RSS Amplifier

IT-Administrator - Fundiertes Praxiswissen für Admins: im Web, digital und gedruckt · Aug 18, 2026

Linux 7.2 bringt mehr Sicherheit und HDMI 2.1

0
Sign in to vote or save

Matthias Heinemann · IT-Administrator Magazin

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel 7.2 offiziell freigegeben. Die neue Version erweitert unter anderem die Hardwareunterstützung, optimiert das Load-Balancing und bringt Neuerungen für zahlreiche Dateisysteme. Auch bei Virtualisierung und Sicherheit haben die Entwickler nachgelegt.

Zu den auffälligsten Neuerungen zählt die initiale Unterstützung für HDMI 2.1 FRL (Fixed Rate Link) im AMDGPU-Treiber. Hinzu kommt ein Cache-aware Load-Balancing, das bei der Verteilung von Prozessen die Cache-Topologie der Prozessoren berücksichtigt. Der Intel-Xe-Treiber erhält erste Unterstützung für die CRI-Plattform, während Rust nun auch auf IBMs System/390-Architektur zur Verfügung steht. Außerdem hält ein überarbeiteter, fairer arbeitender GPU-Scheduler Einzug.

Auch bei den Dateisystemen gibt es zahlreiche Änderungen. Btrfs aktiviert Large Folios nun standardmäßig, SMB kann mit komprimierten Dateien umgehen und der mit Linux 7.1 eingeführte NTFS-Treiber wurde weiter verbessert. EROFS erhält ein fscache-Backend, während der bislang experimentelle Zoned-Storage-Support von XFS diesen Status mit Version 7.2 ablegt. Bei NFS steigt auf Systemen mit mindestens 16 GByte RAM die standardmäßige Blockgröße auf 4 MByte.

Im Netzwerkbereich bringt Linux 7.2 unter anderem MPTCP-Signalisierung für IPv6-Adressen, GRO/GSO-Unterstützung für PPPoE sowie Verbesserungen beim Thunderbolt-Networking. Neu hinzugekommen ist zudem die TCP Authentication Option. RAID0 und NVMe Multipath können nun PCI P2PDMA nutzen.

Mehr Funktionen für KVM und Landlock

Bei der Virtualisierung erweitert Kernel 7.2 KVM unter anderem um AMDs "Guest-Mode Execution Trap" sowie Intels "Mode-Based Execution Control" (MBEC). Ebenfalls neu ist die Unterstützung für Intel Trusted Domain Extensions (TDX).

Auch die Sicherheitsfunktionen wurden ausgebaut. Landlock kann nun die Verwendung von UDP-Sockets kontrollieren. Die Integrity Measurement Architecture (IMA) erlaubt es zudem, Messdaten außerhalb des Kernels vorzubereiten. Der Slab-Allocator unterstützt darüber hinaus eine compiler-gestützte, typbasierte Partitionierung von Slab-Caches.

Weitere Änderungen betreffen unter anderem den Swap-Subsystem, Multi-Size Transparent Huge Pages (mTHP), die Performance von /proc/interrupts sowie den Systemaufruf openat2(), der mit O_EMPTYPATH ein neues Flag erhält. Bei der Hardwareunterstützung kommen unter anderem Intel Lizard Peak 2, TP-Links TL-UB250 und der drahtlose HORIPAD-Controller für Nintendo Switch hinzu.

Linux 7.2 steht über kernel.org beziehungsweise das Git-Repository von Linus Torvalds zum Download bereit. Für Produktivsysteme empfiehlt es sich wie üblich, auf die von der jeweiligen Distribution bereitgestellten Kernel-Pakete zu warten. Mit der Veröffentlichung von Linux 7.2 öffnet sich zugleich das Merge Window für Kernel 7.3. Der erste Release Candidate ist für Ende August vorgesehen, die finale Version dürfte im Oktober erscheinen.

Read the original on it-administrator.de

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.