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meine Postkarte für mehr Leichtigkeit · Oct 13, 2025

Needs, Wants, Future Me

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Maren · meine Postkarte für mehr Leichtigkeit

Liebe Leserin,

Ich habe in den letzten Postkarten meine Erfahrungen geteilt, wie ich Entscheidungen mit Bedacht treffe, Posteingänge kuratiere und mir der Flüchtigkeit meiner Zeit bewusst werde. Nun, da du meine Orientierungspunkte kennst und vielleicht selbst Erfahrungen damit gemacht hast, ist es Zeit, die Landkarte auszurollen. Ich möchte dich in den kommenden Wochen auf meine Reise mitnehmen, die einzelnen Landschaften der Lebensbereiche genauer zu kategorisieren.

Es gibt viele Ansätze dafür, doch ich kehre immer wieder zur 50/30/20-Regel zurück. Du bist ihr vielleicht schon begegnet. Sie ist eine bekannte Methode, um Finanzen aufzuräumen, und wurde von der Ökonomin Elisabeth Warren in ihrem Buch All Your Worth beschrieben. Zwar zielt die Lektüre auf den US-amerikanischen Mittelstand, doch die Grundlagen lassen sich auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen.

Im Kern geht es darum, das monatlich zur Verfügung stehende Geld in drei große Ausgabenkategorien zu sortieren: Needs (Notwendigkeiten), Wants (Wünsche) und Future Me (Zukunftsvorsorge). Ich selbst wende diese Logik seit der Pandemie auf meine Finanzen an. Das Ergebnis: Ich verschwende keine Zeit mehr mit kleinteiliger Haushaltsbuchführung.

Über die Jahre habe ich herausgefunden, dass sich diese Kategorien elegant auf den (Arbeits-)alltag übertragen lassen. Die zentrale Frage, die ich mir stelle: Wie viel meiner Lebenszeit und Energie möchte ich wofür einsetzen? Ich unterscheide klar zwischen dem, was notwendig ist (Needs), was ich mir wünsche (Wants), und was mein zukünftiges Ich braucht (Future Me).

Diese klare Kategorisierung lässt Prioritäten entstehen. Die Aufgabenlisten sortieren sich dadurch fast automatisch. Natürlich stehen Aufgaben und Prioritäten im Alltag weiterhin in Konkurrenz zueinander. Doch das Entscheidende: Du kannst das Wichtige vom Dringenden trennen.

Die erste elegante Handlung: Die Bestandsaufnahme

Doch wo beginnst du? Die Antwort ist so klar wie bei den Finanzen: mit der Bestandsaufnahme. Expertinnen raten beim Aufräumen der persönlichen Finanzen, die Einnahmen und Ausgaben der letzten drei bis sechs Monate auszuwerten.

Ähnlich verfahren wir mit unserer Zeit. Du schaust genau hin: Wie verteilst du deine Stunden auf die Hauptbereiche deines Lebens? Notiere deine Blöcke: Wie viel geht für Anstellung, Ehrenämter, Regeneration oder Weiterbildung auf? Welche logistischen Ressourcen beanspruchen diese Aufgaben? Denk an die Fahrzeiten, die mentale Vorbereitung oder die Nacharbeit – sie sind genauso kostbare Posten wie Laptop oder Apps.

Momentaufnahme der Zeitauswertung: Meine Aufteilung jetzt

Wie sieht diese Bestandsaufnahme konkret bei mir aus? Dies ist meine aktuelle Momentaufnahme: Ich arbeite in einer Anstellung, 32 Stunden wöchentlich. Davon verbringe ich zwei Tage in der Geschäftsstelle, zwei im mobilen Arbeiten. Allein diese Mobilität schlägt mit sechs Stunden Fahrzeit zu Buche. Ergänzend benötige ich derzeit 20 Stunden für das THW-Training, 5 Stunden für Yoga, 10 Stunden für das Wandern und 4 Stunden für diese Postkarte. Hinzu kommt die Regeneration: acht Stunden Schlaf pro Nacht. Der verbleibende Rest ist zur freien Verfügung bzw. für lästige Erwachsenendinge wie Haushalt.

Die Energie-Bilanz: Der 80%-Akku

Das ist die reine Zeit. Doch die entscheidendere Währung ist die Energie. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich stehe selten mit 100 % Akku auf. Realistisch sind eher 80 %. Das zwingt mich, klug abzuwägen, wie viel Energie ich wofür aufbringe, um den Tag zu meistern. Ich kann nach einem Tag mit sieben Stunden Präsenz in der Geschäftsstelle nicht erwarten, mich abends noch mit voller mentaler Kapazität auf eine anspruchsvolle Prüfung vorzubereiten. Solche tiefgründigen Aufgaben reserviere ich für die mobilen Arbeitstage, wo auch die Needs-Aufgaben luftiger konzipiert sind.

Ich möchte dich auf die sieben Postkarten bis Weihnachten mitnehmen, um diese Needs, Wants und Future Me-Kategorien zu vertiefen. Ich werde mit der Bestandsaufnahme beginnen. Danach schaue ich in die Needs: Wie schaffe ich finanzielle Souveränität, und welche Abläufe im Büro sind unverzichtbar? In den Wants geht es um bewusstes Ausgeben und die Zeit für meine kreativen Wünsche. Zuletzt sichere ich mein Future Me ab: mit kluger Vorsorge und dem Aufbau langfristiger Kompetenzen.

Ich lade dich ein, diese Reise zu mehr Leichtigkeit mit mir zu gehen.

Meine erste Empfehlung ist keine Überraschung: “All Your Worth” von Elisabeth Warren. Lass dich nicht vom Fokus auf den amerikanischen Mittelstand ablenken. Die Besonderheit liegt in der Einfachheit ihrer drei Kategorien: Needs, Wants und Future Me.

Das zweite Buch knüpft nahtlos an Elisabeth Warre an. “Your Attention is Sacred” von Amelia Hruby, strukturiert nicht die Finanzen, sondern deine Aufmerksamkeit und wie Ökonomie mit diese Währung umgeht.

Ich lade dich zu deiner persönlichen Bestandsaufnahme ein.

  • Die Geländevermessung (Orte & Werkzeuge): Beginne mit der Verortung deiner Arbeit. Nimm dir einen stillen Moment und markiere auf deiner gedachten Landkarte, an wie vielen Orten du arbeitest – und welche Geräte und Apps du dafür nutzt.

  • Die Infrastruktur (Der Ablage-Fluss): Wie sieht die Topografie deiner Papierablage aus und wie verhält sich deine digitale Ordnerstruktur dazu?

  • Die Quellen der Auffüllung (Regeneration): Zeichne die Oasen ein. Betrachte deine Regeneration als nicht verhandelbaren Need und frage dich: Wie sehen deine festen, aktiven Rituale zur Wiederaufladung aus?

Bis nächste Woche.

Alles Liebe

Maren

Read the original on mehrleichtigkeit.substack.com

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