In diesem Krautwickel:
Ein paar Gedanken zum Jahresanfang und zum Ankommen im Januar
Winterspaziergänge, Pflanzenbeobachtung und das Wiedererkennen von Pflanzen
Knospen im Winter und ein kurzer Exkurs zur Gemmotherapie
Ein traditionelles Electuarium als wärmendes Leckmittel für die kalte Jahreszeit
Da sind wir nun: Januar 2026.
Ich hoffe, ihr hattet möglichst ruhige und wenig stressige Feiertage. Für viele von uns sind sie ja doch oft mit Hektik verbunden. Kaum ist Weihnachten vorbei, beginnen schon die Vorbereitungen für Silvester, und spätestens am ersten Januar könnte man eigentlich erst einmal eine ordentliche Auszeit gebrauchen.
Aber da ist er dann schon wieder und wartet auf uns, der Alltag. Die Weihnachtsdeko verschwindet, draußen ist es kalt und meist dunkel, vielleicht plagt einen noch eine Erkältung, und innerlich ist man eigentlich schon bereit für den Frühling.
Da wir aber alle noch ein wenig durchhalten müssen, möchte ich den Blick heute auf die guten Dinge lenken.
Auch wenn ich selbst im Winter nicht so oft draußen bin wie im restlichen Jahr, überrede ich mich doch regelmäßig dazu, hinauszugehen und zu schauen, was es gerade zu entdecken gibt. Gerade in der kalten Jahreszeit sollten wir jede Gelegenheit nutzen, uns gut einzupacken und ein bisschen frische Luft zu tanken.
Es ist spannend, Pflanzen in ihren verschiedenen Stadien über das Jahr hinweg zu beobachten. Denn selbst jetzt, wenn sie verblüht und vertrocknet zwischen Schnee und Matsch stehen, lassen sich viele noch erkennen. So weiß man schon im Winter, wo man im nächsten Frühling gezielt nach ihnen suchen kann.
Hier auf dem Foto seht ihr den Blütenstand einer Braunelle. Ich fand ihn ungewöhnlich hoch und habe zwar aufgrund der Form sofort auf sie getippt, mich dann aber doch noch einmal rückversichert, um ganz sicherzugehen.
Jetzt ist auch eine wunderbare Zeit, um Bäume anhand ihrer Knospen zu bestimmen. Das ist gar nicht so leicht, denn es gibt unglaublich viele unterschiedliche Formen, Farben und Strukturen. Gerade deshalb ist es eine schöne und herausfordernde Beschäftigung für Winterspaziergänge.
Wusstet ihr, dass es seit einigen Jahren die sogenannte Gemmotherapie gibt? Sie stammt aus Frankreich. Dabei werden aus Baumknospen Auszüge hergestellt, meist in Glycerin und Trinkalkohol, ergänzt mit etwas Wasser. Diese werden als Spray oder Tropfen angewendet, oft im Mundraum, und ihnen werden unterschiedlichste Wirkungen zugeschrieben.
Wissenschaftlich eindeutig bewiesen sind diese Wirkungen bislang nicht. Dass eine Wirkung grundsätzlich möglich ist, erscheint aus wissenschaftlicher Sicht jedoch plausibel, wenn man sich die in Knospen enthaltenen Inhaltsstoffe anschaut. Ich bin gespannt, was die Forschung in den kommenden Jahren dazu noch herausfinden wird.
Zum Abschluss meines ersten Krautwickels für 2026 möchte ich euch noch ein Rezept für ein Electuarium, auch Leckmittel genannt, mitgeben.
Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „das Aufzuleckende“.
Electuarien waren besonders im Mittelalter eine weit verbreitete Arzneizubereitung. Man kannte sie auch unter dem Namen Latwerge. Vielleicht hat die ein oder der andere diesen Begriff schon einmal im Zusammenhang mit dem Saarland gehört. Dort gibt es bis heute sogenanntes „Latwersch“, ein dick eingekochtes Pflaumenmus ohne Zuckerzusatz. Möglicherweise ist dies ein Überbleibsel aus dieser Zeit, denn auch wenn ich euch heute ein Electuarium auf Honigbasis zeige, wurden früher ebenso dick eingekochte Früchte als Grundlage verwendet.
Diese süßen Massen dienten nicht nur als Träger, sondern milderten auch den oft scharfen oder bitteren Geschmack der beigemischten Kräuter und Gewürze.
Man findet Electuarien in vielen alten Rezept- und Kräuterbüchern, dennoch sind sie heute eher selten geworden. Eigentlich schade, denn sie sind simpel, schnell hergestellt und sehr einfach in der Anwendung.
Man nimmt täglich einen Löffel davon pur ein oder rührt ihn in Tee, der auf etwa 40 °C abgekühlt ist, ideal wäre er gelöst in einer leicht erwärmten Milch oder Pflanzenmilch, da einige Wirkstoffe sich in Fett besser lösen.
Rezept für ein wärmendes Electuarium
1 TL Hagebuttenpulver
1 TL Ingwerpulver
1 TL Kurkumapulver
1 TL Galgant oder Kardamom
1 Messerspitze Zimt
1 Messerspitze schwarzer Pfeffer, gemahlen
Honig (ca. 70-80g)
Alle Zutaten werden in einem Schraubglas mit Honig vermischt, so viel, bis eine dicke Paste entsteht.
Stellt nur so viel her, wie ihr innerhalb von ein bis zwei Wochen verbrauchen möchtet.
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Die enthaltenen Zutaten wurden in der traditionellen Volksheilkunde vor allem als wärmende und kräftigende Mittel genutzt, die die Verdauung anregen, den Körper in der kalten Jahreszeit unterstützen und allgemein zur Stärkung eingesetzt wurden.
Hinweis:
Die hier vorgestellte Zubereitung ist ein traditionelles Hausmittel aus der Volksheilkunde. Sie ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei bestehenden Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei Unsicherheiten sprecht bitte vor der Anwendung mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung.
Bis zum nächsten Mal!
Herzlichst
Dirk
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