Die aktuellen Busch- und Waldbrände in Südeuropa erreichen beträchtliche Größe. In Frankreich wurde 2026 bereits mehr Land verbrannt als im gesamten Jahr 2025. Und in Spanien sind die Feuer der Rekord-Entwicklung des Vorjahres voraus.
Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS) war 2025 Europas schlimmste Jahr für Waldbrände seit Beginn der Erfassung von verbranntem Land im Jahr 2006.
Abseits von Südeuropa blieb es bislang ruhig dieses Jahr. Die folgende Grafik zeigt für alle Jahre seit 2012 in Europa das kumulative (zusammengerechnete) Gebiet des Landes, das von Waldbränden Woche für Woche verbrannt wurde. Die horizontale Achse beginnt in der 1. Woche (1. Januar). 2026 steht bislang an letzter Stelle.
Auch der langfristige Trend ist positiv in Europa: Die folgende Grafik zeigt abnehmende oder stagnierende Trends bei den verbrannten Flächen für alle südeuropäischen Länder.
Hitze und Trockenheit nehmen am Mittelmeer zwar zu, was dem Klimawandel geschuldet zu sein scheint, doch bessere Feuerbekämpfung senkte die betroffenen Gesamtflächen.
Allerdings traten zuletzt extreme Feuerjahre auf, etwa in Portugal 2017 und in Griechenland 2021 und 2023. In Spanien und Portugal entfällt ein wachsender Anteil der jährlichen Brandfläche auf wenige große Feuer, was die Sorge vor zunehmenden Extremfeuern befördert.
Auch die Emissionen von Vegetationsfeuern sind in Europa zuletzt wieder gestiegen; 2025 war ein Extremjahr:
Global indes sind die Emissionen von Feuern weiterhin rückläufig, sie haben im vergangenen Jahr sogar ein Minimum erreicht:
Aufgeschlüsselt nach unterschiedlichen Regionen offenbaren sich Regionen mit gegenläufigen Trends bei den Emissionen von Waldbränden:
Die von Vegetationsbränden betroffene Fläche geht global allerdings schon seit langem zurück, vor allem wegen besserer Vorkehrungen:
Afrika ist in der Regel die Region mit dem größten Anteil der verbrannten Fläche, es handelt sich typischerweise um 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Die Zahlen sind in anderen Regionen niedriger, können aber von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass die gleiche Landfläche in aufeinanderfolgenden Jahren mehrmals brennen kann. Eine Rate von 5 Prozent Verbrennung pro Jahr bedeutet also nicht, dass 50 Prozent eines Landes über ein Jahrzehnt verbrannt werden; einige Bereiche würden in dem Zeitraum mehrmals brennen.
In einem in Science veröffentlichten Artikel bemerken Forscher: “Unerwarteterweise sank die globale verbrannte Fläche in den letzten 18 Jahren um ca. 25 Prozent, trotz des Einflusses des Klimas.”
Sie weisen auch darauf hin, dass dies weitgehend auf einen Rückgang der Verbrennungsraten in Grasland und Savannen infolge der Ausdehnung und Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist.
Dies unterstreicht die starke Rolle, die menschliche Aktivität und Landnutzungsmanagement in Waldbrandausdehnungen neben wetter- und klimabedingten Faktoren spielen.
Während Buschfeuer abnahmen, brennen in manchen Regionen verstärkt die Wälder. Global gibt es bei der Fläche verbrannter Wälder allerdings keinen Trend.
In Deutschland ist deutlich weniger Fläche von Waldbränden betroffen als früher.
“Das Thema Waldbrand darf nicht vernachlässigt werden, aber trotz katastrophaler Bilder aus anderen Ländern besteht hierzulande aktuell kein Anlass zur Panik”, erklärt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Der UN-Klimarat, der das Wissen über den Klimawandel zusammenfasst, stellt aufgrund zunehmender Erwärmung für manche Regionen vermehrt Waldbrandwetter in Aussicht, unter anderem für die Länder am Mittelmeer.
Waldbrandwetter bedeutet im Wesentlichen verlängerte Dürrezeiten. Ob die tatsächlich zu mehr Bränden führen, lässt der Klimarat allerdings offen, weil sowohl die Entzündung als auch das Eindämmen von Feuern nicht vom Klima abhängt, sondern von Menschen. Und da gibt es durchaus Grund zum Optimismus. Axel Bojanowski

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