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Substack von epikur · Aug 6, 2026

Schöne digitale Welt

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epikur (ZG Blog) · Substack von epikur

Generation TikTok (Kinder) und Generation Instagram (Erwachsene) infantilisieren die Wahrnehmung unserer Welt. Aussehen, Auftreten und Lebensstil, verfestigen sich als die dominanten Kriterien zur Bewertung von Mitmenschen und Umwelt. Schnell hingerotzte Aussagen und Urteile, ohne Kontext, Zusammenhang oder Differenzierung, simplifizieren und moralisieren das Weltgeschehen.

Gespräche, außerhalb der infantilen Fühli-Fühli-Muster, sind kaum mehr möglich. Es gibt, wenn man so will, auch im sozialen Miteinander ein eng gezogenes Overton-Fenster. Wer diesen Bereich des Sagbaren verlässt, muss mit sozialen Konsequenzen rechnen. Aggression. Abwertung. Ausgrenzung.

Alles muss in auswertbare, binär-polarisierende Algorithmen (0 und 1) gepresst werden: dafür oder dagegen? Gut oder böse? Mitte oder AfD? Niedlich oder abstoßend? Like oder dislike? Es darf kein “sowohl als auch”, keine Enthaltung und kein dazwischen mehr geben. Denn das lässt sich schwerer messen und auswerten.

Digitale Selbstverwertung
Die analoge Welt dient zunehmend als reine Kulisse für die digitale Selbstverwertung. Wasserfälle, Berge, Strände, Meere, Landschaften -all das, und noch viel mehr- ist nur noch visuelles Hintergrundbild. Für die digitale Selbstwertprothese.

Die Schönheit der Natur, ist nur noch Mittel zum “Gefällt-Mir-Zweck”. Die Jagd nach Aufmerksamkeit hat die innere Stimme zum Schweigen gebracht. Die innere Mitte und der innere Kompass sind zerbrochen. Authentizität ist, so zu sein, wie es Andere erwarten und fordern. Selbstentfremdung ist Selbstverwirklichung.

Tech Noir
Gedanken schmelzen. Metaphern verglühen. Wahrhaftigkeit entschwindet. Von allen Seiten prasseln Nichtigkeiten, Geistesschmutz und Narzissmus-Getöse auf uns ein. Digital, aber auch analog. Unsere intuitive Fähigkeit, Natur, Tiere und Menschen in ihrem So-Sein wahrzunehmen, wird der digitalen Selbstverwurstung geopfert.

Im öffentlichen Raum, aber auch im Privaten, hat die digitale Dauerbeschallung mittlerweile alle Grenzen gesprengt. Überall blinkt und tönt es. Ständig. Die ganze Zeit. Völlig ungefragt, rücksichtslos und übergriffig. Das Töten der reinigenden Stille ist das Neue Normal. Wer das thematisiert oder dagegen aufbegehrt, gilt weithin als ewiggestriger Spielverderber.

Analoge Sollbruchstellen
Social Media, sowie die Massenmedien, framen und lenken sämtliche Fühl- und Denkmuster. Es geht nicht nur darum, wie wir etwas wahrnehmen und bewerten, sondern vor allem auch darum, was wir nicht sehen, denken und wahrnehmen sollen.

Die Themen und Sachverhalte, die weder in den Sozialen Medien, noch in den Massenmedien erwähnt werden - das sind die eigentlich zentralen Sollbruchstellen unserer Gesellschaft. Das sind die unbequemen Themen, die Niemand ansprechen möchte. Dabei sind genau das die zentralen Knotenpunkte, um eine bessere Welt erst zu ermöglichen.

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