Der „Holocaust durch Kugeln“ ist ein zunehmend beliebtes Thema bei den Verteidigern der „Holocaust“-Geschichte. Die Behauptung lautet, dass die Einsatzgruppen mit Unterstützung der deutschen Armee versucht haben, alle Juden in der Sowjetunion zu ermorden. Dieser Artikel befasst sich mit den Fakten und Mythen dieser Behauptung.
Der jüdische Historiker der Princeton University, Arno Mayer, fasst seine Sicht der Massenerschießungen durch die Einsatzgruppen in der Sowjetunion zusammen:
Trotz des unvergleichlichen Ausmaßes des jüdischen Leids wurde die Vernichtung des Ostjudentums nie zum Hauptziel von Barbarossa. Der Kampf für Lebensraum und gegen den Bolschewismus war weder ein Vorwand noch ein Mittel zur Tötung von Juden. Es war auch kein bloßer Vorwand, um die jüdischen Massaker als Vergeltungsmaßnahmen gegen Partisanen zu tarnen. Der Angriff auf die Juden war zweifellos von Anfang an mit dem Angriff auf den Bolschewismus verflochten. Das heißt aber nicht, dass dies der dominierende Teil des hybriden „Judenbolschewismus“ war, den Barbarossa vernichten wollte. Vielmehr war der Krieg gegen die Juden ein Aufpfropfen oder ein Parasit auf dem Ostfeldzug, der immer sein Wirt blieb, auch oder besonders, als er sich tief in Russland verfing. Als die Einsatzgruppen und das RSHA zu ihrem Einsatz aufbrachen, war die Vernichtung der Juden nicht ihre Hauptaufgabe, geschweige denn ihre einzige.[1]
Nach Mayers Analyse waren die Massaker an den Ostjuden nicht Teil eines umfassenden Vernichtungsplans. Die Tötung der Juden in der Sowjetunion war vielmehr die Folge der unaufhaltsamen Radikalisierung des Krieges im Osten und der Tatsache, dass viele sowjetische Juden von der SS als Träger des Bolschewismus eingestuft wurden.[2]
In den Augen der SS und der Zivilbevölkerung der Sowjetunion galten viele sowjetische Juden als Verantwortliche oder Komplizen der kommunistischen Gewalttaten. So waren die Massaker an Juden, die von Ukrainern und SS-Männern im Juli 1941 in Lemberg und anderen galizischen Städten verübt wurden, in erster Linie Vergeltungsmaßnahmen für die von den Sowjets zwischen dem 22. Juni und 2. Juli 1941 begangenen Massenmorde an Ukrainern. Die Berichte der Einsatzgruppen belegen dies:
EK [Einsatzkommandos] Nr. 13 vom 5. Juli 1941. EG B, Lemberg:
“EK 4a: Standort Luzk. 2000 Erschießungen als Gegenmaßnahme für Ermordung von Ukrainern. EK 4b: Standort Tarnopol. In Tarnopol 5000 Ukrainer verschleppt, 2000 ermordet. Als Gegenmaßnahmen Festnahmeaktion gegen jüdische Intelligenz, die für die Ermordungen mitverantwortlich und außerdem Zuträger der NKWD, in die Wege geleitet. Zahl auf etwa 1000 geschätzt. Am 5. Juli etwa 70 Juden von den Ukrainern zusammengetrieben und mit geballter Ladung erledigt. Weitere 20 Juden auf der Straße durch Militär und Ukrainer erschlagen, als Reaktion auf die Ermordung dreier Soldaten, die gefesselt mit abgeschnittenen Zungen und ausgestochenen Augen im Gefängnis aufgefunden. Wehrmacht erfreulich gute Einstellung gegen die Juden.[3]
Andere Juden wurden nach der Entdeckung der sowjetischen Folterkammern als Vergeltungsmaßnahme erschossen. Zum Beispiel reagierten die Deutschen nach der Entdeckung einer Folterkammer im Gerichtsgebäude von Tarnopol wie folgt: „Die durchziehenden Truppen, die Gelegenheit hatten, diese Scheußlichkeiten und vor allen Dingen auch die Leichen der ermordeten deutschen Soldaten zu sehen, erschlugen insgesamt etwa 600 Juden und steckten ihre Häuser an.“[4]
