Zur besten Ansicht in der Web-Version lesen
Man merkt, die Sommerpause ist vorbei. Dieses Wochenende steht wieder einmal allerhand an. Unzählige Veranstaltungen locken. Man mag sich nur schwer entscheiden können. Ein typisches Gera-Wochenende, finde ich.
Highlight ist natürlich die Museumsnacht, zu der ich schon bei der Pressekonferenz gesagt bekommen habe, dass man nicht alles im Programm schaffen könne. Zur Vorplanung hat Gerda das Programm für euch zusammengefasst. So kann man sich vorher einen kleinen Schlachtplan überlegen. Wir drücken euch, den Besuchenden und den Veranstaltenden, die Daumen, dass das Wetter einigermaßen standhält und man die Vielfalt an Events in Gera genießen kann.
Ist es an manchen Tagen so heiß, dass der Besuch einer Freiluft-Veranstaltung zum Risiko wird, werden aktuell bei Regen und Unwetter einige Events umgeplant oder gar direkt abgesagt. Daran werden wir uns leider gewöhnen müssen. Der menschengemachte Klimawandel sorgt dafür, dass sich Extremwetterereignisse, wie extreme Hitze, Dürre und starke Unwetter immer häufiger abwechseln. Im Gegensatz zum Rhein bei Düsseldorf hatte unsere Elster noch etwas Wasser. Aber wir haben hier Mitte August schon zahlreiche Bäume, die ihre Blätter bereits abwerfen.
Trotz allem Spaß auf den Events und viel Spaß beim Lesen des Newsletters. In dieser Ausgabe erfahrt ihr auch, was es vor 120 Jahren für eine spezielle Veranstaltung in Gera gab.
Euer Jacob von Gerda
Das eher seltene Naturphänomen der Sonnenfinsternis, also wenn der Mond in seiner Umlaufbahn die Sonne verdeckt, war am 12. August zu beobachten. Während in Island und Spanien eine totale Sonnenfinsternis zu sehen war, war die Sonne im deutschsprachigen Raum und eben auch in Gera bis zu 90 % verdeckt. Auf dem Weg durch die Stadt waren zahlreiche Schaulustige zu beobachten. Passende Brillen oder Apparate zum Schutze der Augen hatten jedoch nur die wenigsten zur Hand. Laut einer Nachfrage bei der LPI Gera und beim SRH-Waldklinikum gab es dennoch keine Einsätze oder Einlieferungen im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis zu vermelden. Am 2. August 2027 soll es hier erneut eine partielle Sonnenfinsternis geben.
Während der ehemalige Montagsdemo-Versammlungsleiter Christian Klar im NSU-Komplex nur am Rande auftauchte (Mitglied im Thüringer Heimatschutz und Telefonnummer im Adressbuch von NSU-Unterstützer Marcel Degner), hatte sich die Miteinanderstadt Gera mit Thorsten Heise einen Redner geholt, der viel enger am Kern-Trio war und noch krassere Neonazi-Verstrickungen aufzuweisen hat. Heise zählt zu den Personen „mit nachgewiesenen Kontakten zu Tätern oder Beschuldigten“. Heise, Mitglied im Bundesvorstand von Die Heimat, hat unzählige weitere dokumentierte Verbindungen zu gefährlichen Rechtsextremen. Auch er selbst ist gewaltbereit und mehrfach einschlägig vorbestraft. Laut Verfassungsschutz war er Söldner im Jugoslawienkrieg, zudem huldigt er der Waffen‑SS. Erst im März hat er mit einem seiner Söhne ein Kamerateam angegriffen. Diese Person durfte bei den selbsternannten Friedensstiftern eine Rede halten. Seine Rede war zutiefst rassistisch und ausländerfeindlich. Nicht nur das, dem Gegenprotest riefen sie „Nazis raus!“ entgegen.
