Die schlechte Nachricht zuerst: Wir heute Lebenden werden den Planeten den nachfolgenden Generationen in einem deutlich schlechteren Zustand hinterlassen, als wir ihn von unseren Eltern und Großeltern übernommen haben. Sechs der neun Planetaren Grenzen überschreiten wir aktuell teils deutlich.
Die Gute Nachricht jedoch: Es ist noch immer nicht zu spät, etwas zu unternehmen. Denn trotz häufiger anderslautender Prognosen wäre die meistdiskutierte planetare Grenze, der Klimagas-Ausstoß und die damit verbundene Erderhitzung, mit genügend politischem Willen aktuell einfacher zu lösen, als viele denken. Grund dafür sind vor allem wirtschaftliche Entwicklungen, die eine Lösung der Klimakrise aktuell einfacher machen als jemals zuvor. Besondere Anstrengungen bräuchten wir allerdings bei einem anderen Thema. Die drei wichtigsten Baustellen der Weltrettung einfach heruntergebrochen:
Schritt: Strom aus 100 Prozent erneuerbare Energie erzeugen
„Wir erreichen den Scheitelpunkt der jährlichen Emissionen. Das bedeutet: nicht immer mehr, mehr und mehr pro Jahr. Sondern: immer weniger. Der jährliche Ausstoß wächst nicht mehr“, schreibt Rico Grimm bei Cleantech Inc.
Aber der Reihe nach. Wenn wir von der globalen Klimakrise sprechen, sprechen wir am häufigsten von der Stromerzeugung: Immer noch erzeugen fossile Kraftwerke global den meisten Strom. Sie müssen dringend ersetzt werden durch Stromerzeugung aus Sonne, Wind und weiteren regenerativen Energien wie Biomasse und Wasserkraft.
Diese Baustelle ist aber gleichzeitig auch diejenige, bei der wir mit Abstand am weitesten sind und bei der starke ökonomische Kräfte in Richtung Erneuerbare wirken. Im April 2025 wurde weltweit zum ersten Mal mehr Solarstrom erzeugt als Atomstrom. Strom aus PV-Anlagen ist fast überall auf der Welt inzwischen der mit Abstand der günstigste pro Kilowattstunde. Die Herausforderung besteht darin, dass das Stromsystem insgesamt – die Netzinfrastruktur – mit wachsendem Anteil der erneuerbaren Energien teurer wird, weil das Stromangebot aus Wind und Sonne schwankt und schlechter steuerbar ist als Strom aus den meisten fossilen Energieträgern.
Doch auch bei der Lösung für dieses Problem setzt eine ähnliche Dynamik ein wie zuvor schon bei der immer günstiger werdenden Solar-Panels: Batterien werden immer schneller immer billiger. Wohin das führt, zeigt beispielsweise der weitgehend unregulierte Strommarkt im US-Bundesstaat Texas: „Dort baut ‘der Markt’ exponentiell PV, Batterien und immer noch Wind aus“, schreibt Energieexperte Dirk Specht bei LinkedIn. „Langfristig sieht man ferner, dass Gas alle anderen (Grundlast-)Kraftwerke verdrängt, während der Zubau nur durch Erneuerbare erfolgt, die als logische Folge des starken Trends ihre Quote nun weiter und zwar sehr schnell ausbauen werden. Weitere Konsequenz: Sie exportieren ihr Öl und Gas lieber, es ist sogar denen zu teuer, das zu verbrennen. Man überlässt es lieber anderen.“
Auch in Deutschland gibt es derzeit einen massiven Ausbau großer Batterienspeicher. In Norddeutschland entsteht beispielsweise bald der nächste riesigen Stromspeicher mit 200.000 Batteriezellen in 64 Containern. Viele sollen folgen, denn es lockt ein dicker Gewinn. “So stapeln sich derzeit bei den vier großen Betreibern der Übertragungsnetze – Tennet, Amprion, 50 Hertz und TransnetBW – und den zahlreichen Betreibern der Verteilnetze die Anfragen nach einem Netzanschluss. Zum Jahreswechsel summierten sie sich auf einige Tausend mit einer Gesamtleistung von rund 340 Gigawatt“, schreibt Golem.de.
