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Entre Amis · Jul 30, 2026

Die Königsetappe als Newsletter

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Entre Amis · Entre Amis

Der Sommer dauert inzwischen schon so lange, dass uns langsam die Überschriften ausgehen. So soll es doch sein! Während wir also die Öffnungszeiten des nächsten Naturfreibads recherchieren, gibt es hier wie gewohnt eine Ladung digitale Sonnencreme für euch, damit euch die Hitze nicht zu sehr zusetzt.

Wann habt ihr das letzte Mal einen Liebesbrief gelesen? Hier erwartet euch einer – und zwar an die Mutter aller Radrennen. Also schnell rein mit euch ins klimatisierte Taxi dieses Newsletters! Wir fahren wild durch Europa und halten in Amsterdam nicht nur für einen Snack, sondern auch für Schuhe. Im Sog des Pelotons pumpen wir französische Musik, und etwas für die heimischen vier Wände haben wir auch schon im Kofferraum.

Dario Belingheri

Die erste Erinnerung fängt irgendwo im schwedischen Hinterland an, der Bruder meiner Oma hatte dort einen Bauernhof und ein paar Sommer war ich da. Im Juli lief meistens jeden Tag Eurosport und mein Opa und mein Großonkel schauten mehr oder minder aufmerksam 6 Stunden am Tag Tour de France. Klingt wie die Einleitung zum neuen Buch von Christoph Kramer, aber jetzt hab ich es schon getippt, also warum aufhören. Die Tour de France der Männer ist gerade rum und die Tour de France Femme steht in den Startlöchern, und während dumpf der nächste FIFA-Skandal durch die Gassen wabert, singen wir ein kleines Lied auf den Radsport. Weiter im Christoph-Kramer-Feelgood-Sommer-Text:

Dario Belingheri

Nach den schwedischen Sommern kam die Schulzeit und auch hier verbinde ich die Tour de France mit Sommer und Leichtigkeit – ja klar, findet ja auch im Sommer statt – aber die letzten Wochen vor den (bayerischen) Sommerferien waren halt geprägt vom selben Ritual. Schule aus und ab zu meinem Opa aufs Sofa, wo schon ARD oder Eurosport liefen und rein in irgendwelche abgelegenen französischen Orte, in denen irgendein Château kurz vorgestellt wurde, aber durch die vor allem ein Schwarm von Radfahrern samt schier unendlicher Begleitfahrzeuge durchbretterte.

Das Ganze war nicht nur nostalgisch verankert, es gab mit Erik Zabel und Jan Ullrich bzw. dem Team Telekom genug deutsche Teilnehmer, um ein bisschen WM-Feeling mitzubringen. Nach den diversen Dopingskandalen bzw. deren Aufdeckung war für mich erstmal Schluss mit dem Radsport. Ich liebe Doping nicht, aber mein moralischer Kompass war auch nicht so riesig, dass ich den Verzicht nur darauf schieben kann – die Lust war einfach weg und kam auch erst 2019 so langsam wieder. Seitdem hat sich mein Blick auf die Tour und den Sport insgesamt etwas verändert.

ARD

Ich liebe immer noch die kurzen Beiträge, bei denen irgendeine winzige Puppenfabrik irgendwo in Frankreich vorgestellt wird oder Einblendungen von verrückt großen, aus Strohballen geformten Rädern am Straßenrad der Etappe. Ich liebe, dass man bei den ellenlangen Übertragungen mittendrin mal kurz wegnicken kann, ohne was zu verpassen, und ich liebe, wie komplett wahnsinnig es ist, was die Leute auf dem Rad sportlich leisten.

Natürlich gibt es auch an der Tour de France genug zu kritisieren, auch hier wird Konsum großgeschrieben: Die Werbe-Karawane, die den Sportlern vorausrast, hat teilweise mehr „Zuschauer“, als die eigentlichen Radfahrer, aber irgendwie hat das auch seinen Charme. Es ist schon immens lustig, Kinder und Erwachsene ausrasten zu sehen, weil die Fahrzeuge von La Vache qui rit oder Cochonou (Ooooooh, c’est Cochonou!) einen mit Schlüsselanhängern, Bucket-Hats und gefriergetrocknetem Käse bewerfen.

