Woran man wirklich merkt, dass wir im Zeitalter der Enshittification leben, ist Eis
Ja, ganz normales Speiseeis. Früher gab es da echt coole Sorten, die auch nach etwas geschmeckt haben und bei denen man noch etwas für sein Geld bekommen hat.
Heute fängt es schon damit an, kauft man ein einzelnes Eis, zahlt man einen horrenden Preis im Vergleich zur 4er- oder 8er-Packung. Und natürlich – das ist das Erfolgsgeheimnis – zum normalen Preis kauft es ja keiner mehr. Dann gibt es halt diese Aktionen, wenn man zwei Packungen nimmt, kostet es weniger und bla bla. Klar, den Schmäh kennen wir alle. Hauptsache, der Preis bleibt hoch und irgendwann werden es die Leute schon schlucken.
Dann werden die Geschmacksrichtungen natürlich immer fader und das Eis selbst auch. Ich meine, es gab mal einen Plattfuß als Eis, der war auch noch richtig gut, schön cremig und so weiter. Was kriegen wir heute? Die absolute Standardware, dann auch noch billiger produziert und teurer verkauft. Einfach wunderbar.
Auch in den normalen Eisgeschäften, gibt es nur noch Premiumerzeuger und die Kugeln kosten Unsummen für ein Eis, das dann sehr oft nicht mal ansatzweise dem angepriesenen Erlebnis entspricht. Aber ja, das wird dann bezahlt, weil es halt auf Social Media die Runde macht. Ok super, freut mich, diese ach so magische Kugel schmeckt halt immer noch nicht wirklich dem Preis entsprechend.
Also selbst beim Eis merkt man, als Konsument wirst du, sobald du aus dem Haus gehst, von vorne bis hinten nur verarscht. Ein wunderbares Gefühl. Beim Eis geht das dann sogar leichter, weil Eis ja bekanntlich einen Nerv trifft, der im Hirn dazu führt, dass man entspannter ist. Dann verkraftet sich der hohe Preis für die mittelmäßige Qualität natürlich leichter. Deshalb bei der nächsten Kugel Eis vor dem Probieren meckern – weil danach ist man zu ruhig.

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