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Hamburger Abendblatt · Aug 23, 2026

Youngster Louis Lemke überrascht beim HSV – aber nicht seinen Trainer

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Julius Allzeit · Hamburger Abendblatt

Eine Überraschung? Für Merlin Polzin ist Louis Lemke das nicht. Dass der erst 16 Jahre alte Linksverteidiger in diesem Sommer plötzlich ganz nah an die HSV-Startelf herangerückt ist, mag von außen überraschend wirken. Intern hatte sich seine Entwicklung nach Ansicht des Trainers allerdings schon länger angekündigt.

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„Eine Überraschung definiert sich ja immer darüber, dass man vorher überhaupt nichts davon wusste und es überhaupt nicht geahnt hat. Und das war bei ihm nicht der Fall“, sagte Polzin am Sonnabend vor dem Pokalspiel beim SC Verl am Montag (18 Uhr, Sky und im Liveticker auf abendblatt.de). Spätestens seit dem Winter sei klar zu erkennen gewesen, wohin Lemkes Weg führen könne, erklärte Polzin.

Youngster Louis Lemke hält einen HSV-Rekord

Dabei hat Lemke längst einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte. Im Mai feierte er im Alter von 16 Jahren und 214 Tagen sein Bundesliga-Debüt und wurde damit zum jüngsten eingesetzten Profi der HSV‑Geschichte. Nun wird dieser Weg bereits am Montag höchstwahrscheinlich zu seinem nächsten Höhepunkt führen. In Verl besitzt Lemke beste Chancen auf seinen ersten Startelfeinsatz in einem Profi-Pflichtspiel.

HSV-Youngster Lemke im Duell mit Diallo von Toulouse.

HSV-Youngster Lemke im Duell mit Ismail Diallo von Toulouse.© Witters | Manuel Blondeau

Ganz festlegen wollte sich Polzin zwar auch einen Tag vor dem Abschlusstraining noch nicht, doch das, was der Coach sagte, klang stark nach Startelf. „Die Chancen sind sicherlich groß, dass Louis auch am Montag auflaufen wird“, sagte Polzin. Entscheidend seien sein Gefühl und die Trainingsleistung. Wer die Testspiele jedoch aufmerksam verfolgt hätte, habe gesehen, „dass er sowohl sehr gute Leistungen gezeigt als auch relativ viel Spielzeit bekommen hat. Und dann kann man eins und eins auch zusammenzählen.“

Auf der linken Schienenposition vertritt Lemke Miro Muheim

Vor allem beim letzten Härtetest in Toulouse gehörte Lemke bereits zu jener Mannschaft, die Polzin mit Blick auf den Pflichtspielstart besonders lange auf dem Platz ließ. Der Trainer hatte vor der Partie angekündigt, dass die Einsatzzeiten gegen den französischen Erstligisten bereits Hinweise auf das Pokalspiel liefern sollten. Lemke begann beim 2:1-Sieg und stand über die komplette Spielzeit auf dem Platz.

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Begünstigt wurde seine große Einsatzzeit während der Vorbereitung auch durch die Situation von Miro Muheim. Der Schweizer war nach seiner langen WM-Reise später als viele Teamkollegen in die Vorbereitung eingestiegen und wird inzwischen zusätzlich von Adduktorenproblemen ausgebremst. Er wird in Verl ausfallen.

HSV-Trainer Polzin lobt den Weg von Louis Lemke

Dass Lemke diese Gelegenheit nutzen konnte, beeindruckt Polzin dennoch. Schon im vergangenen Halbjahr habe der Außenverteidiger in der U21 „sehr stabile Spiele“ gezeigt. Der Trainer hob dabei ausdrücklich auch die Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum hervor.

Besonders gefällt Polzin offenbar, wie selbstverständlich sich der 16-Jährige inzwischen im Profikader bewegt. „Es ist schön zu sehen, mit welcher Freude Louis gemeinsam mit Co-Trainer Loïc Favé an seinen Themen arbeitet, wie er in der Mannschaft angekommen ist und von den älteren Spielern an neue Herausforderungen herangeführt wird.“ Überraschen aber tut den Trainer all das nicht.

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