Das größte Plus ist aber, dass die Tour de France es ermöglicht, den Sport und die Profis umsonst und ohne große Einschränkung aus nächster Nähe zu sehen. Klar, man muss nach Frankreich und je nachdem, welche Etappe man sich aussucht, sieht man die Radler gefühlt nur wenige Sekunden, aber es gibt keine horrenden Ticketpreise, gefühlt weniger Funktionäre mit Allmachtsphantasien und keine Schlägereien unter Besoffenen auf den Tribünen (okay, Alpe d’Huez vielleicht ausgenommen). Wer also nächste Woche noch nichts vorhat und sich mal an die Tour de France rantasten will, dem sei die Tour de France Femme ans Herz gelegt. Mit dem Mont Ventoux steht auch ein ganz großer Klassiker auf dem Etappenplan.

Star Wine List

Wasser ist nass, im Wald ist gute Luft, und das Twee Prinsen ist der perfekte Ort in Amsterdam. Das ist eigentlich eher ein Reminder als ein Tipp, denn ein Secret Spot ist das hier wahrscheinlich seit 2008 nicht mehr – oder seit der Eröffnung, wann auch immer die war. Kurz gesagt: Man sitzt drinnen gut, draußen gut, es lohnt sich tagsüber, und es lohnt sich abends. Wein, kleine Snacks, direkt ein Kanal vor der Tür, im Herzen der Stadt – was soll ich mir da den Mund fusselig reden? Am Wochenende und bei gutem Wetter kann es hier schnell voll werden. Da man aber wahrscheinlich sowieso in der Nähe ist, lohnt sich der Versuch wirklich jedes Mal.

Danach beseelt noch eine Frikandel, und der Tag war perfekt, so viel ist sicher. Nee, wat is dat toch mooi!

gloobles.com

Pin Pal

Auch wenn uns Anastasias Abgang nicht ganz so überraschend getroffen hat wie Skepta auf dem Remix zu “Du bist gut genug”, sind wir noch dabei, uns zu sortieren. Bis wir hier was Neues auf Repeat haben, etwas Musik für euch:

Asphaltgold

Ich bin ein einfacher Mann. Benenne etwas nach der niederländischen Hauptstadt, mache es in Clog-Form, und ich bin dabei. Sogar bei den Mondpreisen, die Birkenstock inzwischen aufruft. Als einziger Mensch, der in einer europäischen Großstadt lebt, hat sich mir der Boston nie so richtig erschlossen – um einen guten Freund zu zitieren: „Wirf einen Stein, und du triffst immer jemanden mit Bostons.“. Umso mehr habe ich mich über die neue Form gefreut, die auch etwas mehr als eine Sandale, aber eben weniger als ein Schuh ist. Und Amsterdam heißt. Wenn ich hier jetzt noch eine Frikandel auftreiben könnte, wäre es perfekt.

Last Minute Sommerschuh

Nick Dahlen

Ja, es ist mal wieder so weit. Das letzte gekaufte Poster ist noch nicht mal an der Wand, da scrolle ich schon wieder durch Instagram und denke mir, dass sich das doch ganz gut an dem einen kleinen freien Fleck Wand noch machen würde. Diesmal soll es was von Nick Dahlen werden. Der US-Maler ist mir das erste Mal ins Auge gesprungen, als er das Cover zu Ivan Aves Platte Triple Double Love gestaltet hat. Seitdem fällt er mir bei Instagram nicht nur durch die Kunst auf, sondern auch durch seine wilden Stories, wenn er auf Blades irgendwelche 180s ein paar Treppen runter macht. 2026 zu bladen ist für mich so wild, dass er eigentlich nur Genie sein kann.

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Read the original on entreamisnews.substack.com

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