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CryptoTicker Newsletter 🇩🇪 · Aug 7, 2026

🏛️ Das WICHTIGSTE Krypto-Gesetz der USA ist vertagt...das steckt dahinter

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Dennis Weidner, Cryptoticker · CryptoTicker Newsletter 🇩🇪

Endlich Freitag. ☕

Es war eine dieser Wochen, in denen dir der Chart fast nichts sagt und alles andere umso mehr.

Bitcoin hat sich in sieben Tagen um ganze 0,37 % bewegt. In der Zwischenzeit ist Washington die Zeit für das Gesetz ausgegangen, auf das die gesamte Branche wartet, ein 45-Milliarden-Fonds hat sich innerhalb eines Monats in Luft aufgelöst, SpaceX musste sich zum ersten Mal der Börse stellen, und wir haben uns hingesetzt und alle 329 MiCA-Zulassungen durchgearbeitet. Damit du es nicht musst.

Schnapp dir einen Kaffee. Die zehn Minuten lohnen sich.

  • 🏛️ Warum der CLARITY Act seine Frist gerissen hat, wer wirklich blockiert und wie realistisch der September noch ist

  • 💥 Wie ein KI-Hedgefonds mit 45 Milliarden Dollar Vermögen in Wochen zusammenbrach und warum Bitcoin nicht mal zuckte

  • 🔓 Die Coldcard-Bilanz, die täglich weiter stieg, und die eine Maßnahme, die nichts bringt

  • 🚀 Was in SpaceX’ ersten Quartalszahlen stand und warum die Aktie trotz starker Zahlen fiel

  • 🇪🇺 Die Zahl im MiCA-Register, die in der Branche niemand zitiert

  • 📊 Ein Kursüberblick über die Top 7 und warum sich diese Woche praktisch nichts bewegt hat

  • 🗓️ Arbeitsmarktbericht, Inflationsdaten und Senatskalender: die Termine für den Rest des Augusts

  • 🧠 Schon gewusst? Die Frage der Woche zum Mitraten

Kurz vorweg, weil es zur Woche passt.

Wer auf Coinbase handelt, zahlt bei jeder einzelnen Order Gebühren. Coinbase One macht daraus einen festen Monatsbeitrag. Inzwischen nutzen über 600.000 Menschen in 42 Ländern das Abo, und Coinbase gehört zu den wenigen Handelsplätzen in der EU, die tatsächlich eine MiCA-Zulassung besitzen. Nach unserer Register-Auswertung diese Woche ist das relevanter als sonst.

📖 Coinbase One im Detail: alle Leistungen, Kosten und Grenzen

Das steckt drin:

  • 🔵 Keine Handelsgebühren auf hunderte Kryptowerte bis zu einem monatlichen Volumenlimit (der Spread bleibt, Coinbase Advanced ist ausgenommen)

  • 💵 3,5 % p. a. auf dein USDC, täglich verzinst, Auszahlung wöchentlich freitags, ohne Mindestguthaben. Du entscheidest, ob du in USDC oder Bitcoin ausgezahlt wirst

  • 📈 25 % Rückerstattung auf Spot-Gebühren bei Coinbase Advanced, ausgezahlt in USDC, bis zu 100 $ im Monat

  • 🛡️ Bis zu 250.000 $ Schutz bei unbefugtem Kontozugriff. In einer Woche, in der 116 Millionen Dollar aus dem Cold Storage verschwunden sind, liest sich das anders als sonst

  • Höhere Staking-Erträge und kostenloses Gas auf Base, bis zu 10 $ monatlich

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Los geht es bei 4,99 $ im Monat (Basic), Preferred kostet 29,99 $. Sieben Tage kannst du kostenlos testen, der Leistungsumfang unterscheidet sich je nach Region.

Ehrlich gesagt: Das Abo rechnet sich, wenn du regelmäßig handelst oder ein nennenswertes USDC-Guthaben hältst. Wenn du zweimal im Jahr kaufst und den Rest in der Hardware-Wallet liegen lässt, rechnet es sich nicht. Schau dir vorher an, was du im Monat tatsächlich an Gebühren zahlst.