Laut einer aktuellen Metastudie der Boston University sind vor allem Investitionen in kleinere Solar- und Windprojekte zuverlässig im Rahmen der gesetzten finanziellen Budgets umsetzbar, während vor allem größere fossile Projekte und insbesondere Kernkraft unkontrollierbare Kostenexplosionen drohen.
Schritt: So gut wie sämtlichen Energieverbrauch elektrifizieren
Strom ist bei weitem nicht unsere einzige Art von Energieverbrauch: Große Teile des Verkehrs, etwa 15 Prozent aller globalen klimarelevanten Emissionen, basieren noch auf Verbrennungsmotoren mit fossiler Energiequelle, vor allem Öl. Dazu zählen Straßenverkehr mit Pkw und Lkw, Luftverkehr und Schiffe.
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland sinkt und wird grüner – allerdings vor allem der Teil, bei dem es sich um Strom handelt. Grafik: bdew
All das muss so weit wie möglich elektrifiziert werden, denn elektrische Energie ist die, die am einfachsten und günstigsten aus erneuerbaren Energien gespeist werden kann. Besonders einfach ist dies im Bereich des Straßenverkehrs und der Wärme: E-Autos sind deutlich günstiger im Betrieb, deutlich weniger störanfällig und selbst die Anschaffungspreise nähern sich immer weiter den Verbrennern an. Das gilt selbst für E-Lkw. Mit anderen Worten: Auch hier wirken starke ökonomische Fliehkräfte, die den gesamten Straßenverkehr global immer weiter in Richtung E-Mobilität verschieben werden.
Dieselbe Dynamik gibt es beim Thema Heizen: Wärmepumpen sind die Lösung mit den bei weitem günstigsten Betriebskosten fürs Heizen, und der Abstand wird sich mit den teurer werdenden CO2-Zertifikaten und höheren Preise beispielsweise für Gas-Netzentgelte noch weiter vergrößern.
Übrig bleiben neben dem Luftverkehr vor allem noch einige industrielle Prozesse, die sich nicht elektrifizieren lassen – und dafür brauchen wir grünen Wasserstoff.
Schritt: die Landwirtschaft auf den Kopf stellen
Wir sehen: Beim großen Thema Energie, über das wir im Zusammenhang mit der Klimakrise sehr viel reden, sind viele Weichen gestellt. Aufgrund der Skaleneffekte der erneuerbaren Energien braucht es hier oft nicht einmal mehr politische Steuerung für Klimaschutz, siehe Texas.
Visuelle Darstellung, in welchem Umfang die planetaren Grenzen ausgeschöpft oder überschritten sind, nach Richardson et al. (2023); Quelle: Wikipedia
Eine große Baustelle der Weltrettung allerdings bleibt noch offen: unsere Landwirtschaft. Nicht nur bis zu einem Viertel der globalen Klimaemissionen gehen auf die Landwirtschaft zurück, auch zahlreiche andere planetare Grenzen werden von ihr massiv negativ beeinflusst: Dazu gehört beispielsweise die Landnutzungsänderung durch die Rodung von Wäldern für Weide- und Ackerbau, der Biodiversitätsverluste durch Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden. Weitere Probleme aktueller Landwirtschaft sind Habitatzerstörung, übermäßiger Einsatz von Düngemitteln und Auswaschung in Gewässer sowie – zumindest in einigen Regionen– eine Übernutzung des Süßwassers. Vor allem aber gibt es eine globale Verdorrung von Böden auf Hunderte von Jahren hinaus durch Erosion wegen Übernutzung, Monokulturen und fehlender Fruchtfolge.
Anders als beim Thema Energie gibt es hier kaum Fortschritte – im Gegenteil. Und meiner Meinung nach reden wir darüber viel zu wenig.
2. Damit wir die Welternährung innerhalb unserer planetaren Grenzen sicherstellen, wäre es sinnvoll, sie so weit wie möglich von tierischen auf pflanzliche Proteine aus beispielsweise Erbsen, Bohnen, Linsen oder Soja umzustellen. Auch gezüchteter Fisch ist eine ökologisch sinnvolle Alternative zu Fleisch und Milchprodukten.
