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Alliteratus | Ihr Onlinemagazin rund um Literatur & Medien · Nov 4, 2025

Heather G. Harris: Glimmer. Tod einer Nymphe

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Übersetzung aus dem Englischen von Antonia Zauner ⋅ Heyne 2024 ⋅ 288 S. ⋅ 16,00 € ⋅ 978-3-453-32296-7 ⋅ ***** von Tatjana Siberg

Nachdem Jinx entdeckt hat, dass sie ein magiebegabtes Wesen ist und die magische Parallelwelt Anders betreten kann, hat sie ihr Privatdetektivinnen-Business ausgeweitet und kümmert sich nun in beiden Welten um fremdgehende Ehepartner oder ungeklärte Verbrechen. Mit letzterem steht auf einmal die Dryade XXX vor ihrer Tür: Ihr Ehemann wurde ermordet und sie ist überzeugt davon, dass es sich nicht – wie von den Behörden behauptet – um einen Raubüberfall handelt, sondern mehr dahintersteckt. Als Jinx die Bilder von der Leiche sieht, ist ihr sofort klar, dass sie den Fall mit höchster Priorität behandeln wird, denn die Wunden an der toten Dryade ähneln auf erschreckende Weise den tödlichen Wunden, durch die ihre Eltern vor sieben Jahren ums Leben kamen – und bei denen ebenfalls behauptet wurde, dass es ein Raubüberfall gewesen war. Gemeinsam mit ihrem Höllenhund Gato und der Unterstützung eines jungen übermütigen Werwolfs startet Jinx die Ermittlungen und stößt schnell auf ein Drogenkartell, das eine neue Droge aus Einhornhörnern vertreibt, die als einzige Droge überhaupt, auch eine Wirkung auf magische Wesen hat: Entweder erlebt man ein unglaubliches High oder man stirbt. Genau das passiert mit einem Drachen, weswegen der attraktive Drachenkönig Emory Jinx ebenfalls mit Ermittlungen zur Droge beauftragt und sie höchstpersönlich dabei unterstützt. Bald kommen die beiden nicht nur der Quelle der Drogen, sondern auch einander näher und bringen damit nicht nur ihre Herzen in Gefahr…

Mit Glimmer – Tod einer Nymphe geht die Urban-Fantasy-Reihe rund um die übernatürliche Privatdetektivin Jinx in die zweite Runde – und übertrifft dabei sogar Band 1. Schon der erste Teil hat mit seiner toughen, witzigen Protagonistin und einer faszinierenden Welt viel Spaß gemacht, war aber auch stark damit beschäftigt, eben diese komplexe Welt mit ihren magischen Wesen, Strukturen und Regeln zu etablieren. Der zweite Teil kann sich jetzt stärker auf die Charaktere und die eigentliche Handlung zu konzentrieren – mit spürbarem Effekt. Jinx bleibt eine absolut sympathische Heldin, die mit viel Biss, Herz und Humor durch ihre Ermittlungen stolpert. Auch die Nebenfiguren – egal ob Freund, Feind oder irgendetwas dazwischen – sind liebevoll und originell gezeichnet.

Der Fall, den Jinx diesmal lösen muss, ist spannend, voller fantastischer Ideen und mit einigen unerwarteten Wendungen versehen – auch wenn das Ende etwas vorhersehbar ausfällt, schmälert das den Lesespaß kaum. Dafür ist das Tempo hoch, der Humor trocken und die Mischung aus Magie, Action und detektivischer Neugier einfach unterhaltsam. Alles in allem ist „Glimmer – Tod einer Nymphe“ ein rundum gelungener zweiter Band, der mit sympathischen Figuren, cleverem Weltenbau und einem temporeichen Plot punktet – ein echtes Vergnügen für alle Fans von humorvoller Urban Fantasy mit Charme und Magie.

Tatjana Siberg, Oktober 2025: Harris, Glimmer. Tod einer Nymphe

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