Bei der Kundgebung „Gutes für Gera“ trat zeitgleich mit Michael Kleim ein Mensch auf, der sich offen gegen Personen wie Heise stellte und über Jahre hinweg bedroht und angegriffen wurde. Kleim, ehemaliger Pfarrer und DDR-Oppositioneller, war bis 2023 für die Kirchgemeinde in Gera zuständig. Auch weil er aufgrund seines antifaschistischen Engagements immer wieder von Rechtsextremen bedroht und teils lebensgefährlich angegriffen wurde, lebt er heute nicht mehr hier. „Ich gucke aber immer ganz neugierig, was hier in Gera passiert“. Am Theater las er einige Texte und Predigten. Dabei wurde er musikalisch von Mario Schmidt begleitet.
Text: Paul Kurz & Jacob Queißner
Nach vor allem musikalischem Programm in den letzten Wochen, gab es an diesem Montag eine Podiumsdiskussion. Thema waren rechte Anzeigenblätter mit Fokus auf das Neue Gera. Eine Person aus der Orga-Truppe von „Gutes für Gera“ moderierte zwischen den Gästen Frank Karbstein (schrieb 2017 einen öffentlichen Brief gegen das NG), Louisa Theresa Braun (freie Journalistin, recherchierte zu rechten Anzeigenblättern) und Peter Jähnert (Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Gera gegen Rechts, war an Aktionen gegen das NG beteiligt). Karbstein erinnerte sich, dass sich ab 2015 „der Ton verändert hat“. Immer wieder landen seitdem rassistische und rechtsnationale Beiträge im neuen Gera. Er sprach über seinen offenen Brief und die Folgen und reflektierte über den Text, den er einst im Neuen Gera publizierte. Karbstein stellte auch klar, dass man nicht die Meinungsfreiheit einschränken möchte, sondern nur will, dass eine solche Meinung nicht unwidersprochen bleibt. Er plädierte dafür, demokratische Medien zu unterstützen und auf der Arbeit oder in der Schule Widerspruch gegen rechtsradikale Aussagen zu leisten.
Braun, gelernte Journalistin, klärte das Publikum über die Grundlagen journalistischer Arbeit auf und welche Kriterien es für den Erhalt des bundeseinheitlichen Presseausweises gibt. Sie ordnete das Neue Gera ein, erklärte, dass es journalistisch daherkommt, aber zum Beispiel die Trennung zwischen Nachricht und Kommentar fehlt und Interessenskonflikte nicht transparent gemacht werden. Die Anzeigenblätter haben eine Chance, analysierte Braun, weil besonders im ostdeutschen Raum Nachrichtenwüsten entstehen und weil es an Medienbildung fehle.
Jähnert sprach wie Karbstein über Aktionen, die man gegen Geras rechtes Anzeigenblatt versucht hatte. Er findet, es bräuchte Alternativangebote und Leute, die aktiv dagegen ansprechen. „Ich denke, die Kombination aus beiden ist sicherlich wirkungsvoll.“ Er geht auch davon aus, dass viele, die im NG inserieren oder das Blatt bei sich auslegen, sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen. Ein Mitschnitt des Podiums wurde im Lokalsender Labor14 veröffentlicht.
Bei den Rechten sprachen neben Versammlungsleiter Siegmar S. der Reichsbürger H. und der AfD-MdL Wolfgang Lauerwald. Lauerwald sprach über die anderen Parteien im Thüringer Landtag und las aus einem offenen Dankesbrief an die CDU vor, welcher auch in der aktuellen Ausgabe der AfD‑Zeitung „Neues Gera“ erschien. Darin bedankt er sich für deren schlechte Politik, die der AfD entgegenkommt. Die beiden anderen Redner sprachen über NATO und den Ukraine-Krieg. H., der im Juli am Reichsbürgertreffen in Greiz teilgenommen hat, sprach zudem davon, dass der AfD eine Häutung bei der Frage um die Haltung zur Ukraine und der militärischen Aufrüstung der BRD bevorsteht.
