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Impact-Newsletter · Nov 13, 2025

250 Millionen Euro für Europas Datensouveränität

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Stephan Dörner · Impact-Newsletter

Was haben der Internationale Strafgerichtshof, Österreichs Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam? Sie alle wollen weg von Microsoft und US-Clouds und setzen stattdessen auf Open-Source-Lösungen, gehostet auf europäischen Servern.

Von 2025 bis voraussichtlich 2027 stellt die DFG dazu beispielsweise finanzielle Mittel in nicht genannter Höhe bereit, um Datensätze und Forschungsergebnisse aus ausländischen Cloud-Speichern herauszulösen. Vorausgegangen war Anfang des Jahres ein Ereignis, das als Weckruf für das Thema europäische digitale Souveränität gilt: Nachdem US-Präsident Donald Trump Microsoft zwang, den Internationalen Strafgerichtshof zu boykottieren, hat der Chefankläger des Gerichts den Zugriff auf seine E-Mails verloren. Auch wenn sich der Sachverhalt inzwischen etwas anders darstellt – nach Handelsblatt-Informationen sperrte Microsoft dem Chefankläger nicht selbst den Zugang, sondern wirkte beim Gerichtshof darauf hin – machte es das Problem deutlich.

Auf welchen Software-Stack europäische Verwaltungen und Unternehmen setzen ist längst kein Detail mehr für IT-Abteilungen, sondern eine politische und geschäftskritische Entscheidung, bei der es um Demokratie, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit geht. Solange europäische Regierungen und Unternehmen von US-Clouds abhängig sind, kann der US-Präsident, der dem Nato-Mitglied Dänemark bereits mit Krieg gedroht hat, den Kill-Switch umlegen.

Aktuelles Vorbild in Deutschland bei der Befreiung aus der Abhängigkeit von der US-Cloud ist Schleswig-Holstein. Zuletzt hatte die Landesverwaltung die Migration von 40.000 Postfächern mit insgesamt deutlich über 100 Millionen E-Mails und Kalendereinträgen von Microsoft Exchange und Outlook auf die Open-Source-Lösungen Open-Xchange und Thunderbird erfolgreich abgeschlossen.

Eine mögliche Alternative zur Google- und Microsoft-Cloud bietet Ionos an, die die Open-Source-Nextcloud hosten. Nextcloud hatte zuletzt angekündigt, bis 2030 mehr als 250 Millionen Euro in das Thema digitale Souveränität zu investieren – mit dem Ziel, Menschen, öffentliche Verwaltung und Unternehmen ein starkes, datenschutz­schonendes Zusammenarbeiten zu ermöglichen.

Auch Grönlands Telekommunikationsanbieter Tusass hat sich gegen den US-Anbieter Starlink und stattdessen für eine Partnerschaft mit dem französischen Satellitenbetreiber Eutelsat Group entschieden, um den Internetzugang in entlegenen Regionen zu verbessern. Als Hauptgründe nannte Tusass „Vertrauen“ und langfristige Zusammenarbeit sowie die Wahrung der Kontrolle über die eigene Infrastruktur — Stichworte: nationale Souveränität und Verlässlichkeit.

„Danke, Donald Trump!!!“, schreibt Anthony Monthe, Gründer des portugiesischen Cloud-Anbieters Cloud Mercato, bei LinkedIn. „Unbeabsichtigt ist er zum wichtigsten Treiber für digitale Souveränität geworden. Meine täglichen Gespräche mit CIOs und CEOs bestätigen dies: Das Misstrauen gegenüber dem Cloud Act und die politische Unsicherheit beschleunigen die Umstellung auf lokale Anbieter.“ Schon der französische Hoster OVH hatte Trump im März 2025 zum Mitarbeiter des Monats gekürt.

