Er nannte sich Apostel, prellte gutgläubige Bauern und nötigte Frauen zum Sex. Der Sektenführer Oskar Muggli terrorisierte Familien in der Schweiz. Jahrzehnte später bricht einer der letzten Überlebenden sein Schweigen.
Lesezeit: 6 Minuten
Frederik Jötten
Veröffentlicht am 21. August 2026 - 11:50 Uhr
«Gefühle wurden bei uns systematisch unterdrückt», erzählt Urs Künzer (Name geändert) heute.
Bild: Linda Käsbohrer
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Drei Wochen vor seinem Tod versucht der selbsternannte Apostel Oskar Muggli alles, um den 17-jährigen Urs Künzer in seiner Sekte zu halten. Auf einem Spaziergang bietet er ihm an, stellvertretender Leiter der Sekte zu werden. Künzer lehnt ab. Wutentbrannt verschwindet Muggli im Zimmer einer Anhängerin – Künzer vermutet, dass Muggli sich an der Frau vergeht.
«Warum hätte er sonst die Tür abschliessen sollen?», sagt der heute 80-Jährige. Er sitzt hinter seinem Haus im Unterland auf seiner Terrasse im sommerlichen Vogelgezwitscher. Künzer legt seine hohe Stirn in Falten. «Das war für mich eine weitere Bestätigung, dass ich mit Muggli und seiner Sekte brechen musste.»
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