Na, wieso soll ich denn jetzt was für morgen vorbereiten, vielleicht was zum Essen oder etwas anderes machen, was es dann einfacher macht, Dinge in Zukunft zu genießen oder einfach Freude daran zu haben oder einem Probleme gar nicht erst zu machen? Stellen wir uns mal vor, wir würden alle nur das machen, was uns quasi für den Tag und für die Minute etwas bringt, dann würden wir vermutlich sehr wenig machen und auch dieses Gedankenspiel Kapitalismus würde dann ja zusammenbrechen, weil dann kauft ja auch niemand mehr etwas im Voraus etc.
Dann wäre es aber auch eine ziemlich traurige Welt, die wir um uns herum bauen. Weil dann hat man ja nichts mehr, worauf man sich freuen kann, oder auch einfach mal etwas machen, wovon man vielleicht selber auch nicht mehr unbedingt profitiert, oder einfach mal was machen, weil es halt richtig ist und sich vielleicht auch mal nie amortisiert. Muss sich dann wirklich immer alles nur monetär rechnen oder gibt es da auch noch andere Faktoren, die wichtig sind?
Vielleicht hat es die eine oder der andere schon gemerkt, auf was ich hinaus möchte, es handelt sich um Politik. Hier ist genau dieses Schema zu erkennen, es werden nur Dinge gemacht, die jetzt sofort etwas bringen oder von denen man vermutet, sie bringen einem was für die nächste Wahl, und bloß nicht weiterdenken, weil da habe ich ja selbst nichts mehr davon.
Genau in dieser Spirale befinden wir uns gerade und diese führt halt dann auch zu dem Phänomen, das wir gerade erleben, das Erstarken der politischen Ränder und der Extreme, und ob das etwas ist, was man möchte, ich glaube mal nicht. Aber wenn alle anderen quasi damit beschäftigt sind, nur auf die nächste Wahl zu schauen und nicht mehr quasi die Probleme lösen, die wirklich anstehen – und egal ob sie jetzt davon profitieren, und einfach mal das wissenschaftlich Validierte umsetzen –, dann braucht man sich halt auch nicht mehr zu wundern, dass es so ist, wie es ist, und diese Trostlosigkeit noch trostloser enden wird.

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