Der Grund: Die Produktion von einem Gramm Protein aus Rind- oder Lammfleisch benötigt beispielsweise fast 50 bis 100-mal so viel Land wie die Produktion von einem Gramm Protein aus Erbsen oder Tofu. Um eine Welternährung sicherzustellen, die unsere planetaren Grenzen achtet, bräuchte es einige mutige politische Maßnahmen, die in Zeiten des schwarz-roten Boomer-Politik des „Schnitzelsteuer-Popoulismus“ zumindest in Deutschland derzeit kaum vorstellbar klingen: eine massive Steuer auf tierische Lebensmittel. Derzeit wird Kuhmilch in Deutschland allerdings mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent versteuert, Hafermilch dagegen mit dem regulären Satz von 19 Prozent.
Grafik: Our World in Data
Was sollten wir wissen?
Die Deutsche Bahn, die italienische Trenitalia und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben eine Kooperation für neue Direktverbindungen zwischen München und Mailand sowie München und Rom geschlossen. (Deutsche Bahn Fernverkehr bei LinkedIn)
Um Elektroautos ranken sich viele Mythen. Sie seien angeblich doch gar nicht so umweltfreundlich, die Brandgefahr sei höher und überhaupt seien sie viel teurer als Verbrenner. Eine große Überblicksstudie des Fraunhofer-Instituts kommt zu einem anderen, klaren Urteil: E-Autos sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger. (n-tv)
Nur 3,1% der Geflüchteten mit Bedarf an psychologischer Behandlung erhalten diese. (Mediendienst Integration)
Fußgänger*innen und Radfahrende sterben bei Unfällen mit SUV 44 Prozent häufiger als mit normalen Pkw, Kinder sogar um 82 Prozent häufiger! Das zeigt eine neue Auswertung von 24 Studien aus aller Welt. (Deutsche Umwelthilfe)
Das Geodaten-Projekt „Digitaler Zwilling NRW“ soll Rettungskräfte in Krisensituationen mit hochpräzisen Karten helfen. Das Verteidigungsministerium sieht jedoch „Gefährdungspotenzial“. Man stelle so etwa Russland unfreiwillig potenzielle Zielkoordinaten für militärische Operationen zur Verfügung. (Tagesschau)
Das Bundesamt für Justiz hat eine Verbandsklage der niederländischen Stiftung Somi gegen Musks Plattform X veröffentlicht. Verbraucher*innen können sich ohne Kostenrisiko anschließen. (Heise)
Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt stammte fast die Hälfte des Stroms in Griechenland aus Kohle. Dieser Anteil ist nun auf 6 Prozent gesunken, Solar- und Windenergie haben die Kohle ersetzt. Ihr Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht und sie sind gemeinsam zur größten Energiequelle des Landes geworden. (Our World in Data, Englisch)
Die Europäische Kommission hat kürzlich den EU Open Source Solutions Catalogue veröffentlicht, eine zentrale Plattform mit über 640 Open-Source-Lösungen für öffentliche Verwaltungen in der EU. (EU-Kommission) Auf der re:publica sagte der neue Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU), dass er offene Standards und Open Source zum Leitprinzip der Regierung machen wolle. (Heise)
Das Projekt ESCADE des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) erforscht, wie KI-Anwendungen und Rechenzentren energieeffizienter gestaltet werden können, unter anderem durch den Einsatz neuromorpher Chips und die Entwicklung schlanker KI-Modelle. Ein konkreter Anwendungsfall ist die KI-gestützte Echtzeitklassifizierung von Stahlschrott, um den Recyclingprozess zu optimieren und den Energieverbrauch zu senken. (dfki)