Der Kampf der sowjetischen Partisanen in den Wäldern und Sümpfen wurde von den Einsatzgruppen und den deutschen Truppen als die gefährlichste aller Arten der Kriegsführung angesehen - die eher den Gejagten als den Jäger bevorzugte. Die Partisanen töteten fast immer gefangene deutsche Soldaten, oft nachdem sie sie brutal gefoltert hatten. Die deutschen Antipartisanentruppen operierten in einer äußerst unangenehmen Umgebung, die den deutschen Einheiten den Groll auf die Partisanen einbrachte, wegen deren Aktivitäten sie sich dort befanden. Im Sommer machten riesige Fliegen- und Mückenschwärme das Leben zur Hölle; im Winter grassierten Erfrierungen und Grabenfuß.[5]
Joseph Goebbels’ Tagebucheinträge bekräftigen, was zahlreiche Historiker über die Gefahren der sowjetischen Partisanenaktivitäten gesagt haben. Goebbels schrieb am 6. März 1942: „Ein SD- Bericht orientiert mich über die Lage im besetzten Rußland. Sie ist doch prekärer, als man allgemein annimmt. Die Partisanengefahr erhöht sich von Woche zu Woche.“[6]
Am 16. März 1942 schrieb Goebbels: „Ich lese einen Bericht des SD über die Lage in den besetzten Ostgebieten. Die Partisanentätigkeit hat in den letzten Wochen wieder beachtlich zugenommen. Die Partisanen führen einen richtiggehenden organisierten Kleinkrieg. Es ist ihnen sehr schwer beizukommen, weil sie in den von uns besetzten Gebieten mit so terroristischen Mitteln vorgehen, daß die Bevölkerung schon aus Angst sich nicht mehr bereitfindet, loyal mit uns zusammenzuarbeiten.“[7]
Der sowjetische Partisanenkrieg gegen Deutschland wurde immer barbarischer und mörderischer. Im Februar 1943 wurden 596 deutsche Gefangene von sowjetischen Partisanen in Grischino getötet und viele von ihnen verstümmelt.
Ein deutscher Richter, der Zeugen und Überlebende dieser Gräueltat verhörte, wusste:
„Was glauben Sie, welche Mühe bei uns damals im Fall Grischino die Kommandeure und Kompaniechefs hatten, die Soldaten davon abzubringen, grundsätzlich jeden Russen der Popov Armee totzuschlagen. Die Truppe war derartig wütend und erbittert. Das können Sie sich nicht vorstellen, nachdem sie das alles gesehen hatten, was die Leute für eine Wut im Einsatz gehabt haben, wie sie vorbeimarschiert sind.“[8]
Es wird gern das Kube-Lohse-Dokument als Beweis für einen deutschen Plan zur Vernichtung der Juden aufgeführt. In diesem Brief, den der Generalkommissar für Weißrussland, Wilhelm Kube, an den Reichskommissar für das Ostland, Hinrich Lohse, geschrieben hat, steht ganz klar, dass die Juden die Hauptunterstützer der Partisanenbewegung waren:
Bei allen Zusammenstößen mit Partisanen in Weißruthenien hat es sich herausgestellt, daß das Judentum sowohl im ehemals polnischen wie auch im ehemals sowjetischen Teil des Generalbezirks zusammen mit der polnischen Widerstandsbewegung im Osten und den Rotarmisten Moskaus im Osten Hauptträger der Partisanenbewegung ist. Infolgedessen ist die Behandlung des Judentums in Weißruthenien angesichts der Gefährdung der gesamten Wirtschaft eine hervorragend politische Angelegenheit, die infolgedessen auch nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach politischen Gesichtspunkten gelöst werden müßte. In eingehenden Besprechungen mit dem SS-Brigadeführer Zenner und dem hervorragend tüchtigen Leiter des SD, SS-Obersturmbannführer Dr. jur. Strauch, haben wir in Weißruthenien in den letzten 10 Wochen rund 55.000 Juden liquidiert.[9]
Die Einsatzgruppen und andere deutsche Einheiten töteten also Juden im Rahmen ihrer Partisanenbekämpfung in der Sowjetunion und in Polen und nicht, weil Deutschland eine Politik des Völkermords an den Juden verfolgte.
