Substack hat ja sowas wie eine in-house Twitterfunktion. Dort habe ich kürzlich diese Frage gestellt.
Wie geht es euch damit? Das interessiert mich. Mir persönlich ist Regelmässigkeit ja komplett wurst: Ich hab schon genug damit zu tun, meine eigenen Termine nicht zu vergessen, da kontrolliere ich sicher nicht nach, ob der versprochene Newsletter am Dienstag gekommen ist. Aber ich freue mich immer, wenn der Inhalt toll ist.
Aufgrund meiner eigenen Vorliebe habe ich gar nie darüber nachgedacht, diesen Newsletter mit einer strikten Regelmässigkeit zu verschicken. Ich arbeite einfach jeweils an einem Artikel, bis er ready ist. Und sobald er das ist, schicke ich ihn raus in die Welt. Aber vielleicht würdet ihr es anders wollen? Ich bin offen, also lasst mich gerne wissen:
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Und damit zu den News aus der Welt der reproduktiven und sexuellen Rechte.
Die Band um Florence Welch startete im April eine ausverkaufte US-Tour und nutzt diese als Plattform für Planned Parenthood.
Planned Parenthood ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die in rund 600 Kliniken medizinische Grundversorgung in den Bereichen Sexualgesundheit, Gynäkologie und Familienplanung anbietet – und damit der grösste Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen in den USA.
In der Pressemitteilung wird Florence Welch folgendermassen zitiert:
«Die Gesundheitszentren von Planned Parenthood sind eine Lebensader für Millionen von Menschen — und werden unerbittlich angegriffen. Zugang zu einer vertrauenswürdigen Anlaufstelle zu haben ist unerlässlich und kann buchstäblich über Leben und Tod entscheiden. In diesem Moment der Unsicherheit um unsere Rechte bin ich stolz darauf, Planned Parenthood zu unterstützen und ihnen auf meiner Tour Raum zu geben, um Menschen mit der Versorgung und den Informationen zu verbinden, die sie brauchen.» (Übersetzt mit Claude.)
Die Zusammenarbeit hat auch eine Verbindung zu Florence Welchs Privatleben. 2025 enthüllte sie in einem Guardian-Interview, dass sie 2023 eine Eileiterschwangerschaft hatte, bei der der Eileiter riss. Sie wurde notoperiert, der Eileiter konnte nicht gerettet werden. Sie sagte damals: «Das Nächste, was ich dem Leben geben konnte, war das, was mich dem Tod am nächsten brachte.»
Die 25-jährige Aston-Villa-Mittelfeldspielerin habe ihr Baby wenige Wochen nach der öffentlichen Bekanntgabe der Schwangerschaft Anfang März 2026 verloren, berichtet der Spiegel. Während des Trainings soll sie starke Symptome verspürt haben: Fieber und Zittern. Im Krankenhaus erfuhr sie von der Fehlgeburt — und dass sie gleichzeitig eine Sepsis entwickelt hatte. Kearns sagt, sie habe im Krankenhaus «vier Tage in der Hölle» verbracht.
In Nordirland haben neu sowohl die schwangere Person wie auch die Partnerperson nach einer Fehlgeburt anspruch auf zwei Wochen bezahlten «Urlaub». Unabhängig vom Schwangerschaftsstadium. Das berichtet der BBC.
Die zwei Wochen können am Stück oder aufgeteilt genommen werden, innerhalb von 56 Wochen nach der Fehlgeburt. Es ist kein ärztlicher Nachweis erforderlich: Betroffene müssen ihrem Arbeitgeber lediglich mitteilen, was passiert ist. Der Anspruch gilt ab dem ersten Arbeitstag. Bisher gab es in Nordirland lediglich Anspruch auf Mutterschutz nach einer Totgeburt ab der 24. Schwangerschaftswoche.
Zum Vergleich: Deutschland hat seit Juni 2025 einen gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburt ab der 13. Schwangerschaftswoche eingeführt. In Österreich tritt der Mutterschutz ab einem Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm in Kraft. In der Schweiz startet der Mutterschutz ab der 23. Schwangerschaftswoche. Partneranspruch existiert in keinem der Länder.
Apropos Fehlgeburt. In der Schweiz zum Beispiel werden ja die Kosten rund um Fehlgeburten neu auch in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen (auch alle anderen mit der Schwangerschafts verbundenen Kosten wie etwa Abtreibungen) komplett und ohne Selbstbehalt von der Krankenkasse übernommen.
Dieses Video aus den USA zeigt derweil die absurde Gleichzeitigkeit davon, wenn man sich mit Kosten und Kostenübernahmen herumschlagen muss, während man gleichzeitig eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt.
Das Militärregime in Myanmar behauptet, Widerstandskämpfer der People’s Defense Force (PDF) würden Menstruationsbinden als Verbandsmaterial nutzen. Bereits 2025 wurde deshalb ein Transportstopp verhängt für Menstruationsbinden in Regionen mit hoher Oppositionspräsenz, so berichtet der Guardian. Nun wird das Verbot weiter ausgedehnt.
Auf dem Schwarzmarkt habe sich der Preis für eine Packung Binden verdreifacht von 3000 auf 9000 Kyat, was mehr ist als der gesetzliche Mindesttageslohn von 7800 Kyat. Frauen griffen deshalb auf gefährliche Alternativen zurück: Lumpen, Blätter und Zeitungspapier, was zu Harnwegs- und weiteren Infekten führen kann.
Aktivistinnen bezeichneten das Verbot als geschlechtsspezifische Gewalt: Es soll Frauen aus dem öffentlichen und politischen Leben drängen, da Frauen während der Menstruation vermehrt lieber zuhause blieben.
Andererseits ist ein inklusives Magazin, das sich mit Behinderung und Gesellschaft befasst. Dieser Film ist eine Recherche zum Thema Sterilisation von Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Andererseits hat zur Zeit eine Kampagne am Laufen: Sie brauchen 7000 neue Abos, um die Zukunft des Magazins sicherzustellen.
Reproduktive Rechte stehen unter Druck – im DACH-Raum und weltweit. Cramp Mag ordnet ein, erzählt Geschichten und berichtet über relevante Entwicklungen.
Anregungen, Inputs, Ideen, konstruktives Feedback? Ich freue mich, von dir zu lesen via E-Mail: cramp.magazin@gmail.com.
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