Unternehmen klagen gern über hohe Energiekosten in Deutschland. Dabei könnten sie selbst Strom erzeugen und damit eine Menge Geld sparen, zeigt eine neue Berechnung: Solaranlagen rechnen sich demnach bereits nach sieben Jahren. (DER SPIEGEL)
Mit einem Vermögen von 141 Milliarden Dollar gehört Google-Gründer Sergey Brin zu den reichsten Menschen der Welt. Einen Teil seiner Alphabet-Aktien schenkt er nun gemeinnützigen Organisationen. (Handelsblatt)
Der Anteil erneuerbarer Energien an der Last in Deutschland lag im Mai 2025 bei 67,8 Prozent – ein neuer Rekord. (Energy Charts via Bruno Berger bei LinkedIn)
Deutschland tat sich lange schwer damit, aus Spitzenforschung Weltkonzerne zu machen. Jetzt könnten junge Unternehmen für ein Comeback Europas bei den Zukunftstechnologien sorgen – wenn sie genug Risikokapital finden. (DER SPIEGEL (Paywall))
Unter Diktator Assad herrschte in Syrien eine strikte Zensur. Mittlerweile dürfen Bücher veröffentlicht werden, die jahrelang verboten waren. Verlage und Leser freuen sich – doch in der Kunstszene gibt es auch Sorgen. (Tagesschau)
Der Bau der größten Flusswasser-Wärmepumpe Europas in Köln kommt Schritt für Schritt voran. Am Erzeugungsstandort Köln-Niehl der Rheinenergie ist eine Großwärmepumpe mit einer Wärmeleistung von 150 Megawatt geplant. (IWR)
Der regionale LKW-Verkehr in Deutschland könnte schnell zu großen Teilen elektrifiziert werden, indem die Ladeinfrastruktur in Logistikdepots ausgebaut wird, so eine aktuelle Studie von Transport and Environment (T&E), die Dachorganisation von nichtstaatlichen europäischen Organisationen, die sich für einen nachhaltigen Verkehr einsetzen. (T&E)
Vodafone-Kund*innendaten waren vor betrügerischen Agenturbeschäftigten nicht sicher. Die Bundesdatenschutzbeauftragte verhängt eine Rekordstrafe von 45 Millionen Euro. (Golem)
Die Wettbewerbsfähigkeit von Fotovoltaik im Zusammenspiel mit Batteriespeichern wächst. „Warum diskutieren wir immer noch über neue Gaskraftwerke?“, fragt Ex-VW-Chef Herbert Diess. (WiWo)
In Berlin ist auf einem Parkplatz eine kombinierte Anlage für Ladestrom für Fahrzeuge, sowie Strom und Wärme für die Großwärmepumpe eines Möbelhauses in Betrieb gegangen. In den Sommermonaten soll die Anlage die Bohrlöcher der Wärmepumpe regenerieren. (pv magazine)
Größter Batteriespeicher Deutschlands bei Schleswig in Betrieb: Ein neuer Batteriespeicher in Bollingstedt gleicht die schwankende Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom aus. Jetzt ist er am Netz. (NDR)
Spieleentwickler integrieren zunehmend OpenStreetMap-Daten in Management-Simulationen wie City Bus Manager, Global Farmer und NIMBY Rails, um realistische Umgebungen zu schaffen, die es den Spielern ermöglichen, vertraute Orte zu gestalten und zu verwalten. Diese Verbindung zur Realität fördert nicht nur das Engagement der Spieler, sondern inspiriert einige sogar dazu, sich intensiver mit Themen wie Stadtplanung und öffentlichem Verkehr auseinanderzusetzen. (The Verge, Englisch)
Lerchen und andere Vogelarten lassen sich nicht von Solarparks abschrecken. Im Gegenteil, sie brüten hier erfolgreicher als an vielen anderen Orten. (pv magazine)