Auch kann mit Sicherheit angenommen werden, dass nicht alle dokumentarischen Beweise zeigen, dass die Einsatzgruppen und andere deutsche Tötungskommandos gezielt jüdische Zivilisten ermordeten. Tatsächlich gibt es zahlreiche Beweise dafür, dass viele der Einsatzgruppenberichte nicht authentisch sind.
Die Unzuverlässigkeit der Einsatzgruppenberichte wurde 1949 im britischen Prozess gegen den deutschen Feldmarschall Erich von Manstein anerkannt. Von Mansteins britischer Anwalt wies nach, dass ganze Gebiete, die in den Berichten als „judenfrei“ bezeichnet wurden, viele blühende jüdische Gemeinden aufwiesen, die während des gesamten Krieges unangetastet blieben. Das Gericht akzeptierte das Argument, dass die Berichte der Einsatzgruppen unzuverlässig waren. Das Gericht sprach von Manstein in Bezug auf die Aktivitäten der Einsatzgruppen in seinem Kommandobereich frei.[10]
Die Originale der Einsatzgruppenberichte wurden nie herausgegeben, und viele der Kopien, die angefertigt wurden, zeigen deutliche Anzeichen von Nachkriegsergänzungen. Der Einsatzgruppen-Bericht Nr. 111 enthält zum Beispiel eine verstümmelte Formulierung und eine deutliche Hinzufügung der Worte „Juden allgemeinen“ am Ende eines Absatzes (unten hervorgehoben):
Den von den Kommandos durchgeführten Exekutionen liegen folgende Motive zugrunde: Politische Funktionäre, Plünderer und Saboteure, aktive Kommunisten und politische Ideenträger, Juden, die unter falschen Angaben die Entlassung aus dem Gefangenenlager erschlichen haben, Agenten und Zuträger des NKWD, Personen, die durch Falschaussagen und Zeugenbeein- flussung maßgeblich an der Verschickung von Volksdeutschen beteiligt waren, jüdischer Sadismus und Rachgier, unerwünschte Elemente, Asoziale, Partisanen, Politruks, Pest- und Seuchen- gefahr, Angehörige russ. Banden, Freischärlerversorgung russ. Banden mit Lebensmitteln, Aufrührer und Hetzer, verwahrloste Jugendliche, Juden allgemeinen.[11]
Dr. Arthur Robert Butz schreibt über die Einsatzgruppen-Dokumente:
Sie sind hektographiert, Unterschriften sind selten, und wenn sie vorhanden sind, stehen sie auf unverdächtigen Seiten. Dokument NO-3159 trägt beispielsweise als Unterschrift R. R. Strauch, doch nur auf einem Deckblatt, das die Einsatzorte der verschiedenen Einheiten der Einsatzgruppen angibt. Auf der gleichen Linie liegt das Dokument NO-1128, angeblich ein Bericht Himmlers an Hitler, u.a. über die Exekution von 363.211 Juden in Russland von Aug. bis Nov. 1942. Diese Behauptung findet sich auf S. 4, während die angeblich von Himmler stammenden Initialen (ohnehin leicht zu fälschen mit drei senkrechten Strichen und einem Querstrich) auf der unwichtigen ersten Seite stehen.[12]
Dr. Butz erklärt, warum viele der Einsatzgruppen-Dokumente gefälscht wurden:
Es ist unschwer zu erkennen, warum diese Dokumente existieren. Die Verfasser der Lügen würden außer Zeugenaussagen keine Beweise für ihre Behauptungen haben. Wir haben gesehen, dass es über Auschwitz eine Fülle greifbarer Fakten gab, mit denen man arbeiten und deren Bedeutung entstellt werden konnte: Transporte von Juden nach Auschwitz, von denen viele nicht an ihren ursprünglichen Wohnort zurückgekehrt sind, umfangreiche Lieferungen einer Darreichungsform von Blausäure, ausgeklügelte Kremie- rungsanlagen, die Selektionen, schließlich der Gestank. Mit den Einsatzgruppen war das anders. Da gab es nur eine Tatsache: die Erschießungen. Für sich allein genommen ist diese Tatsache kein beeindruckender Beweis, und diese Überlegungen waren zweifellos der Anlass für die haufenweisen Fälschungen dieser Dokumente.[13]