Inzwischen fordern auch führende Unionspolitiker den Ausstieg aus der US-Cloud. „Wir sollten beim Fähigkeitsaufbau, und dazu gehören auch die digitalen Komponenten von Behörden, auf deutsche oder europäische Lösungen setzen, damit wir nicht geopolitisch erpressbar werden oder handlungsunfähig“, sagt beispielsweise CDU-Außenexpert Roderich Kiesewetter.

Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, sagte: „Der Einsatz europäischer oder deutscher Softwarelösungen, die hohe Sicherheitsstandards erfüllen und zugleich datenschutzrechtlich überzeugen, wäre zweifellos wünschenswert.“

Dass die Bedrohung alles andere als abstrakt ist, macht nicht nur das Beispiel Internationaler Strafgerichtshof deutlich. Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts, warnte bereits im Juli: „Es gibt bereits politische Eingriffe in die digitale Infrastruktur in den USA. Das demonstriert, welche Macht auf der anderen Seite steht und wie abhängig wir von US-Unternehmen sind.“

Was sollten wir wissen?

  • Erstmals wurde im ersten Halbjahr 2025 global mehr Strom von Wind- und Solarkraftwerken als von Kohlekraftwerken erzeugt. Durch Kohle erzeugter Strom ist auch in absoluten Zahlen auf Rückzug. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. (Heise, New York Times The World)

  • Kalifornien hat seit 2022 keine „Flex Alert“-Notrufe zur Stromsparung mehr herausgegeben – das zeigt eine deutliche Verbesserung der Netzstabilität. Hauptgrund dafür ist ein massiver Ausbau der Batteriespeicher: von rund 0,5 GW im Jahr 2020 auf über 15,7 GW im Jahr 2025. (LA Times, Englisch)

  • In Deutschland wurden 2024 neue Batteriespeicher-Projekte mit insgesamt 46 GWh zugelassen. Aktuell am Netz sind Speicher mit nur 3,2 GWh Kapazität. (SMARD via Reddit)

  • In Australien plant die Regierung mit dem „Solar Sharer“-Programm, jeden Tag mindestens drei Stunden kostenlose Stromnutzung für alle Netzteilnehmenden bereitzustellen – da die Solarstromproduktion tagsüber so stark ist, dass die Großhandelspreise oft gegen null fallen. (electrek, Englisch)

  • Die staatliche Förderbank KfW warnt in einer Studie vor einem Rollback beim Klimaschutz. Rückschritte seien letztlich schlecht für die Wirtschaft. Denn: Der Weltmarkt könnte sich bis 2045 vervierfachen. (taz)

  • Technologien wie Wärmepumpen, Elektroautos oder Solaranlagen könnten Deutschland bis zum Jahr 2045 einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von 255 Milliarden Euro bringen, so das Ergebnis einer Studie, die eine Unternehmensinitiative bei der Beratung Roland Berger in Auftrag gegeben hat. Zu den Unternehmen gehört auch unser Kunde Tibber und Mitglieder der Smart-Meter-Initiative, ebenfalls Kunde von uns. (Handelsblatt)

  • Im Juni stammten 22 Prozent des Stroms in der Europäischen Union aus Solarenergie, womit diese die Kernenergie als größte Energiequelle überholte. Insgesamt lieferten erneuerbare Energien, angetrieben durch den Anstieg der Photovoltaik, im zweiten Quartal 54 Prozent des Nettostromerzeugung. (pv magazine)

  • Spanien ist es durch den Ausbau von Erneuerbaren und Batteriekapazitäten gelungen, dass die Strompreise dort nicht mehr mit dem Gaspreis schwanken, sondern dauerhaft günstig bleiben. (Grafik von EMBER via Reddit)

  • Die Financial Times hat Grafiken veröffentlicht, die die Dynamik beim Ausbau von Großbatteriespeichern im Stromnetz von Kalifornien darstellen. Nach den Stromausfällen in dem US-Bundesstaat 2020 stieg die Batteriespeicherkapazität auf 13 Gigawatt (GW), weitere 8,6 GW sind bis 2027 geplant. Batterien decken mittlerweile regelmäßig ein Viertel des Spitzenbedarfs am Abend und reduzieren so die Gaserzeugung. Die Kosten sinken rapide: Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sind seit 2010 um etwa 90 Prozent gefallen, die Preise für Speichersysteme haben sich in den letzten zwei Jahren mehr als halbiert. (FT via Jan Rosenow bei LinkedIn, Englisch)