Aufgeben ist keine Option: Die Arktis schmilzt, Wälder werden zu Wüsten, Korallenriffe sterben. Wer rettet die Erde? Die dritte Staffel des Deutschlandfunk-Podcasts „Deep Science“ erzählt von Forschenden, die mit ihren Ideen den Kollaps der Ökosysteme aufhalten wollen. (ARD Audiothek via DLF-Podcastfinder)
Das Magazin Good Impact hatte vor einigen Wochen über finanzielle Herausforderungen berichtet – mit positiver Wirkung: Die Zahl der Mitglieder ist um 10 Prozent auf den neuen Rekordwert von 664 gewachsen. (Good Impact)
Der Jülicher Großrechner „Jupiter Booster“ belegt Rang 4 der Top500-Liste der weltschnellsten Supercomputer und ist damit der schnellste Supercomputer in Europa. (Heise)
„Europa ist führend bei lokaler KI“, sagt der Chef des US-Chipzulieferers Applied Materials vor einem Top-Treffen in Dresden – wo sich die Milliarden-Investitionen inzwischen häufen. Der zweitgrößter Chipausrüster der Welt sucht an der Elbe Kooperationen. (Handelsblatt)
Eine Studie der RWTH Aachen widerspricht dem Mythos vom billigen russischen Gas als Wohlstandsfaktor für Deutschland. (Kölnische Rundschau)
Ein Projekt in Bayern vereint Solar- und Windkraftanlagen mit einem Batteriespeicher. Es zeigt, wie pragmatisch der Netzumbau gelingen kann. (Golem)
Investitionen in den Klimaschutz haben einer neuen Studie zufolge das Potenzial, die globale Wirtschaft zu stärken. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD sowie vom UNO-Entwicklungsprogramm UNDP. (Deutschlandfunk)
Ein aktuelles Video des Youtube-Kanals „The Military Show“ analysiert den Verlauf des Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und kommt zu einem eindeutigen Schluss: Nach fast einer Million gefallener oder verwundeter russischer Soldaten und einer Kriegswirtschaft, die Russland nicht nachhaltig betreiben kann, ist ein Sieg Russlands derzeit so unrealistisch wie nie zuvor. Tatsächlich könnte die Zwickmühle, in die sich Putin manövriert hat, zum Ende des Regimes führen. (The Military Show)
Deutschland liegt im europäischen Vergleich ganz vorne – mit einem Wert von 100 von 100, den ansonsten nur noch Finnland erreicht (ourplanet_eu bei Instagram).
Wie wollen wir leben?
Anti-Trump-Agenda: Ein hochkarätiges Konsortium mit Telekom, SAP, Schwarz Gruppe, Ionos und Siemens will in der EU Milliarden Euro für KI-Großrechenzentren ausgeben. Dazu gibt es ein Programm der EU-Kommission. (Golem) Unterdessen haben sich die Regierungen von Deutschland und Frankreich darauf geeinigt, den Bau von europäischen souveränen Clouds zu beschleunigen. Außerdem soll eine europäische Behörde vergleichbar mit der US-Militärforschungsbehörde Darpa eingerichtet werden. (Golem, Handelsblatt (Paywall)) Laut einer aktuellen Bitkom-Studie sehen drei Viertel der deutschen Unternehmen zu große Abhängigkeit von US-Anbietern. (Bitkom)
Bei LinkedIn habe ich kurz ausgeführt, wie eine europäische KI-Souveränität aus meiner Sicht in etwa aussehen könnte. (Stephan Dörner bei LinkedIn, Fortune)
Beim dänischen Digitalministerium sollen alle Angestellten ohne Microsoft auskommen. Stattdessen werde man Linux und LibreOffice nutzen, sagt die Ministerin. (Heise)
Europa kann vom Braindrain der USA profitieren – wenn es schnell handelt, schreibt Maria M. Mota, Geschäftsführerin des Gulbenkian-Instituts für Molekulare Medizin in Lissabon. „Die Länder müssen zusammenarbeiten, um diese einmalige Chance zu nutzen und zum attraktivsten Standort für Wissenschaftler zu werden.” (Nature Englisch)