Selbst der jüdische Historiker Gerald Reitlinger hatte Probleme mit der Existenz der Einsatzgruppenberichte. Reitlinger schrieb:
Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die Mörder solch reichhaltige Beweise für ihre Taten hinterließen, denn trotz des viele Namen umfassenden ‘Verteilers’ scheinen Knoblochs [der Gestapo-Beamte, der die Berichte herausgab] Berichte vor allem dazu bestimmt gewesen zu sein, Himmler und Heydrich zu beeindrucken. Hier finden sich neben zahllosen Versuchen, die tägliche Ernte des Todes so zu präsentieren, dass sich höchst eindrucksvolle Gesamtzahlen ergeben, auch ziemlich amateurhafte Bemühungen um eine politisch wertende Berichterstattung.[14]
Neben der Partisanenbekämpfung hatten die Einsatzgruppen zahlreiche Aufgaben bei der Reorganisation des zivilen Lebens in den von den Deutschen besetzten sowjetischen Gebieten. In ihren Berichten behandelten die Einsatzgruppen Themen wie Moral, Politik und Verwaltung, Propaganda, kulturelles Leben, Gesundheitswesen, Kirche, Wirtschaft, Ernährungslage, Landwirtschaft, Industrie und Handel, die Widerstandsbewegungen sowie die Juden. Die Einsatzgruppen waren an einer wahrhaft schwindelerregenden Anzahl von Aufgaben beteiligt.[15]
Im ersten Stahlecker-Bericht, dem „Gesamtbericht bis zum 15. Oktober 1941“, heißt es ausdrücklich, dass „die Gesamtzahl der liquidierten Juden 71.105 beträgt“.[16] Der Pro-Holocaust-Historiker Ronald Headland bestätigt jedoch, dass die Zahlen in den Einsatzgruppen-Berichten oft übertrieben waren:
Auch die Behauptung, die Zahlen seien übertrieben, scheint eine gewisse Grundlage zu haben. Andere Quellen als die, die beim Prozess verwendet wurden, legen nahe, dass die Zahlen verändert wurden, um ein günstigeres Bild zu zeichnen. Einige Historiker haben bereitwillig akzeptiert, dass übertrieben wurde, um ein eindrucksvolles Bild der Aktivitäten der Kommandos zu vermitteln.[17]
Der deutsche Mainstream-Historiker Dr. Peter Longerich kommentiert die mögliche Übertreibung der getöteten Juden in den Einsatzgruppen-Berichten:
“Was die Opferzahlen anbelangt, so ist nicht auszuschließen, daß die buchhalterische Akkuratesse, in der die Ereignismel- dungen verfaßt sind, ein falsches Bild vermittelt; möglicherweise wurde nicht in jedem Fall die exakte Zahl der bei den Massakern getöteten Menschen festgehalten, und es erscheint denkbar, daß die Zahlen übertrieben hoch angegeben wurden, um die ‘Erfolgsbilanz ’ zu glätten.”[18]
Franz Walter Stahlecker wies in einer Mitteilung vom 6. August 1941 darauf hin, dass die sowjetischen Juden nicht ins Visier genommen wurden, weil sie Juden waren, sondern weil sie kollektiv verdächtigt wurden, den Bolschewismus zu unterstützen. Stahlecker, der Kommandeur der Einsatzgruppe A, verfolgte nicht die Politik, Juden zu töten, nur weil sie Juden waren.[19] Wie wir im Abschnitt über die Aktion 1005 sehen werden, wurden die meisten der in den Einsatz- gruppenberichten erwähnten jüdischen Leichen nie gefunden.