  • Rheinmetall will europäische Streitkräfte mit eigenem E-Fuel versorgen – und plant Hunderte dezentrale Produktionsanlagen. Das Projekt „Giga PtX“ setzt dabei auf Technologie der deutschen Unternehmen Sunfire, Ineratec und Greenlyte Carbon Technologies. (ingenieur.de)

  • Das Unternehmen Globalfoundries (GF) will seine Chip-Produktion in Dresden ausbauen. Die Produktionsfläche wächst um 5.000 Quadratmeter, die Jahresproduktion soll bis Ende 2028 von derzeit 950.000 auf 1,1 Millionen Wafer steigen. (MDR)

  • Batterieelektrische Züge sollen Diesel-betriebene ersetzen. Siemens will die Energiespeicher für die Züge künftig in Bayern bauen. (Heise)

  • Die Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau will ihre Energieversorgung künftig unabhängiger und nachhaltiger gestalten. Würth plant deshalb den Bau zweier eigener Windräder. (SWR)

  • Ausrangierte Rotorblätter von Windrädern sollen in China als Sandbarrieren eingesetzt werden, um die Ausbreitung der Wüste zu verhindern. (Futurezone)

  • AUDI – ein Joint-Venture zwischen Audi und China größtem Autobauer SAIC Volkswagen – hat in China einen Nerv getroffen. Binnen nur 30 Minuten sollen laut einem Post auf dem sozialen Netzwerk Weibo nach Verkaufsstart mehr als 10.000 Bestellungen für den neuen E5 Sportback eingegangen sein. Für den VW-Konzern ist dieser Erfolg eine wichtige Bestätigung dafür, dass die neue Submarke AUDI in China auf fruchtbaren Boden fällt. (auto, motor & sport)

  • Weniger Geld für den Krieg, mehr für Propaganda und Repression: Moskaus Haushaltsentwurf für 2026 bis 2028 zeigt: Der Kreml rechnet nicht mehr mit einem schnellen Sieg. (südostschweiz)

  • Revolut ist 45 Milliarden wert, Mistral wird Zwölf-Horn, Proxima Fusion sammelt 150 Millionen ein: Christoph Klink, Partner beim Frühphasen-Investor Antler, kommentiert die Erfolge der europäischen Tech-Szene. (Gründerszene)

  • Zwei Schweizer Solaröfen sollen beim Recycling von Edelstahl helfen und den Vorgang so umweltfreundlich wie möglich gestalten. Sonnenenergie reiche dazu aus. (Heise)

  • Der weltgrößte Speicher für industrielle Prozesswärme steht in Ungarn. Das System auf Basis geschmolzenen Salzes spart 8000 t CO₂ jährlich. (ingenieur.de)

  • Apple hat Verträge über 650 Megawatt erneuerbare Energie in Europa unterzeichnet. Dazu gehören Wind- und Solarprojekte, die entweder bereits in Betrieb sind oder bald in Betrieb genommen werden. Ein großer Teil der damit erzeugten Energie wird zur Kompensation des Energieverbrauchs der Apple-Kund*innen verwendet. Die Nutzung aller Geräte, von Mac Pros bis hin zu Apple Watches, macht fast ein Drittel des CO2-Fußabdrucks des Unternehmens aus. (TechCrunch, Englisch)

  • Die Berliner BVG startet das bisher größte Pilotprojekt für autonome Kleinbusse. Fünf E-Kleinbusse starten im Berliner Nordwesten – noch ohne Fahrgäste. (Heise)