Die Begegnungen beider Lager waren etwas lauter als sonst. Von den Rechten kamen Sprüche wie „Nazis raus!“, „Ihr gehört an die Front!“ und „Alerta, Alerta, Antidemocratica!“ dazu. Der erste Spruch spielt auf die abstruse Verschwörungstheorie an, laut der die Nationalsozialisten links gewesen seien. Spruch Nummer zwei steht den gezeigten Friedensflaggen und der oft geäußerten Wehrdienstablehnung entgegen. Der letzte Spruch persifliert den linken Kampfspruch „Alerta, alerta, antifascista!” und könnte auch als rhetorisches Eigentor gedeutet werden. Wörtlich übersetzt „Achtung, Achtung, Antifaschisten!“, ist es im Kontext von politischen Konfrontationen eine Warnung von Linken an ihr Gegenüber, dass jetzt „wir, die Antifaschisten“ kommen. Wodurch man quasi interpretieren könnte, dass die Rechten am Montag ihrem Gegenüber vor sich, den Antidemokraten, gewarnt haben.
Text: Paul Kurz & Jacob Queißner
Nachdem die Polizei Gera einen Tatverdächtigen von mehreren exhibitionistischen Handlungen in Langenberg ermitteln konnte, sucht die Kriminalpolizei nun nach weiteren Zeug*innen. Bislang sind drei Vorfälle am 17. Juni, 4. August und 10. August 2026 bekannt. Diese sollen sich im Bereich der Steinbeckstraße nahe der Elster abgespielt haben. Betroffen waren bislang Frauen, denen ein Mann (meist mit Fahrrad) „in exhibitionistischer beziehungsweise sexuell belästigender Weise“ begegnet ist. Mögliche weitere Betroffene werden gebeten, sich bei der Kripo zu melden. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Gera unter der Telefonnummer 0365 82341465 entgegen.
Das Theater Altenburg Gera startet in seine neue Spielzeit. 37 Premieren, davon 25 Neuproduktionen – darunter sieben Uraufführungen – werden 2026/27 gefeiert. Dazu gehören das interaktive Theaterstück „√Mytopia: Auferstanden aus Ruinen“ oder die Komödie „Der Gott des Gemetzels“. Im April feiert das Jugendstück „Popcorn süß-salzig“ nach dem Roman von Lena Hach in Gera Uraufführung. Auch die Komödie „Nur ein alter Schinken“ wird erstmals in Gera aufgeführt. Zu den Highlights in der Sparte Musiktheater gehört das Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber in der Young Actors Edition. Die Sparte Schauspiel bietet tolle Stücke wie das Märchen „Und täglich grünt der Tannenbaum“, die postdigitale Tragikomödie „Ich hasse Menschen“ und Publikumsliebling „Krabat“ mit dem Finale der Trilogie. Klassiker wie „Faust“, „Schwanensee“ und „Romeo und Julia“ kann man beim Ballett sehen. Im Puppentheater werden unter anderem die Novelle „Der Schimmelreiter“, die Oscar-Wilde-Erzählung „Das Gespenst von Canterville“ und dokumentarisch-biographisches Objekttheater „Gehen. Kommen. BLEIBEN!“ gezeigt. Gleich neun philharmonische Konzerte sowie mehrere Kammer- und Foyerkonzerte stehen in dieser Spielzeit an. Die Spielstätten werden zudem für Gastspiele und Stücke „Außer der Reihe“ offen sein. Ebenso gibt es im Rahmen der TheaterFABRIK und bei anderen Anlässen zahlreiche interaktive Angebote. Das digitale Programmheft gibt es hier. Analoge Ausgaben findet man in den Eingangsbereichen der Spielstätten.
25.08.
1906: William Frederick Cody, bekannt als Buffalo Bill, ist mit seiner Wildwest-Show „Buffalo Bill's Wild West“ und dem „Congress of Rough Riders of the World“ in Gera zu Gast. Drei Sonderzüge mit 800 Personen und 500 Pferden werden dafür herangekarrt. Auf den Hofwiesen wurde eine Arena mit 3500 Plätzen eigens für zwei Vorstellungen aufgebaut. Unter den Gästen ist auch ein junger Otto Dix. Der berühmte Buffalo Bill war zwischen 1883 und 1913 in Nordamerika und Europa unterwegs und bespielte über 3000 Stationen. Am Tag vor Gera war er in Plauen, am Tag danach in Weimar. Seine Show zählte zum mittlerweile umstrittenen Genre der Völkerschauen, bei denen den westlichen Ländern „exotische“ Zivilisationen vorgeführt wurden. Meist wurde dabei ein verfälschtes Bild vermittelt, das auf den damaligen Rassentheorien basierte und oft die Quelle heutiger rassistischer Stereotype und Denkmuster ist. Buffalo Bill war prägend für das heutige Bild des Wilden Westens und der „Indianer“.