Eine weitere Fälschung ist mit Sicherheit auch der sogenannte Jäger-Bericht. Dieser wurde beim IMT nicht als Beweis vorgelegt, obwohl eine Kopie dieses Berichts während der Rückeroberung Litauens 1944 in die Hände der Sowjetunion fiel. Die Sowjets schwiegen über den Jäger-Bericht bis 1963, als sie dieses einzigartige Dokument an eine Behörde der Bundesrepublik Deutschland übergaben. Das Dokument wurde daraufhin gründlich geprüft und für echt erklärt.[20]
Anders als viele SS-Offiziere floh Jäger nach dem Krieg weder ins Ausland, noch verbarg er sich unter falschem Namen. Jäger lebte bis zu seiner Verhaftung am 10. April 1959 unbehelligt in Heidelberg. Nach seiner Verhaftung wurde er etwa 23 Stunden lang verhört und unterschrieb dabei maschinengeschriebene Aussagen, die aus 29 Blättern bestanden. Jäger wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1959 erhängt in seiner Zelle aufgefunden.[21]
Da die Sowjets den deutschen Behörden den Jäger-Bericht erst vier Jahre nach Jägers Tod zur Verfügung stellten, konnten die Deutschen Jäger nicht zu seinem Bericht befragen. In seinen Verhören gab Jäger an, dass er 8-14 Tage vor Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion an dem Treffen in Pretzsch teilgenommen hat. Jäger erinnerte sich mit Bestimmtheit daran:
daß über Judenerschießungen nichts gesagt worden ist. Die Ansprache von Heydrich in Berlin, in der er erklärt hatte, daß bei einem Osteinsatz die Juden zu erschießen seien, wurde nicht wiederholt. Es wurde auch nicht gesagt, daß es ein strikter Befehl sei, die Juden im Osten zu erschießen. Für vollkommen ausgeschlossen halte ich es, daß von irgendeiner Stelle ein schriftlicher Befehl gekommen wäre, Juden zu erschießen. Ich selbst habe mit Sicherheit so einen Befehl nie gesehen, auch später in Kowno nicht.[22]
Die Echtheit des Jäger-Berichts ist höchst zweifelhaft. Dieses Dokument ist eine vierte Durchschrift eines Originals, das nie gefunden wurde. Nach der in Deutschland üblichen bürokratischen Praxis sollte der Verfasser des Dokuments auf Seite eins, oben links, und der Adressat darunter stehen, was in diesem Dokument eindeutig fehlt.[23]
Es ist auch unvorstellbar, dass die Sowjets davon abgesehen hätten, den Jäger-Bericht im IMT vorzulegen, wenn sie ihn für echt hielten. Bereits im Dezember 1942 hatten die Sowjets einen Bericht herausgegeben, in dem es hieß, dass die Nazis die Juden ausrotten würden. Selbst in Nürnberg erklärten die sowjetischen Ankläger bei den Anhörungen am 18. Februar 1946 ausdrücklich, dass die Deutschen schreckliche Massaker und Pogrome an den Juden verübt hatten. Die Sowjets am IMT hielten den Jäger-Bericht jedoch nicht für glaubwürdig genug, um ihre Behauptungen zu untermauern.[24]
Der wichtigste Test für die Glaubwürdigkeit des Jäger-Berichts ist die Frage, ob es dokumentarische oder physische Beweise für das Vergraben von mehr als 137.000 Leichen an den im Bericht genannten Orten gibt. Solche Beweise gibt es nicht. Wie wir später erörtern werden, erklärt die erfundene Aktion 1005 nicht, warum die 137.000 Leichen nicht an den im Jäger-Bericht genannten Orten liegen.[25]
Da die Leichen der angeblich fast 2 Millionen ermordeten Juden nicht gefunden wurden, behauptet die offizielle Holocaust-Geschichtsschreibung, dass sie in der so genannten Aktion 1005 eingeäschert wurden. Ein Artikel in der Enzyklopädie des Holocaust definiert diese Aktion:
„Aktion 1005. Deckname für ein Unternehmen, mit dem die Spuren des Mordes an Millionen Menschen im besetzten Europa verwischt werden sollten“.[26]
Es ist unrealistisch, anzunehmen, dass die Aktion 1005 erfolgreich war und die Deutschen fast 2 Millionen Leichen exhumiert und verbrannt haben. Das würde bedeuten, dass die Deutschen innerhalb von etwa 13 Monaten Tausende von Gräbern auf einem Gebiet von mehr als 1,2 Millionen Quadratkilometern geleert haben müssten - und zwar ohne irgendwelche materiellen oder dokumentari- schen Spuren zu hinterlassen. Die massenhafte Exhumierung einer so großen Anzahl von Leichen in einem so kurzen Zeitraum ist völlig unmöglich.[27]
Außerdem wissen wir, dass keine sowjetischen Flugzeuge die brennenden Leichen entdeckt und fotografiert haben, denn sonst hätten die Sowjets die Fotos für Propagandazwecke ausgeschlachtet. Die tausenden von Scheiterhaufen, die
in der Nacht brannten, wären von den Sowjets fotografiert worden, wenn solche Massenexhumie- rungen stattgefunden hätten.[28]
Der israelische Holocaust-Historiker Yitzak Arad versucht, diese Probleme zu erklären, indem er behauptet, die Aktion 1005 sei ein Fehlschlag gewesen:
Die Aktion 1005 war eine streng geheime Operation. Befehle und Berichte wurden mündlich gegeben und empfangen, und es wurden keine deutschen Dokumente als Beweismittel aufbewahrt. Die SS, die für die Aktion verantwortlich war, tat alles in ihrer Macht Stehende, um ein Durchsickern von Informationen über den Ort zu verhindern...