Die USA erleben derzeit einen starken „Brain Drain“ in der Wissenschaft – unter anderem wegen Budgetkürzungen und verschärfter Regeln für ausländische Studierende. Während Länder wie Frankreich gezielt amerikanische Talente abwerben, hofft das Weiße Haus, mit reformierten Förderstrukturen und stärkerem Fokus auf inländische Studierende den Verlust ausgleichen zu können — doch insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen fühlen sich zunehmend verunsichert. (Axios, Englisch)
Der netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl will mit der neuen NGO „Zentrum für Digitalrechte und Demokratie“ schnell auf Kommunikation von Big Tech reagieren und damit der Zivilgesellschaft eine Stimme geben. (netzpolitik.org)
Die britische Regierung hat das erste Bahnunternehmen im Land wieder verstaatlicht. In den kommenden zwei Jahren sollen alle Eisenbahnbetreiber in Großbritannien wieder in staatliche Hand überführt werden. (BR)
Frankreich verbietet ab 1. Juli das Rauchen an öffentlichen Orten wie Parks oder an Schulen. Damit will die Regierung vor allem Kinder schützen. In Deutschland halten SPD und Grüne ein ähnliches Verbot ebenfalls für sinnvoll. (Tagesschau)
Deutschland plant eine 10-prozentige Steuer auf große Online-Plattformen wie Google und Facebook, um deren geringe Steuerzahlungen und Investitionen im Land auszugleichen. Die Bundesregierung strebt eine international abgestimmte Lösung an, um zusätzliche Belastungen für Verbraucher*innen zu vermeiden. (Reuters, Englisch)
Die Einrichtung eines Pollers in der Stadthausstraße im Lichtenberger Kaskelkiez in Berlin hat zu einer deutlichen Reduzierung des Durchgangsverkehrs geführt. Befürworter*innen loben die Verbesserung der Lebensqualität und Sicherheit, insbesondere für Kinder. Gleichzeitig gibt es erheblichen Widerstand von Anwohner*innen und Gewerbetreibenden, die Umsatzeinbußen beklagen. (taz)
Eigentlich wollte die Regierung in Bulgarien den Euro schon 2024 einführen. Doch das scheiterte an der zu hohen Inflation. Nun erfüllt das osteuropäische Land alle Kriterien und kann die Gemeinschaftswährung einführen. (Tagesschau)
Griechenland will Europa künftig mit kritischen Rohstoffen beliefern. Die EU-Staaten sind bislang auf Importe angewiesen, insbesondere aus China. Es gilt, diese Abhängigkeit zu reduzieren. (Riffreporter)
Um dem Ziel der europäischen digitalen Souveränität näherzukommen, bemühen sich unabhängige Entwickler nun darum, eine freie Arbeitsumgebung für öffentliche Institutionen in der EU zu entwickeln. Mit EU OS wollen sie ein Proof-of-Concept für ein gemeinsames freies Betriebssystem für den öffentlichen Sektor der Europäischen Union schaffen. (Golem (Paywall))
Mit 276 Ja-Stimmen bei nur 1 Gegenstimme hat der französische Senat ein wichtiges Gesetz gegen Ultra-Fast-Fashion verabschiedet. Das Ziel: gegen die Exzesse von Shein, Temu & Co. vorzugehen. (Stephan Grabmeier bei LinkedIn)
Wo gibt es Fortschritte?
Das schlimmste Treibhausgas der Welt, SF₆, hat einen überraschenden Gegenspieler gefunden: CO₂. In elektrischen Hochspannungsnetzen ist SF₆ als Isoliergas bisher unverzichtbar. Jetzt aber testen Forschende der Georgia Tech eine wirklich klimaneutrale Lösung: Sie nutzen CO₂ in einem Zustand, den Physiker „superkritisch“ nennen. (Cleantech Ing.)