  • In Gundelsheim wurde ein einzigartiges Projekt eingeweiht: Ein Energiepark soll Strom für rund 30.000 Haushalte aus Sonne, Wind und einem Batteriespeicher kombinieren. (SWR)

  • Laut einem neuen UN-Bericht hat China seit 1990 über 173 Millionen Acres (700 000 km²) Wald hinzugewonnen — das entspricht in etwa der Fläche des US-Bundesstaates Texas. (Yale Environment, Englisch)

  • Der internationale Projektentwickler Elements Green hat Investitionen von rund 2 Milliarden Euro bis Ende 2028 in den Ausbau von Batteriespeicherprojekten in Deutschland angekündigt. (pv magazine, Windkraft-Journal)

  • Hohe Temperaturen, Trockenheit und Entwaldung gefährden den Regenwald im Amazonasbecken. Deshalb will Brasiliens Präsident Lula die Abholzung bis 2030 auf Null reduzieren. Neuen Zahlen zeigen, dass das Land auf dem richtigen Kurs ist. (Tagesschau)

  • Im Vereinigten Königreich führt Royal Mail rund 3.500 solarbetriebene, digital vernetzte Briefkästen ein — ausgestattet mit Solarpanelen und Barcode-Scannern für Paket-Einwürfe. Die neuen Briefkästen dienen nicht mehr nur dem herkömmlichen Postversand, sondern sind Teil eines modernen „Smart Post“-Konzepts, welches Einwurf-, Paket- und Tracking-funktionen in einem Gerät vereint. (BBC, Englisch)

  • Wärmepumpen heizen auch in Bestandsgebäuden effizient und klimafreundlich. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. (Fraunhofer ISE)

  • Zielgruppe ist die deutsche Industrie: Telekom und Nvidia bauen eine milliardenteure KI-Fabrik in München. Es soll erst der Auftakt für ein weit größeres Rechenzentrum sein. (DER SPIEGEL)

  • Die Deutsche Bahn schließt einen Liefervertrag mit dem saarländischen Hersteller Saarstahl für klimafreundlich produzierte Schienen. Es ist ein erster Schritt, der Schule machen soll. (Tagesspiegel)

  • Mit dem Digital Services Act (DSA) haben Forschende, die sich mit systemischen Risiken großer Plattformen beschäftigen, einen Anspruch auf Zugang zu deren Daten. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat ein Webtool entwickelt, das Forschende dabei unterstützt, das dafür notwendige Datenschutz- und Datensicherheitskonzept zu erstellen. (freiheitsrechte.org via GFF auf Mastodon)

  • Der Rucksack Makeshift Traveler von The HomeMore Project in Kalifornien ist mit einem Solarpanel, Powerbank, USB-Anschluss und einer Reihe zusätzlicher Ausstattung wie Zelt, Schlafsack und Hygiene-Kit ausgestattet und richtet sich gezielt an Menschen ohne Obdach. Seit dem Start 2022 wurden mehr als 1.200 Exemplare in rund 25 Städten verteilt, und für 2025 ist die Verteilung von über 2.000 weiteren Einheiten geplant, um die Mobilität, Sicherheit und Vernetzung obdachloser Menschen zu verbessern. (Yako Design)

  • Der Chef des Schweizer Energiekonzerns BKW erzählt im Interview, warum er in Deutschland Milliarden in neue Gaskraftwerke und Batterien investieren will. (WiWo, Paywall)

  • Forschungsprogramme zwischen der EU und der Schweiz reaktiviert: Seit Anfang des Jahres können Forschende in der Schweiz wieder an Horizon Europe, Euratom sowie Digital Europe teilnehmen. (Heise)

Wie wollen wir leben?

