Das charakteristische "Uh oh" beim Eintreffen einer Nachricht, die klobige Kontaktliste, die eigene UIN – wer in den frühen 2000ern online war, kennt dieses Gefühl noch genau. Mit "ICQ Reborn" holt eine unabhängige Community den legendären Messenger als originalgetreuen Windows-Client zurück, technisch modernisiert, optisch unverändert nostalgisch.
Kaum ein Instant Messenger prägte die Internetkultur so nachhaltig wie ICQ. Ab 1996 gewissermaßen als Urvater aller späteren Chatdienste gestartet, blieb der Klassiker 27 Jahre lang im Einsatz, bevor er 2024 endgültig abgeschaltet wurde. Eine unabhängige Community hat das Projekt nun unter dem Namen ICQ Reborn wiederbelebt und für aktuelle Windows-Versionen neu aufgelegt.
Der Clou dabei: Statt die alte Infrastruktur nachzubauen, läuft im Hintergrund ein moderner, privater XMPP-Server, der für stabile Verbindungen sorgt, während die Oberfläche bewusst pixelgenau am Original von 2002 hängt, samt winziger Buttons und den ikonischen Kontaktlisten-Rahmen.
ICQ-Nummern und bekannte Töne
Nach der kostenlosen Registrierung erhalten Nutzer wie einst eine eigene numerische UIN, über die sie sich mit anderen Kontakten identifizieren und wiederfinden lassen, die neue "Find by UIN"-Funktion macht die Suche nach alten ICQ-Nummern dabei besonders leicht. Auch akustisch bleibt alles beim Alten: Die charakteristischen Benachrichtigungstöne für eingehende Nachrichten, den Onlinestatus oder Systemereignisse sind exakt nachgebildet und lösen bei manchem Nutzer sicher spontane Erinnerungen aus.
Wer offline ist, verpasst dennoch nichts, denn Nachrichten an abwesende Kontakte kommen mit korrektem Zeitstempel an, sobald sich der Empfänger wieder einloggt, während ein Auto-Reconnect im Hintergrund dafür sorgt, dass Verbindungsabbrüche gar nicht erst auffallen.
Praktische Zusatzfunktionen
Seit dem Release hat das Entwicklerteam kontinuierlich nachgelegt: Profilkarten mit Avatar und vCard-Details, das direkte Einfügen von Bildern in den Chat, Lesebestätigungen und Tippindikatoren sowie eine "Last Seen"-Anzeige für offline Kontakte ergänzen mittlerweile die Grundfunktionen. Sicherheitstechnisch hat sich ebenfalls einiges getan: Alle Verbindungen laufen inzwischen verschlüsselt über STARTTLS mit TLS 1.3, und gespeicherte Passwörter landen dank DPAPI-Verschlüsselung nicht mehr im Klartext auf der Festplatte.
Nostalgiker unter den IT-Profis dürfen sich also nicht nur über pixelgenaue Erinnerungen freuen, sondern auch über einen Messenger, der unter der Retro-Oberfläche technisch durchaus im Jahr 2026 angekommen ist.

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