Es ist nicht bekannt, wie viele Leichen im Laufe der Operation eingeäschert wurden - sicherlich Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen. Aber Millionen von Leichen blieben in den Löchern, in denen sie begraben worden waren. Diese greifbaren Beweise - die Leichen von Millionen von Juden und Nichtjuden, die von Nazideutschland und seinen Kollaborateuren in den besetzten sowjetischen Gebieten ermordet wurden - blieben für die Nachwelt erhalten. In ihrem Hauptziel - der Vernichtung der Beweise für den Massenmord - hat Aktion 1005 versagt.[29]
Das Problem mit Arads Erklärung ist, dass weder die Sowjets noch irgendjemand sonst die Massengräber gefunden hat, in denen angeblich eine große Anzahl von Juden in der Sowjetunion verscharrt wurde. Germar Rudolf schreibt:
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 wurden zahlreiche Massengräber entdeckt, exhumiert und untersucht, in denen sich Hundert- tausende von Leichen der Opfer der Sowjets befanden. Es wurde dabei nicht nur die Anzahl der Opfer ermittelt, sondern auch die jeweilige Todesursache. In der gleichen Gegend, in der diese Massengräber entdeckt wurden, sollen während des Zweiten Weltkriegs etwa eine Million Juden von den Einsatzgruppen ermordet worden sein. Doch wurde in dem halben Jahrhundert, in dem die Sowjetunion und ihre Nachfolgerstaaten diese Gebiete kontrollierten, nie über die Entdeckung eines solchen Grabes berichtet, geschweige denn über seine Ausgrabung und Untersuchung.[30]
Die undokumentierte und imaginäre Aktion 1005 liefert also keinen Beweis für ein deutsches Programm zum Völkermord an den europäischen Juden.
Verschiedene Schätzungen, dass am Ende fast zwei Millionen Juden durch Massenerschießungen getötet wurden, ist sicherlich übertrieben. Wenn fast 2 Millionen Juden von den Einsatzgruppen und anderen deutschen Einheiten ermordet worden wären, hätte man die Massengräber dieser toten Juden schon längst gefunden.
Carlo Mattogno schreibt:
Die orthodoxe Holocaust-Geschichtsschreibung hat keine Beweise dafür zu erbringen vermocht, dass die Behörden des Dritten Reiches je geplant haben, die Spuren der von den Einsatzgruppen und anderen Einheiten durchgeführten Tötungsaktionen mittels einer systematischen Operation zur Exhumierung und Kremierung der Leichen zu verwischen, oder dass eine solche Operation je durchgeführt wurde.[31]
Der Einsatzgruppen-Prozess, der von September 1947 bis April 1948 in Nürnberg stattfand, bildete die Grundlage für die Anschuldigungen, dass die Einsatzgruppen und andere deutsche Streitkräfte Millionen von Juden und anderen Menschen in einem „Holocaust durch Kugeln“ ermordet haben. Die Angeklagten in diesem Prozess waren 24 kommandierende und hochrangige Offiziere der Einsatzgruppen.[32]
Benjamin Ferencz, der Chefankläger im Einsatzgruppen-Prozess, hat zugegeben, dass er Todesdrohungen eingesetzt hat, um Beweise zu erhalten. Ferencz sagte in einem Interview:
Wissen Sie, wie ich Zeugenaussagen bekommen habe? Ich ging in ein Dorf, in dem beispielsweise ein amerikanischer Pilot mit dem Fallschirm abgesprungen und zu Tode geprügelt worden war, und stellte alle an die Wand. Dann habe ich gesagt: „Jeder, der lügt, wird auf der Stelle erschossen.“ Es kam mir nie in den Sinn, dass Aussagen, die unter Zwang gemacht wurden, ungültig sein könnten.[33]
Ferencz, der einen internationalen Ruf als Verfechter des Weltfriedens genießt, erzählte außerdem eine Geschichte über das Verhör eines SS-Obersts. Ferencz erklärte, dass er seine Pistole zückte, um ihn einzuschüchtern:
Was tust du, wenn er denkt, dass er immer noch das Sagen hat? Ich muss ihm zeigen, dass ich das Sagen habe. Ich muss nur den Abzug betätigen und ihn als auf der Flucht erschossen kennzeichnen ... Ich sagte: „Sie tragen eine dreckige Uniform, ziehen Sie sie aus!“ Ich zog ihn nackt aus und warf seine Kleidung aus dem Fenster. Er stand eine halbe Stunde lang nackt da, bedeckte seine Hoden mit den Händen und sah nicht annähernd wie der SS-Offizier aus, der er angeblich war. Dann sagte ich: „Hören Sie zu, Sie und ich werden jetzt eine Vereinbarung treffen. Ich bin ein Jude - ich würde Sie am liebsten umbringen und als auf der Flucht erschossen markieren, aber ich werde tun, was Sie niemals tun würden. Sie werden sich hinsetzen und genau aufschreiben, was passiert ist - wann Sie das Lager betreten haben, wer dort war, wie viele gestorben sind, warum sie gestorben sind, und alles andere darüber. Sie müssen das nicht tun - Sie sind nicht dazu verpflichtet. Sie können einen fünfzeiligen Brief an Ihre Frau schreiben, und ich werde versuchen, ihn zuzustellen.” (Ferencz bekommt die gewünschte Aussage und fährt fort.) Ich ging dann zu jemandem draußen und sagte: „Major, ich habe diese eidesstattliche Erklärung, aber ich werde sie nicht verwenden - es ist ein erzwungenes Geständnis. Ich möchte, dass Sie reingehen, nett zu ihm sind und dafür sorgen, dass er es umschreibt.“ Der zweite schien in Ordnung zu sein - ich sagte ihm, er solle den Zweiten behalten und den Ersten vernichten. Das war’s.[34]
Dieses und andere Eingeständnisse von Ferencz warfen einen unmittelbaren Schatten auf das gesamte Verfahren. Kann man sich darauf verlassen, dass eine solche juristische Person in einem großen Prozess faire und objektive Beweise vorlegt?[35]
Ferencz nahm sich nur zwei Tage Zeit, um die 253 erbeuteten Dokumente im Einsatzgruppen- Prozess zu präsentieren. Diese Dokumente waren die Hauptbeweise, die zur Verurteilung der Angeklagten in diesem Prozess verwendet wurden.[36] Es sei darauf hingewiesen, dass es sich bei allen in diesem Prozess vorgelegten Dokumenten um Dokumente der Staatsanwaltschaft handelte. Die Dokumente wurden ausschließlich zu dem Zweck gesichtet, den Fall der
Staatsanwaltschaft zu unterstützen, während der Verteidigung hilfreiche Verteidigungs- dokumente vorenthalten wurden.[37]
Die Verteidiger der offiziellen „Holocaust“-Geschichte behaupten oft, dass die Berichte der Einsatzgruppen von der US-Armee erbeutet wurden, als sie die Kontrolle über die Gestapo- Zentrale übernahm. Doch selbst Ferencz hat zugegeben, dass die Kopien dieser Berichte aus den Beständen des Auswärtigen Amtes in Berlin stammen, was sie zu Papieren sowjetischen Ursprungs macht.[38]
Der Yitzhak Arad und andere Historiker sagen jetzt, dass die Einsatzgruppen mit Hilfe der deutschen Armee fast alle Juden in der Sowjetunion umgebracht haben.[39] In seinem Buch „The Holocaust in the Soviet Union“ (Der Holocaust in der Sowjetunion) redet Arad darüber, wie schwierig es ist, genaue Zahlen über die Juden zu bekommen, die während des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion gestorben sind:
Das Fehlen genauer sowjetischer Statistiken über die Zahl der in die sowjetischen Hinterlandgebiete evakuierten Juden und deutscher Unterlagen über die Zahl der in den besetzten sowjetischen Gebieten verbliebenen Juden macht es schwierig, die vielen Massaker, die von der Orpo und den lokalen Polizeikräften durchgeführt wurden, vollständig zu erfassen.[40]
Trotz dieses Mangels an Unterlagen erstellt Arad Schätzungen der jüdischen Todesopfer in der von Deutschland besetzten Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs, die nur geringfügige Abweichungen aufweisen. Arad schätzt, dass es in den von Deutschland besetzten Sowjet- republiken 2.612.000 bis 2.743.500 Juden gab. Von dieser Zahl sollen 103.000 bis 119.000 Juden überlebt haben, während schätzungsweise 2.509.000 bis 2.624.500 Juden ums Leben kamen.[41] Nimmt man den Mittelwert dieser Schätzungen, ergibt sich eine jüdische Todesrate von 95,85 % und eine Überlebensrate von nur 4,15 %.