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Spät am Donnerstagabend hat John Thune, Mehrheitsführer im US-Senat, bestätigt, worauf sich der Markt die ganze Woche eingestellt hatte: Vor der Sommerpause wird es keine Abstimmung über den Digital Asset Market Clarity Act geben. Das Gesetz landet in der Warteschlange für September.

Das ist die folgenreichste Entwicklung der Woche, und sie lohnt eine genaue Einordnung. Denn die Schlagzeile und die tatsächliche Lage sind zwei verschiedene Dinge.

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Ash Crypto@AshCrypto

🚨 CLARITY IS DELAYED. 🇺🇸 US Senate pushes the Crypto Clarity Act vote until after summer recess.

5:44 AM · Aug 7, 2026 · 72.5K Aufrufe

171 Antworten · 76 Reposts · 860 Likes

Was nicht passiert ist: Das Gesetz ist weder gescheitert noch abgelehnt worden.

Was passiert ist: Die Demokraten im Senat wollten sich nicht auf einen Zeitplan für die restlichen Vorlagen vor der Pause festlegen. Damit war der Weg über die einstimmige Zustimmung versperrt. Zwei Streitpunkte blockieren. Der erste ist eine Ethikklausel zu den Krypto-Beteiligungen hochrangiger Regierungsvertreter, zusätzlich befeuert durch Offenlegungen über rund 1,4 Milliarden Dollar an Einnahmen aus Krypto-Aktivitäten von Präsident Trump im Jahr 2025. Der zweite ist die Frage, wie Zins- und Prämienzahlungen auf Stablecoin-Produkte behandelt werden. Hier liegen Kryptobranche und Bankenlobby weit auseinander.

Thunes Büro benannte die Ursache deutlich: Die Demokraten bestünden auf keiner Abstimmung. Gleichzeitig sicherte er zu, das Gesetz direkt nach der Rückkehr als Erstes aufzurufen.

Ein Monat Aufschub klingt harmlos. Der Kalender macht daraus etwas Schwereres.

  • Der Senat kehrt am 14. September zurück und hat dann rund drei Sitzungswochen. Dieses Fenster ist bereits mit dem Haushaltsstreit belegt.

  • Danach beginnt der Endspurt zu den Zwischenwahlen im November. Die Zeit im Plenum schrumpft, und eine öffentliche Abstimmung über Kryptoregulierung wird vom Routinevorgang zum Wahlkampfrisiko.

  • Das Gesetz braucht weiterhin 60 Stimmen. Die Republikaner halten 53 Sitze. Es müssten also mindestens sieben Demokraten mitstimmen, und zwar bei einem Gesetz, dessen Knackpunkt eine Ethikklausel gegen den amtierenden Präsidenten ist.

Der Markt hat entsprechend neu bewertet. Kontrakte auf Polymarket zu einer Unterzeichnung noch in diesem Jahr notieren bei rund 15 %, Anfang Mai waren es über 70 %, bei einem Volumen von mehr als 5 Millionen Dollar. Galaxy Research hatte die eigene Schätzung schon vor Thunes Bestätigung von 50 auf 30 % gesenkt.

Bevor du 2026 komplett abschreibst: Der GENIUS Act ist bei seiner ersten Verfahrensabstimmung ebenfalls durchgefallen und wurde wenige Wochen später verabschiedet. Ein Gesetz, das im September blockiert wird, ist damit nicht automatisch tot. Senatorin Cynthia Lummis hat einen Kompromiss eingebracht, der die Entwürfe des Banken- und des Agrarausschusses zusammenführt. Und der Druck ist erheblich: Grayscale hat die Senatsführung öffentlich aufgefordert zu handeln, Stand With Crypto zählte eine Million Zuschriften an Abgeordnete, US-Finanzminister Scott Bessent verlangte eine Entscheidung, und der frühere Verteidigungsminister Mark Esper stufte das Gesetz als Frage der nationalen Sicherheit ein.

