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Lob und Verriss · Aug 23, 2026

Buchmixer August 2026

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Herr Falschgold, Irmgard Lumpini, Anne Findeisen · Lob und Verriss

Max Goldt: Aber?

Ich als eingetragener Max-Goldt-Hörbuch-Ultra hab doch letztens tatsächlich mein erstes Max-Goldt-Buch-Buch gelesen und kann berichten: hervorragend ist es! Aber? …kein Aber! „Aber?“ heißt das Werk aus dem letzten Jahr, und warum der mittlerweile fast Siebzigjährige seine Werke nicht mehr zu brillanten Audiowerken verarbeitet, wissen wir nicht und nehmen es traurig zur Kenntnis. An der ebenso heftigen Brillanz der erzählten Anekdoten ändert das nichts. Goldt zeigt, dass man als alter weißer Mann nicht über Cancelei jammern muss, auch wenn man sich schon vor nunmehr 25 Jahren gegen das Gendern (genauer: die Verteufelung des generischen Maskulinums) stellte und da ordentlich Dresche bekommen hat. Aber die Meinung war so lustig vorgetragen, dass man da halt anders behandelt wird als, sagen wir, der dumme Dieter Nuhr. Und daher kann Max Goldt heute, zum Beispiel, immer noch seine Abneigung gegen Frauenfußball, intelligent und gleichmäßig nach allen Seiten verteilend, veröffentlichen. Der einzige Skandal ist der Preis von zwanzig fucking Euro für ein E-Book von 160 Seiten. Leute…

Max Gladstone: Dead Country

Für aktuell neun Euro ist man dagegen schon dabei, eine wirklich nice und entspannte und intelligente Fantasy-Trilogie zu beginnen, die, wichtig, schon beendet wurde, denn nichts ist schlimmer, als in einem Jahr vergessen zu haben, was in diesem speziellen Universum nun gerade schief geht. Wir begleiten eine junge Magierin, die dennoch schon alles erlebt hat, auf dem Weg in ihr Heimatdorf. Das ist so wie in jedem Dorf überall auf der Welt: extrem skeptisch gegenüber denjenigen, die es in die Welt trieb und die nun, da sie es in dieser geschafft haben, zurückkehren, und da spielt es keine Rolle, dass der Anlass ein trauriger ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasyschinken, die das Format des mehrbändigen Epos dazu nutzen, ein endlos mäanderndes Storyeinerlei auszukotzen, nutzt Max Gladstone den Raum, sich für die Personen und das Worldbuilding Zeit zu nehmen. “Dead Country” heißt der erste Band und ist eine spoilerfreie Empfehlung, völlig ohne Aber, leider zur Zeit nur auf englisch.

Nina George: Die Passantin

Die Story klingt (vielleicht) ein wenig hanebüchen: “Die gefeierte Filmikone Jeanne Patou erfährt aus dem Fernsehen, dass sie für tot gehalten wird. Für Jeanne ist es die Chance, unterzutauchen und so ihrem Ehemann zu entkommen, der gleichzeitig ihre größte Obsession und ihre fatalste Leidenschaft ist. Sie verschwindet in die Anonymität – und in einen Kosmos der untergetauchten Frauen, mit denen sie ein altes Haus in Barcelona bewohnt. Während sie ihre Schicksale kennenlernt, wird ihr auch ihr eigenes immer deutlicher.”

War sehr spannend, einige Erkenntnisse, Leseempfehlung.

Anne Freytag: Laute Nächte

Ein sehr dichter Roman, es geht um Trauer, Freundschaft, Flucht, Liebe, also alles dabei, auch eine Leseempfehlung.

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