Vorbemerkung: Ups! Newsletter gepostet, aber nicht verschickt. Hier kommt er! Hab eine gute Zeit :-)
Die Winterzeitumstellung ist natürlich die Gute. Die, bei der wir länger schlafen können und sich alles etwas leichter anfühlt – ganz kurz. Bis die Kinder sich umgewöhnt haben. Dann bleibt nur noch die frühe Dunkelheit und ein allgemeines Wäh-Gefühl.
Ich hatte das noch nie. Ich fand den Winter schon als Kind klasse. Ich gehe gern an kalten Tagen raus oder schaue an dunklen Vorabenden in beleuchtete Wohnungen. Für mich lässt sich der Winter einfach besser atmen.
Die Psychologin Kari Leibowitz hat ein Buch über dieses Lebensgefühl geschrieben: Wintern. Es ist gerade bei Klett-Cotta auf Deutsch erschienen.
Für die Arbeit und den Alltag können wir daraus einiges mitnehmen. Sie führt viele Winterprobleme auf die Einstellung zurück. Nicht die populär-verdorbene »Du musst deine Einstellung ändern«-Anweisung, sondern das psychologische Konzept. Es geht um ganz konkrete Fragen:
Wie sprechen wir über den Winter?
Woran denken wir, wenn wir an den Winter denken?
Sparziergänge bei klarer Luft oder gemütliche Tage bei Fensterwetter? Auch so könnte man das sehen.
Klinisch betrachtet ist das Konzept der Seasonal Affective Disorder nur schwer zu halten. Menschen, die daran leiden, mögen tatsächlich Leid empfinden und auch einen Unterschied zu sich selbst im Sommer. Doch eine echte Depression sieht in der Regel anders aus. Entsprechend wäre eine effektive Behandlung eine, die bei der Einstellung und den Aktivitäten ansetzt – also genau das, was SAD-Betroffene häufig ablehnen. Ich würde soweit gehen, die SAD als Medienphänomen zu bezeichnen. Und zwar als eines, das Menschen schadet.
Was tun wir nun mit der Zeitumstellung? Das hier könnte eine gute Woche formen:
Früher raus und die gewonnene Zeit für sich selbst nutzen. Lesen? Ein Spaziergang? Einfach mal Zeit haben, Gedanken zu Ende zu denken?
Zeitig Feierabend machen. Dass die Morgende leichter fallen, heißt ja nicht, dass nachmittags plötzlich alles egal ist. Wenn sich 6 Uhr anfühlt wie 7 Uhr, ist das schön. Aber wenn sich 18 Uhr anfühlt wie 19 Uhr, dann ist es kein Wunder, wenn der Abend schwierig wird.
Schöne Dinge planen: Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf deinen Alltag aus? Was kannst du dabei gewinnen?
Macht was Schönes. Und bis bald!
Isabell

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