Ehrlich gesagt ist das eher ein Stimmungsthema als eines der Fundamentaldaten. Aber die Stimmung konzentriert sich auf ganz bestimmte Werte.

Betroffen sind die Coins, bei denen die Hoffnung auf das Gesetz eingepreist war. XRP steht dabei ganz vorne, weil das Gesetz die Einstufungsfrage klären würde. XRP verliert auf Wochensicht 4,59 %, ist damit der schwächste der großen Werte und notiert bei 1,02 $. Das ist kein Zufall.

XRP/USD 1W

Für alles andere zementiert die Verzögerung den Status quo: Regulierung über Vorgaben von SEC und CFTC statt über ein Gesetz. Diese Unsicherheit rechtfertigt für institutionelle Anleger eine Risikoprämie und bremst die Produkt- und Verwahrplanung bei Firmen, die seit Monaten auf ein Regelwerk warten. An dem, was Bitcoin ist, ändert sie nichts.

📖 Unsere komplette XRP-Analyse: Lohnt sich der Einstieg auf diesem Niveau?

Wenn du eine Erinnerung daran gebraucht hast, dass am Ende immer der Hebel tötet: Diese Woche hat sie geliefert.

Leopold Aschenbrenner ist 25. Er verließ OpenAI 2024, veröffentlichte einen 165 Seiten langen Aufsatz mit dem Titel Situational Awareness, der im Silicon Valley zur Pflichtlektüre wurde, und machte daraus einen Hedgefonds gleichen Namens. Die These war schlank: Je leistungsfähiger KI wird, desto größer die Nachfrage nach Chips, Speicher, Rechenzentren und Strom. Also long auf alles, was diese Infrastruktur liefert, und short auf die Softwarefirmen, die KI überflüssig machen könnte.

Das funktionierte spektakulär gut. Die Financial Times berichtete von 1.551 % Gewinn seit Auflage, allein im ersten Halbjahr 2026 lag der Fonds 439 % im Plus. Anfang Juli verwaltete er rund 45 Milliarden Dollar.

Dann drehte der Markt. Eine Trendumkehr traf beide Seiten des Buchs gleichzeitig. Die Long-Positionen in der KI-Infrastruktur (Nebius, Sandisk, Micron, CoreWeave, SK Hynix, Bloom Energy, IREN) brachen ein, einige um mehr als 35 %. Die Short-Positionen auf Software, darunter Adobe, stiegen. Bei einem berichteten Hebel von bis zu 4 kamen die Nachschussforderungen schnell.

Die Prime Broker Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan arbeiteten bis zuletzt mit dem Fonds an den Sicherheitsanforderungen. Am 30. Juli verkaufte Situational Awareness sein komplettes börsennotiertes Portfolio mit Abschlag an Ken Griffins Citadel. Das verwaltete Vermögen sackte auf rund 10 Milliarden Dollar. Im Investorenbrief steht ein Minus von 67 % für den Monat Juli.

Warum das in einen Krypto-Newsletter gehört:

  • Bitcoin reagierte praktisch nicht. Die Korrelation zwischen Kryptowerten und dem KI-Trade, die alle unterstellen, war genau dann nicht da, als es darauf ankam. BTC blieb die ganze Zeit in derselben Spanne wie schon seit Wochen.

  • Es ist der sauberste Beleg dafür, dass der KI-Trade nicht nur eine Erzählung ist, sondern vor allem eine Hebelgeschichte. Die zugrunde liegende These kann weiterhin richtig sein. Gescheitert ist die Finanzierungsstruktur.

  • Die FTX-Spur ist unangenehm. Zu Aschenbrenners frühen Stationen zählte FTX, wo er die Stiftungsaktivitäten mit aufbaute. Kritiker hatten schon vor dem Start bemängelt, dass er nie zuvor Geld verwaltet hatte. Ein Wall-Street-Beobachter brachte es auf den Punkt: Für viele war das keine Frage des Ob, sondern des Wann.