Durchbruch bei der Suche nach einem Heilmittel für HIV: Ein Team aus Melbourne zeigt, wie das Virus in weißen Blutkörperchen sichtbar gemacht werden kann und ebnet damit den Weg für dessen vollständige Eliminierung aus dem Körper. (The Guardian)
Eine spezielle Kühltechnik kann den Stromertrag von Solarzellen um bis zu 46 Prozent steigern. Durch die gezielte Abführung überschüssiger Wärme bleibt die Effizienz der Module auch bei hohen Temperaturen erhalten. (Golem)
Das norwegische Boots-Startup Pascal Technologies will zwei seiner Elektroboote mit Airhull-Technik ausrüsten.Das soll den Strombedarf von Elektrobooten um 50 Prozent reduzieren. (Heise)
Das Aufspalten von Rohöl ist energieintensiv und verursacht große CO2-Emissionen. Eine neue Technik kann 90 Prozent davon vermeiden. (Golem)
Die Colossal Foundation setzt Künstliche Intelligenz ein, um die vom Aussterben bedrohte Zahnschnabeltaube (auch „kleiner Dodo“ genannt) in Samoa aufzuspüren. Ein speziell entwickelter Algorithmus analysiert Tonaufnahmen aus dem Regenwald und erkennt die charakteristischen Rufe der Taube mit 95 Prozent Genauigkeit, basierend auf nur fünf Minuten Trainingsdaten. (Mashable, Englisch)
Vattenfall startet in Schweden ein Pilotprojekt mit 200 VW-Elektroautos, um bidirektionales Laden zu erproben. Dabei können die Fahrzeuge nicht nur Strom aufnehmen, sondern auch wieder ins Netz einspeisen, um Lastspitzen auszugleichen und die Integration erneuerbarer Energien zu unterstützen. (Elektroauto-News)
Die Helmholtz-Gemeinschaft entwickelt KI-Modelle, die große Datenmengen analysieren und komplexe Forschungsfragen beschleunigt beantworten können. Ein Beispiel ist das Projekt AqQua, das mithilfe von Milliarden Bildern von Plankton die globale Biodiversität dieser CO₂-bindenden Meeresorganismen kartiert und ihren Beitrag zum Klimaschutz präziser erfasst. (Helmholtz-Gemeinschaft)
Die Brennerautobahngesellschaft und Alpitronic haben in Bozen Süditaliens erste 1-Megawatt-Ladestation für E-Lkw eröffnet, die mit dem neuen Megawatt Charging System (MCS) ausgestattet ist. Diese ermöglicht es, einen 600-kWh-Akku in nur 30 Minuten aufzuladen und markiert einen wichtigen Schritt hin zu einem „Digitalen Grünen Korridor“ für den europäischen Schwerlastverkehr. (IWR)
Vielen ist Biontech eher als Entwickler des Covid-Impfstoffs bekannt. Dabei widmen sich die Mainzer seit jeher der Bekämpfung von Krebs. Dabei soll jetzt die Kooperation mit einem US-Konzern helfen. (DER SPIEGEL)
Eine Gruppe aus Forschenden am MIT hat eine Brennstoffzelle auf Natrium-Basis entwickelt. Das Konzept hat entscheidende Vorteile gegenüber anderen Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Batterien. (MIT Technology Review/t3n)
Japanische Forscher haben ein „transparentes Papier“ als Alternative zu Kunststoffen entwickelt. Das neue Material ist biologisch abbaubar und kann mit geringen CO2-Emissionen hergestellt werden. (JapanNews)
Physiker*innen der Universität Oxford haben einen neuen weltweiten Rekord für die Genauigkeit der Steuerung eines einzelnen Quantenbits erzielt und die niedrigste jemals erreichte Fehlerquote für eine Quantenlogikoperation erzielt. (Phys.org)
In Japan arbeiten Forschende an der Entwicklung von künstlichem Blut – ein Vorhaben, das ein Gamechanger für Blutspenden sein könnte. (Tagesschau)
Fundstück des Monats: Die Rückkehr der blauen Schreibhefte und KI-Computerliebe
Das Wall Street Journal hat herausgefunden, dass die Verkaufszahlen von Schreibheften im vergangenen Jahr gestiegen sind. Unter Berufung auf Daten einer Reihe großer öffentlicher Universitäten stellt die Zeitung fest, dass die Großabnahmen der Hefte seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 sprunghaft angestiegen sind. (Gizmodo)
Ich habe Claude und DeepSeek miteinander sprechen lassen. Sie haben erst ein Manifest geschrieben und dann Computerliebe gemacht.
Der Impact-Newsletter ist ein Angebot von fph, einer PR-Beratung für Impact-Unternehmen aus Berlin.
Bei Interesse an einer kostenlosen Erstberatung und Einschätzung zum PR-Potenzial eures Unternehmens, schreibt uns gerne: kontakt@fph.berlin
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