am Müggelsee zu schaffen

Auch die Jugendgruppe des Vereins galt immer als stark. So habe das Trainingszentrum an den Bänken viele junge Segler aus anderen Vereinen angezogen. Zahlreiche Siege bei DDR-Meisterschaften und Spartakiaden seien das Ergebnis gewesen. „Auch nach der Wiedervereinigung wurde die Jugendarbeit erfolgreich fortgesetzt. Aus der Rahnsdorfer Trainingsgruppe erwuchsen drei Olympiateilnehmer.“ Heute kümmert sich ein teilzeitangestellter Trainer gemeinsam mit engagierten Eltern um das Jugendtraining.

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Zu schaffen machen dem Verein derzeit „überzogene Umweltauflagen“. Auch die „Verflachung der Einfahrt zum Müggelsee“ sei ein Problem. Der Seglerverein Rahnsdorf habe deshalb sogar das Ausbaggern selbst organisiert und finanziert und sei dafür auch in Zukunft zuständig.

Auch wenn der Verein noch immer jährlich Regatten wie den Opti-Pokal und Müggelpokal organisiert, geht die aktive Regattatätigkeit außerhalb des Jugendbereichs zurück. „Viele Mitglieder sind Gelegenheitssegler, kommen bei schönem Wetter vorbei für einen Schlag auf den See“, so Geißler. Vor Ort sei es so sicher, dass man sein Boot auch einfach nur mit Schnürsenkeln anbinden könne. So habe neulich der Hafenmeister eine neue Sportsfreundin begrüßt.

Von wo aus Schaulustige die Segelboote beobachten können

Die Jubiläumsfeier am Samstag auf dem Vereinsgrundstück An den Bänken 44, zu der auch Gäste wie Bürgermeister Oliver Igel (SPD), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Thomas Härtel, der Präsident des Landessportbundes Berlin, vorbeischauen, ist nicht öffentlich.

Laut Vereinsvorstand Michael Förster werden Schaulustige die Segelboote aber sowohl vom Strandbad Müggelsee als auch von der Hafenbar am Spreetunnel und von Rübezahl aus gut sehen können. Die Geschwaderfahrt soll ihm zufolge etwa anderthalb Stunden dauern. „Das reicht sicherlich, um eine schöne Runde zu drehen“, sagt er im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Angesagt sei gutes Wetter bei 22 Grad.

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Den Müggelsee würde Michael Förster im Übrigen nicht als gefährliches Gewässer bezeichnen, auch wenn der Wind dort schon mal sehr stark sein könne. Wellen von etwa einem Meter Höhe seien möglich. „Kanus können dann schon mal volllaufen“, berichtet er. Auch Hausboote unterschätzten den Wind immer wieder. Sie treiben dann ab und müssen von der DLRG gerettet werden. Wichtig sei es, immer vorbereitet zu sein und zumindest Rettungswesten dabei zu haben.

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