Für Krypto-Anleger lautet die Lehre schlicht: Wenn ein großes gehebeltes Buch zwangsliquidiert wird, laufen für ein paar Stunden alle Korrelationen gegen eins, danach entkoppeln sie wieder. Sich darauf einzustellen ist eine Frage des Risikomanagements, keine Richtungswette.

📖 Die ganze Analyse inklusive der FTX-Verbindung

Wir hatten das in der letzten Ausgabe. Es steht hier erneut, weil die Zahl seitdem nicht stehen geblieben ist.

Die Abflüsse begannen am 30. Juli und liefen in vier Wellen bis zum 3. August. Galaxy Research beziffert die laufende Summe inzwischen auf rund 1.816 BTC, umgerechnet etwa 116 Millionen Dollar, aus mehr als 5.200 Adressen. Allein die erste Welle zog rund 594 BTC aus etwa 500 Wallets ab, in 25 Minuten.

Die Ursache bleibt eine einzige nicht geprüfte Bedingung in einer Firmware von März 2021. Eine Build-Einstellung wies das Gerät an, den eigenen Hardware-Zufallszahlengenerator zu überspringen. Eine Bibliothek prüfte zwar, ob diese Einstellung existiert, aber nie, ob sie auch aktiv war. Die Erzeugung des Seeds fiel damit auf einen deterministischen Software-Generator zurück, gespeist aus der Seriennummer des Chips und dem Stand interner Zähler. Das Bitcoin-Sicherheitsteam von Block, das den Fund am 30. Juli an Coinkite meldete, formulierte die Folge nüchtern: Die effektive Schlüsselstärke fiel von geplanten 128 Bit auf bei älteren Geräten teils nur 40 Bit.

Der eine Punkt, den wir wiederholen, weil er immer noch falsch verstanden wird: Ein Firmware-Update repariert keinen Seed, der bereits schwach erzeugt wurde. Wenn du zwischen März 2021 und dem Patch einen Seed auf einer Coldcard erstellt hast, behandle ihn als kompromittiert. Neuer Seed, neue Adressen, Guthaben umziehen. Betroffen sein können Mk2, Mk3, Mk4, Mk5 und Q, je nachdem, welche Firmware bei der Erstellung des Seeds lief.

Coinkite hat einen Sicherheitshinweis veröffentlicht und unterstützt Betroffene. Eine Entschädigung gibt es bisher nicht.

Der Reflex nach so einer Geschichte lautet: Selbstverwahrung erst mal ruhen lassen und alles auf der Börse liegen lassen. Das ist die falsche Lehre. Cold Storage nimmt dir weiterhin das Gegenparteirisiko ab, und genau dieses Risiko hat im letzten Jahrzehnt das meiste Krypto-Vermögen vernichtet. Was sich geändert hat, ist die Annahme, man könne ein Cold Wallet jahrelang unbeachtet liegen lassen.

Wir haben beide Vergleiche diese Woche neu aufgesetzt, angestoßen durch den Coldcard-Fall und das ESMA-Register.

  • Hardware-Wallets: Welcher Hersteller welche Historie hat, wer sich in der Vergangenheit was geleistet hat und wie du ein Setup baust, das den Ausfall eines einzelnen Herstellers übersteht.
    👉 Zum Hardware-Wallet-Vergleich

  • Krypto-Börsen: Unser Börsenvergleich nennt zu jedem MiCA-lizenzierten Anbieter die juristische Person und das Datum der Zulassung, jeweils gegen das Register geprüft.
    👉 Zum Börsenvergleich

SPCX hat am 4. August nach Börsenschluss die ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt. Die Zahlen waren stark.

  • Umsatz: 7,81 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 % gegenüber dem Vorjahr, erwartet waren rund 6,93 Milliarden Dollar

  • Verlust je Aktie: 0,09 $ statt der erwarteten 0,26 $

  • Nettoverlust: verringert auf 541 Millionen Dollar nach rund 1 Milliarde Dollar

  • Bereinigtes EBITDA: rund 3,54 Milliarden Dollar, ein Plus von etwa 191 %

  • Konnektivität: 4,3 Milliarden Dollar Umsatz und 1,7 Millionen neue Abonnenten netto

  • KI-Sparte: Umsatz plus 247 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,6 Milliarden Dollar

Das Management stellt bis Ende 2026 einen annualisierten Umsatz von 100 Milliarden Dollar in Aussicht und zieht das interne Ziel von 1 Billion Dollar Umsatz von 2031 auf 2030 vor.