27.08.
1606: Balduin Conrad, Kaufmann und Handelsherr, erwarb vor 420 Jahren ein Grundstück bei Geraer Schmelzhütte. Die Schmelzhütte befand sich einst am Mühlgraben im Bereich der heutigen Ernst-Weber-Straße und existierte vom 16. Jahrhundert an zur Verarbeitung von Kupfer- und Silbererzen aus Trebnitz. Der eigentlich aus Neuss im Rheinland stammende Conrad war zuvor in Leipzig, wo Nikolaus de Smit ihn kennenlernte und überzeugte, statt nach Prag nach Gera zu kommen. 1607 gründete Conrad hier ein Handelsgeschäft. Später bekam er das landesherrliche Privileg zur Betreibung einer Färberei in der Schmelzhütte. Bis zu seinem Tod 1649 diente er auch lange Jahre als Bürgermeister von Gera.
1941: Vor 85 Jahren starb Carl Richard Hennicke im Alter von 75 Jahren in Gera. Der aus Chemnitz stammende Hennicke kam 1873 mit seiner Familie nach Gera und wuchs im Haus von Karl Theodor Liebe auf. Er studierte Medizin und promovierte in Leipzig und wurde später sogar zum Professor ernannt. Auch bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina war er Mitglied. Hennicke beschäftigte sich mit Ornithologie (Vogelkunde), insbesondere mit Greifvögeln und Vogelschutz. 45 Jahre lang war er Schriftleiter der Ornithologischen Monatszeitschrift. Bis zu seinem Tod gab er zudem weitere Publikationen heraus.
28.08.
1896: Die Antifaschistin Martha Müller wurde vor 130 Jahren in Gera-Liebschwitz geboren. Sie war seit 1919 bei der KPD und betätigte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Unter anderem soll sie dabei den Ostarbeitern, Zwangsarbeitern aus Osteuropa, geholfen haben. Nach 1945 gehörte sie dem Frauenausschuss und dem Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD) an.
1901: Vor 125 Jahren wurde der Kaiser-Wilhelm-Turm (heute Fuchsturm) in Debschwitz eingeweiht.
03.09.
1726: Hoher musikalischer Besuch vor 300 Jahren, als Johann Sebastian Bach nach Gera kam, um eine Überprüfung der Orgeln in der Johannis- und Salvatorkirche vorzunehmen. Die Orgeln wurden von Johann Georg Finke aus Saalfeld neu geschaffen. Die Orgeln existieren heute nicht mehr, fielen sie doch dem großen Stadtbrand von 1780 zum Opfer.
Second Love Markt
Von: Second Hand Boutique Gera
Ort: Marktplatz
Zeit: 22.08.2025, 10-16:00 Uhr
Tour: Versteckte Kunst und Kleinode im Zentrum
Von: Gästeführer Region Gera e.V.