  • Durchbruch für die Rahmenbedingungen von Netzspeichern in Deutschland: Speicher sollen nun im Baurecht auch im Außenbereich priviligiert sein. Um einen Speicher außerhalb von Ortschaften zu bauen, braucht es dann keine Baugenehmigung mehr. Und auch Multi-Use Speicher, also welche die an eine PV-Anlage angeschlossen sind, können nun Strom aus dem Netz beziehen und eine Befreiung der Netzentgelte beantragen. (Bundesverband Solarwirtschaft via Joachim Plesch bei LinkedIn)

  • Wo in Deutschland ist das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten zehn Jahren besonders stark gewachsen? In den „neuen“ Bundesländern (mit Ausnahme Sachsen-Anhalts), meist noch vor Bayern und Baden-Württemberg. Probleme haben sich eher im Westen gezeigt. In Nordrhein-Westfalen haben die Menschen heute nur ein geringfügig höheres Einkommen als 2014, im Saarland sogar weniger. (Michael Böhmer, Chief Economist bei Prognos auf LinkedIn)

  • Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln könnten auf den Dächern von Mehrfamilienhäusern in Deutschland Solaranlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 60,4 Gigawatt installieren werden. Das wären 28 Prozent dessen, was laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bis zum Jahr 2030 an zusätzlicher Solarkraft ausgebaut werden soll. (ariadneprojekt.de)

  • Bus und Bahn ohne Tickets und Kontrollen. Die NGO „Dialog-Gesundheit-Klima“ (DGK) hat ein Konzept für einen beitragsfinanzierten Nahverkehr vorgestellt – als Alternative zum Deutschlandticket. (FR)

  • Die Bundesregierung hat ein Reformpaket beschlossen, um Staat und Verwaltung zu modernisieren. Geplant sind nach Regierungsangaben rund 80 Einzelmaßnahmen, darunter etwa eine Online-Zulassung für Autos und eine digitale Unternehmensgründung. (Deutschlandfunk)

  • Die elektronische Patientenakte ist da: Praxen und Kliniken sind seit dem 1. Oktober verpflichtet, neue medizinische Informationen über ihre Pa­ti­en­t:in­nen auch anderen Praxen zur Verfügung zu stellen – damit zum Beispiel das Verschicken von Befunden per Mail oder Brief wegfällt. (taz)

  • Die Europäische Kommission hat eine neue Strategie vorgelegt, mit der Industrie- und Fertigungsbranchen gezielt bei der Einführung von KI-Technologien unterstützt werden sollen – etwa durch Förderprogramme für branchenspezifische KI-Modelle und -Agenten im Bereich Produktion. Zugleich sieht der Plan vor, bis 2026 eine überarbeitete Regulierungsrahmen-Struktur zu etablieren, um die sichere Anwendung von KI in kritischen Bereichen wie der Radiologie klarer zu definieren.(Euractiv)

  • Insgesamt 163 Gebote für 2182 Megawatt kombinierte Erneuerbaren-Anlagen mit oder ohne Speichern erhielt die Bundesnetzagentur. Die Zuschläge gingen ausschließlich an Photovoltaik-Speicher-Projekte zu Preisen zwischen 4,79 und 5,59 Cent pro Kilowattstunde. (pv magazine)

  • Bei einem Volksentscheid in Hamburg hat eine Mehrheit für strengere Klimaschutzziele gestimmt. (Deutschlandfunk)

  • 55 Milliarden Stunden wurde in Deutschland 2023 und 2024 gearbeitet – ein neuer Rekord. (Martin Gaedt bei Medium)

  • Irland macht das Pilotprogramm „Basic Income for the Arts“, das ausgewählten Künstler*innen seit 2022 wöchentlich rund 325 Euro zahlte, ab 2026 dauerhaft. In der Evaluierung wurde festgestellt, dass das Programm nicht nur die finanzielle Sicherheit der Teilnehmenden erhöhte, sondern auch deren künstlerische Tätigkeit und Wohlbefinden förderte – laut Bericht ergaben sich daraus volkswirtschaftliche Mehrwerte. (ARTnews)