Die Aktie schloss am Tag der Zahlen 9,43 % im Plus bei 125,33 $ und gab nachbörslich rund 8 % ab.

SPCX 1M

Die Zahl, auf die der Markt tatsächlich geschaut hat, waren die Investitionsausgaben. Sie lagen bei 18,37 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal, gegenüber einer Analystenschätzung von 13,22 Milliarden Dollar, davon allein 15,83 Milliarden Dollar für KI. Das ist fast so viel, wie SpaceX im gesamten Jahr 2025 investiert hat, und das Management deutete an, dass die kommenden zwei Quartale ähnlich aussehen könnten. Die liquiden Mittel liegen nach dem Rekord-Börsengang bei 93,5 Milliarden Dollar. Schulden und Leasingverbindlichkeiten sind binnen drei Monaten von 22 auf 36,8 Milliarden Dollar gestiegen.

📖 Die SPCX-Chartanalyse in fünf Phasen

Dann kam das zweite Problem. Am 6. August lief die erste Lock-up-Frist aus und gab Aktien im Wert von rund 123 Milliarden Dollar für den Handel frei. SPCX notiert bereits etwa 44 % unter dem Hoch von 225,64 $ aus dem Juni und liegt unter dem Ausgabepreis von 135 $.

Der Fall ist ein Lehrstück über Angebot gegen Fundamentaldaten. Das Geschäft verbessert sich sichtbar. Der Streubesitz ist gerade deutlich größer geworden. Beides löst sich nicht im selben Zeitraum auf.

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Die ESMA veröffentlicht das MiCA-Register als offene Datei. Gelesen hat sie kaum jemand. Wir haben die Fassung vom 4. August heruntergeladen und Zeile für Zeile durchgearbeitet.

Das Ergebnis: 329 Zulassungen, davon 72 in Deutschland, und nur 21, die tatsächlich den Betrieb eines Handelsplatzes erlauben.

Diese Lücke ist der Punkt. Denn die Formulierung “MiCA-lizenzierte Krypto-Börse” trägt in Werbetexten gerade sehr viel Gewicht, das sie nicht verdient. Ein lettischer Zahlungsdienstleister mit einer einzigen nationalen Zulassung und ein europaweiter Handelsplatz stehen im selben Register, und beide dürfen völlig zu Recht mit einer MiCA-Zulassung werben. Dasselbe Produkt sind sie deshalb nicht.

Zwei weitere Erkenntnisse, die du mitnehmen solltest:

  • Der MiCA-Schutz hängt an einer juristischen Person, nicht an einer Marke. Das zugelassene Unternehmen heißt so gut wie nie so wie die App auf deinem Handy. Kraken steht im Register beispielsweise als Payward Global Solutions. Wenn du die App nicht der Firma zuordnen kannst, kannst du die Lizenz auch nicht prüfen.

  • Das Register funktioniert in beide Richtungen. Die ESMA führt zusätzlich eine Liste nicht konformer Anbieter, aktuell 167 Einträge, nachdem die italienische Aufsicht CONSOB zuletzt drei weitere Firmen gemeldet hat.

Parallel geht die Abwanderungswelle aus der EU weiter. AscendEX hat den Betrieb zum 1. Juli eingestellt, Auszahlungen sind nur noch eingeschränkt möglich. BitMEX gibt sein EU-Geschäft auf. BitMart stellt den Handel am 26. August 2026 ein und schließt zum 31. Januar 2027 vollständig. Wenn du dort noch Guthaben liegen hast: abziehen, nicht auf eine Fristverlängerung warten. Die kommt nicht.