Arad schätzt, dass es in den von Deutschland besetzten Sowjet- republiken Weißrussland, Ukraine und Russland 2.105.000 bis 2.225.000 Juden gab. Von dieser Gesamtzahl haben schätzungsweise 42.000 bis 55.000 Juden überlebt, während etwa 2.063.000 bis 2.170.000 Juden ums Leben gekommen sind. Unter Verwendung des Mittelwerts dieser Schätzungen geht Arad davon aus, dass von insgesamt 2.165.000 Juden in Weißrussland, der Ukraine und Russland nur 48.500 überlebt haben.[42] Dies entspricht einer jüdischen Sterblichkeitsrate von 97,76 % in diesen drei Sowjetrepubliken und einer Überlebensrate von nur 2,24 %.
Arad liefert keine Belege für seine geschätzten Gesamtzahlen der jüdischen Todesopfer in der Sowjetunion. Arads Annahme zur Gesamtzahl der jüdischen Todesopfer in der Sowjetunion ist absurd. Die deutsche Armee und die Einsatzgruppen waren in einen gewaltigen Kampf gegen die sowjetische Armee verwickelt. Es ist unmöglich, dass die Deutschen allein aufgrund mündlicher Befehle von Heinrich Himmler[43] einen so hohen Prozentsatz an Juden getötet haben, während sie gleichzeitig in epische Schlachten mit den Sowjets verwickelt waren.
Yitzhak Arad hat in der Vergangenheit falsche historische Informationen verbreitet, um die offizielle Holocaust-Geschichte zu stützen. Arad, der von vielen als führender Treblinka-Experte angesehen wird, hat einen Bericht vom 15. November 1942 verdreht, indem er behauptete, dass sich der Bericht auf Gaskammern statt auf Dampfkammern als Mordwaffe in Treblinka bezog.[44] Arad musste diese Änderung vornehmen, weil die offizielle Geschichtsschreibung jetzt sagt, dass Dampfkammern nie benutzt wurden, um Juden in Treblinka zu töten.[45]
Die Einsatzgruppen hatten die Aufgabe, sowjetische Kommissare zu töten und Partisanen- aktivitäten in der Sowjetunion zu bekämpfen. Bei diesen Einsätzen wurde eine große Anzahl von Juden und Nicht-Juden getötet.
Da die deutschen Streitkräfte immer begrenzt und an der Front immer gefragt waren, hatten die deutschen Militärbehörden umso mehr Angst vor den Störungen, die Partisanen verursachen konnten. Deshalb gingen die Einsatzgruppen und die Offiziere des deutschen Heeres mit aller Härte gegen die Aktivitäten der Partisanen in der Sowjetunion vor.
Dies führte dazu, dass die Einsatzgruppen und das deutsche Militär massenhaft Partisanen töteten und auch viele Zivilisten hinrichteten. Die Einsatzgruppen dienten jedoch nicht dem zusätzlichen Zweck, einen Völkermord am sowjetischen Judentum zu begehen.[46]
Die erhöhte Zahl der Todesopfer im „Holocaust durch Kugeln“ wird heute von Yitzhak Arad und anderen Historikern dazu benutzt, die abnehmende Zahl der geschätzten Todesopfer in den deutschen Lagern auszugleichen. Nur so können die angeblichen 6 Millionen Toten des sogenannten Holocausts aufrechterhalten werden.
Dieser Artikel erschien zuerst in The Barnes Review 1/2021 und später in einer erweiterten und veränderten Version auf seiner Netzseite 2023. Da der Aufsatz im Netz auch einen Teil über Babi Jar enthielt - den ich hier wegließ, da ich diesen schon separat veröffentlichte -, habe ich versucht beide Versionen in einem Bericht zu vereinen.
Deutsche Übersetzung + Veröffentlichung:
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