  • Solarpunk ist eine optimistische Science-Fiction-Strömung und eine Kulturbewegung, die eine harmonische Zukunft anstrebt, in der Technologie und Natur im Einklang stehen. Der Gründer und Ökonom Skander Garroum argumentiert in seinem Newsletter, dass der afrikanische Kontinent bereits heute zunehmend in einer Solarpunk-Realität lebe – etwa durch dezentrale Solar- und Batterieanlagen, Pay-as-you-go-Finanzierung und mobile Geldsysteme, die das traditionelle zentralisierte Versorgungsmodell überspringen. Damit entstünde eine Infrastruktur-Logik, die nicht auf riesige, staatlich initiierte Megaprojekte setzt, sondern modular, privatwirtschaftlich und schnell einsatzbereit ist – ein Schlüsselmerkmal des Solarpunk-Denkens. (Climate Drift)

Wo gibt es Fortschritte?

  • Während an vielen Orten der Welt Krankheiten wieder vermehrt auftauchen, kommt aus dem Südpazifik eine gute Nachricht: Fidschi hat es geschafft, die Augenkrankheit Trachom offiziell zu eliminieren. (Watson)

  • Forscher*innen stellen zunehmend fest, dass ein wirksamer Ansatz zur Krebsprävention nicht allein darin besteht, schadhafte Mutationen zu adressieren, sondern das körpereigene Gleichgewicht zwischen gesunden Zellen und möglichen Tumorzellen zu stärken. Insbesondere zeigt sich, dass chronische Entzündung die Ausbreitung von Zellen mit DNA-Schäden begünstigt und dass Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt- und Zellumgebung — etwa durch Förderung gesunder Zellpopulationen — das Krebsrisiko erheblich senken könnten. (Economist)

  • Forschende der McMaster University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben das neue Antibiotikum Enterololin entwickelt, das gezielt entzündungsfördernde Darm-Bakterien bei Inflammatory Bowel Disease (IBD) angreift, während nützliche Mikroben weitgehend geschont werden. (McMaster University)

  • Ein kleines Technologie-Startup mit Sitz in einem Lagerhaus in der Nähe von Miami könnte mit einem mutigen neuen Ansatz für das Batteriedesign kurz davor stehen, die globale Energielandschaft zu verändern. (WPLG Local 10 bei YouTube via Gerhard Schröder)

  • Der spektakulär schnelle globale Ausbau von Solarenergie-Anlagen zusammen mit massiv fallenden Kosten könnte dazu führen, dass Solarstrom die weltweite Stromversorgung viel schneller als bisher gedacht dominiert. (New Scientist)

  • Lange Zeit wurden Unterschiede in der Gesundheit von Frauen, Männern und anderen Geschlechtern unterschätzt, mit fatalen Folgen. Männer waren das Maß der Dinge in der Medizin. Inzwischen richtet sich der Blick mehr und mehr auf Frauen und andere Geschlechter. (Riffreporter Podcast)

  • Forschende des Helmholtz‑Zentrum Berlin haben eine neue Variante einer Perowskit‑Solarzelle entwickelt, bei der eine speziell behandelte Fluorverbindung – ähnlich dem Markenprodukt Teflon – zwischen Perowskit-Schicht und Kontaktschicht aufgebracht wurde. Diese Beschichtung führte dazu, dass die Zellen nach 1.200 Stunden simulierten Sonnenstrahlungsbedingungen keinen messbaren Effizienzverlust aufwiesen, wodurch die Lebensdauer-Herausforderung von Perowskit-Zellen deutlich reduziert wurde. (Golem)

Fundstück des Monats: Frachtsegelschiff überquert Atlantik

Das größte Frachtsegelschiff der Welt hat seine erste Atlantiküberquerung absolviert. Die Neoliner Origin hat ihre Jungfernfahrt erfolgreich abgeschlossen, obwohl sie einen Schaden am hinteren Segel davongetragen hatte. Sie nutzte dafür ihren Motor und andere Segel. (Reuters bei YouTube via Gerhard Schröder)

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