📖 Die komplette Auswertung des Registers

Momentaufnahme vom 7. August 2026 (ohne Stablecoins):

  • Bitcoin (BTC): 64.308,71 $ | 24h -0,73 % | 1,29 Billionen Dollar Marktkapitalisierung

  • Ethereum (ETH): 1.904,97 $ | 24h -0,30 % || 229,89 Milliarden Dollar

  • BNB: 586,74 $ | 24h -1,34 % | 78,13 Milliarden Dollar

  • XRP: 1,02 $ | 24h -2,26 % | 64,16 Milliarden Dollar

  • Solana (SOL): 72,85 $ | 24h -1,47 % | 42,4 Milliarden Dollar

  • TRON (TRX): 0,3266 $ | 7T -0,50 % | 30,99 Milliarden Dollar

  • Hyperliquid (HYPE): 55,67 $ | 7T +0,54 % | 14,07 Milliarden Dollar

TOTAL Krypto Cap USD

Bitcoin komprimiert, es trendet nicht. Ein Wochenplus von 0,37 % bei einem Tagesminus von 0,73 % darunter beschreibt einen Markt ohne jede Richtungsüberzeugung. BTC hält sich über 64.000 $, nachdem Käufer vergangene Woche die 62.500 $ verteidigt haben. Der Widerstand liegt zwischen 66.800 und 67.000 $, dort wurde die Julibewegung abgewiesen. Keine Seite bringt das Volumen mit, um ihn zu knacken. Die gesamte Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,28 Billionen Dollar, die Bitcoin-Dominanz bei 56,7 %, der Fear-and-Greed-Index bei 29. Das ist Angst, aber weniger als die 25 zuletzt.

  • XRP trägt die CLARITY-Verzögerung. Minus 4,59 % auf Wochensicht, der schwächste der großen Werte, 1,02 $ und ein Minus von 44,23 % seit Jahresbeginn. Hier läuft in Echtzeit die eingepreiste Hoffnung auf das Gesetz aus dem Kurs. Im Senatskalender steht bis Mitte September nichts, was sie zurückbringt.

  • Die Jahresbilanz ist die eigentliche Geschichte. Bitcoin liegt seit Januar 26,5 % im Minus, Ethereum 35,8 %, XRP 44,2 % und Solana 41,5 %. Das ist keine Rotation. Das ist ein breiter Kursverfall, bei dem die großen Altcoins stärker gefallen sind als Bitcoin. Genau so sieht es aus, wenn Liquidität abfließt statt umzuschichten.

  • Nur zwei Werte aus dieser Gruppe stehen im Jahresplus: Hyperliquid mit 118,93 % und TRON mit 14,92 %. Alle anderen tragen ein zweistelliges Jahresminus. Hyperliquid ist damit das deutlichste Beispiel dafür, dass sich Kapital derzeit auf einzelne funktionierende Produkte konzentriert, statt sich über den Sektor zu verteilen.

  • Es bewegt sich schlicht niemand. Sechs dieser sieben Werte handelten binnen 24 Stunden in einer Spanne von unter 1,5 %. Das ist keine Ruhe, das ist ein Markt, der auf den Arbeitsmarktbericht wartet und sich vorher nicht festlegen will.

Alle Artikel der Woche auf einen Blick:

  1. MiCA-Register ausgewertet: Nur 21 von 329 Zulassungen sind Handelsplätze
    Die ESMA stellt das Register der MiCA-zugelassenen Anbieter als offene Datei bereit. Wir haben es komplett durchgearbeitet, und das Ergebnis passt nicht zu dem, was der Begriff “lizenzierte Krypto-Börse” verspricht.

  2. 130 Millionen Dollar weg, weil der Zufall vorhersagbar war: Welche Hardware-Wallet du jetzt noch kaufen kannst
    Der Coldcard-Fehler hat gezeigt: Die angesehenste Wallet ist nicht die sicherste. Welcher Hersteller welche Historie hat und warum jetzt der falsche Moment ist, deinen Sparplan zu pausieren.

  3. SpaceX-Aktie: SPCX liegt 44 % unter dem Hoch der IPO-Woche, heute Abend kommt der erste echte Test
    SPCX notiert 44 % unter dem Hoch der Börsengang-Woche und 12 % unter dem Ausgabepreis von 135 $. Der Chart zerfällt in fünf klare Phasen, die Zahlen kommen nach Börsenschluss.