Ort: Startpunkt an der Treppe unterhalb der Salvatorkirche
Zeit: 22.08.2026, 14:00 Uhr
Ticket: 9 Euro (erhaltbar bei der Gästeführerin)
Von: METROPOL Gera
Ort: Kino Metropol
Zeit: 27.08. bis 25.09.2026
offene Probe des Kneipenchors
Von: Geraer Kneipenchor
Ort: Kaiserwerke
Zeit: 25.08.2026, 18:30 Uhr
Nicolaibergfest
Von: CVJM Gera
Ort: Nicolaiberg, rund um die Salvatorkirche
Zeit: 05.09.2026, 10:00 Uhr
Ausstellungseröffnung “IGNACIO URIARTE. Nach allen Regeln der Kunst”
Ort: Mieze Südlich / Neue Galerie für Zeitgenössische Kunst, Häselburg
Zeit: 27.08.2026, 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Deutsche Meisterschaften im Fallschirmspringen
Ort: Flugplatz Leumnitz
Zeit: 31.08.-06.09.2026
Konzert: trauma glow / recovery day / hannah louve benedum
Von: Burn Burn Booking
Ort: Altes Wannenbad
Zeit: 29.08.2026, 19:30 Uhr
Eintritt: 5-10€
Kurs: lese_probe (Vorlesen mit Wirkung)
Von: Häselburg
Ort: Altes Wannenbad, Häselburg
Zeit: 25.08.2026, 17-19:00 Uhr
Eintritt: frei
20 Jahre Lummersches Backhaus (Konzert & Party)
Ort: Lummersches Backhaus, Gries 1
Zeit: 22.08.2025, 15-24:00 Uhr
Eintritt: Frei
Mut zur Gründung: Inspiration im Talkshow-Format
Von: Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum
Ort: Altes Wannenbad
Zeit: 03.09.2026, 17:30 Uhr
Eintritt: Frei
FABRIKfrühstück
Von: TheaterFABRIK
Ort: Tonhalle, Clara-Zetkin-Str. 1, 1. OG
Zeit: 23.08.2026; 10:00 Uhr
Eintritt: Frei
Bei Snacks und Getränken wird über das Programm der TheaterFABRIK in der neuen Spielzeit 2026/27 informiert. Zum FABRIKfrühstück gibt es außerdem eine Improtheater-Überraschung und Mitmachangebote wie eine Polaroid-Station, eine Verkleidungsecke, einen Mytopia-Point und einen Basteltisch. Da in diesem Jahr mit Stoff gearbeitet werden soll, gibt es zum Frühstück die Möglichkeit, T‑Shirts zu bedrucken. Mitgebrachte „Zugaben“ fürs Buffet sind gern gesehen.
Tour: Debschwitz – vom Vorstadtdorf zum Industriestandort
Von: Gästeführer Region Gera e.V.
Ort: Debschwitzer Schule
Zeit: 23.08.2026, 14:00 Uhr
Tickets (9 €) bei der Gästeführerin
Filmvorführung: „Jeder schweigt von etwas anderem“
Von: Gedenkstätte Amthordurchgang
Ort: Kino METROPOL
Zeit: 27.08.2026, 18:00 Uhr
Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem ehemaligen politischen Häftling Utz Rachowski statt. Im Film geht es um die Inhaftierung von ihm, Anne, Tine und Matthias wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ in der DDR.
Eröffnungsgala: „Ganz großes Kino“ – festlicher Spielzeitauftakt
Von: Theater Altenburg Gera
Ort: Theater Gera
Zeit: 27.08.2026; 19:30 Uhr
Podium & Konzert zur Museumsnacht in der Gedenkstätte
Ort: Gedenkstätte Amthordurchgang
Zeit: 22.08.2026, ab 15:00 Uhr
Eintritt: Frei
Bieblacher Sommerfest
Ort: Sportplatz SV Roschütz, Rudelsburgstraße 2a
Eröffnung: 05.09.26, 14-18:00 Uhr
Rolllympiade 2026
Von: Skatepark Gera
Ort: Skatepark Gera
Zeit: 22.08.2026, 13:00 Uhr
Passend zur Museumsnacht: Lemo, das Lebendige Museum online. Das ist ein Projekt des Deutschen Historischen Museums.
Auflösung Bild GG57: Im März 1742 frug der Hofbäckermeister zu Untermhaus Gottfried Lummer den Fürsten Heinrich XXV. Reuß, ob er Haus Nr. 54, „worinnen der Fronvogt seine Wohnung hat“, in der Ortschaft Gries kaufen kann. Gries war einst der Name des Ortes unterhalb des Schlosses und bezog sich auf den alten Namen für groben Sand/Kies, welcher an dieser Stelle von der Elster angeschwemmt wurde. 1851 wurde Gries zu Untermhaus eingemeindet.