  4. Ist XRP auf diesem Niveau ein Kauf?
    XRP steht bei rund 1,06 $, der 200er-EMA liegt weit darüber und der CLARITY Act steckt im Senat fest. Das sagt der Tageschart über einen Einstieg.

  5. Leopold Aschenbrenner: Wie ein 45-Milliarden-KI-Fonds in Tagen zusammenbrach und was das für Krypto bedeutet
    Ein 25-jähriger Ex-OpenAI-Forscher verlor mit vierfachem Hebel binnen einer Woche den Großteil eines 45-Milliarden-Fonds. Die Mechanik, die FTX-Spur und warum Bitcoin kalt blieb.

Heute, 7. August: US-Arbeitsmarktbericht für Juli, 14:30 Uhr MESZ. Erwartet werden rund 85.000 neue Stellen und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,2 %. Im Juni waren es nur 57.000, der schwächste Wert seit vier Monaten. Es ist der erste wichtige Datenpunkt seit der Fed-Sitzung vom 29. Juli, bei der der Leitzins bei 3,50 bis 3,75 % blieb. Diese Entscheidung wiegt schwerer als üblich: Das Abstimmungsergebnis von 9 zu 3 war das gespaltenste seit 2016, und die drei Gegenstimmen von Hammack, Kashkari und Logan waren nicht für eine Senkung, sondern für eine Erhöhung. Ein schwacher Wert stützt die Pause. Ein starker Wert mit anziehendem Lohnwachstum macht es schwerer, die Abweichler zu ignorieren, und das ist ein echtes Risiko für hoch bewertete Tech-Werte und damit auch für Kryptowerte.

  • Ebenfalls heute: An der Deribit und der CME verfallen die wöchentlichen Optionen und Futures auf BTC und ETH, am selben Tag wie die Arbeitsmarktdaten. Erwarte Bewegung ohne Aussagekraft.

  • 12. August: Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli. 13. August: Erzeugerpreisindex (PPI). Das sind die beiden Inflationsdaten, die vor der Fed-Sitzung am 15. und 16. September am schwersten wiegen.

  • 19. August: das Protokoll der Juli-Sitzung der Fed. Daraus wird ersichtlich, wie das Gremium mit den drei Gegenstimmen umgegangen ist.

  • 14. September: Rückkehr des Senats, mit rund drei Sitzungswochen und dem CLARITY Act als erstem Punkt. Das ist der Termin, den du dir anstreichen solltest. Danach frisst der Wahlkampf den Kalender.

Noch eine Beobachtung: Die derzeit meistgehandelte Position an der Deribit ist ein Put auf Bitcoin bei 60.000 $, mit einem Open Interest von über 1 Milliarde Dollar nominal. Händler zahlen also für Absicherung nach unten, und das in einem Monat, der seit 2022 jedes Jahr rot geschlossen hat, mit einer mittleren Augustrendite von -7,87 %. Das ist Positionierung, keine Prophezeiung. Aber es zeigt dir, wo die Angst sitzt.

Die Frage: Anfang Mai gaben Prognosemärkte dem CLARITY Act noch eine Chance von über 70 %, im Jahr 2026 unterzeichnet zu werden. Wo steht dieser Wert nach der Verzögerung dieser Woche?

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👉 Die Antwort: bei rund 15 %.
Die entsprechenden Kontrakte auf Polymarket sind von über 70 % Anfang Mai auf etwa 15 % gefallen, bei einem Volumen von mehr als 5 Millionen Dollar. Galaxy Research hatte die eigene Schätzung schon vor Thunes Bestätigung von 50 auf 30 % gesenkt. Das Gesetz ist nicht tot. Aber der Markt preist es nicht mehr als Ereignis des Jahres 2026 ein.

Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar. Kryptowerte sind hochvolatil, ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Triff finanzielle Entscheidungen immer erst nach eigener Recherche.

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