Der Fürst sagte zu und so begann Lummer im Juni 1742 mit dem Neubau. Es entstand ein Fachwerkhaus mit Mansarddach. Ein Nebengebäude an der Kirche wurde abgerissen. Seine Backstube richtete Lummer im östlichen Hausteil ein. Die Familie Lummer war über Generationen hinweg für ihre Backkunst in Gera bekannt. Ausnahme bildete nur Otto Lummer, der zum Physiker von Weltrang wurde. Die Bäckerei in Untermhaus blieb lange im Familienbesitz und wurde immer weiter vererbt. Friedrich Lummer kaufte 1859 das Haus Nr. 55, welches direkt daneben steht und eine Werkstatt sowie zwei einfache Stuben beinhaltete. Es gab auch Pläne zum Umbau. An der Stirnseite zur Treppe an der Brücke hin sollte eine Ladentür mit großen Fenstern und stilvollen Halbsäulen eingebaut werden. Umgesetzt wurden um 1900 jedoch nur größere Fenster. 1919 wurde Untermhaus zu Gera eingemeindet. Zwei Jahre zuvor wurde die Straße nach der alten Ortsbezeichnung Gries benannt, wodurch die heutige Adresse Gries 1 entstand. Bis 1988 war das Haus bewohnt. Eine Zeit lang war es im Besitz der Bäckerfamilie Böttger. Nach der Wende war das Haus dem Verfall überlassen, bis Thomas Ludwig, Lutz Scherf und Peter Bolze sich 1997–1999 an die Sanierung wagten. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch wieder ersichtlich, dass es ursprünglich zwei Häuser waren. Nach Abschluss der Sanierung befand sich dort einige Jahre lang ein italienisches Restaurant. Seit 2006 betreiben Sven Arnold und Kay Zimmermann ein Restaurant mit nobler Küche, zu dem auch das beliebte Brückencafé gehört. In Anlehnung an die Geschichte des Hauses trägt das Restaurant den Namen “Lummersches Backhaus”. Im Rahmen der Museumsnacht 2026 feiern sie das 20-jährige Bestehen des Backhauses. Neben einem Angebot an feinem Essen wird es auf dem angrenzenden Mohrenplatz von 15 bis 24 Uhr Musik und Tanz geben. Andrew York macht mit „Greatest Hits“ den Anfang. Freddy Fisher and his Cosmic Rocktime Band folgen ihm und den Abschluss bildet die House-Musik von DJ Jason Phillips.
Eine Anekdote lässt sich noch aus der Zeit vor der Bäckerfamilie Lummer erzählen: Als im Juni 1651 die Beerdigungsfeier für die Frau des Schulmeisters Cappelens stattfand, löste sich der Klöppel aus der Kirchglocke, flog aus dem Kirchturm und krachte in das Haus des Fronvogtes. Personenschaden gab es keinen.
Zusammengestellt von Paul Kurz:
Zehntausend bei ProjektM1llion: In Plauen versammelte sich am 8. August das rechte bis rechtsextreme Spektrum, um gegen Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung zu protestieren. Neben Kritik am Regierungskurs, Protest gegen Wehrdienst und dem Wunsch nach Frieden konnte man bei einem großen Teil der rund 10.000 Teilnehmer*innen rechtsextreme Symbolik sowie ausländerfeindliche und homophobe Positionen erkennen. Mit den Freien Sachsen und der AfD waren auch rechtsextreme Parteien zugegen. Aus Ostthüringen reiste eine niedrige zweistellige TN-Zahl an. Die Geraer Montagsdemonstration war prominent mit ihrem Miteinanderstadt-Banner vertreten. Neben Versammlungsleiter Siegmar S. waren mehrere Personen aus dem Orga-Kreis bei der Demo von „ProjektM1llion“.
Hast du auch rechtsextreme Umtriebe in Gera und Umgebung beobachtet? Schreib uns: gerdaausgera@posteo.de
Bis dahin gilt: Abonniere & empfehle Gerda gerne weiter.

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.