Merlin Polzin wollte sich die Entscheidung nicht entlocken lassen. Auf die Frage, ob das Pokalspiel beim SC Verl am Montag (18 Uhr, Sky und im Liveticker auf abendblatt.de) eher ein Yussuf-Poulsen-Spiel oder ein Patson-Daka-Spiel sei, reagierte der HSV-Trainer zunächst mit einem Schmunzeln. „Hoffentlich ein Spiel für den HSV“, sagte Polzin. Mehr war ihm zur Besetzung seiner Sturmspitze nicht zu entlocken.
Ganz ohne Hinweis darauf, wie der HSV in Verl agieren wird, ließ Polzin die Pressevertreter auf der Pressekonferenz am Sonnabend aber nicht zurück. Denn während er offen ließ, welcher seiner beiden Mittelstürmer beginnen wird, beschrieb er ziemlich genau, welche Aufgabe am Montag auf den HSV und damit auch auf dessen Angreifer wartet. „Wir sind froh, dass wir unterschiedliche Profile auf den jeweiligen Positionen, wie auf der Stürmerposition, zur Verfügung haben“, sagte Polzin. Und tatsächlich könnten gegen Verl die besonderen Stärken beider Angreifer gefragt sein.
HSV-Trainer Polzin: Verl will die Hamburger früh unter Druck setzen
Der Drittligist werde versuchen, mit „mutigem Ballbesitz“, vielen Rotationen und Überladungen auf einzelnen Seiten sein eigenes Spiel durchzubringen, erklärte Polzin. Gleichzeitig erwartet der HSV-Trainer einen aggressiven Gegner, der „hoch presst und Mann gegen Mann verteidigt“.
Gerade daraus könnte sich ein Argument für Daka ergeben. Der 27-Jährige bringt deutlich mehr Geschwindigkeit mit als Poulsen und sucht immer wieder den Weg in die Tiefe. Schafft es der HSV, das erwartete hohe Verler Pressing zu überspielen, könnten sich hinter der Abwehr Räume ergeben, die dem Profil des Sambiers entgegenkommen. Für Neuzugang Terem Moffi kommt die Partie dagegen noch zu früh.
Was zudem für Daka spricht: Auch im letzten Härtetest der Vorbereitung gegen Toulouse (2:1) begann Daka im Sturmzentrum. Zuvor hatte allerdings überwiegend Poulsen den Vorzug von Beginn an erhalten. Eine klare Hierarchie lässt sich daraus schon deshalb nicht ableiten, weil der Däne gegen Toulouse im Zuge der Belastungssteuerung fehlte.
HSV in Verl: Polzin fordert Klarheit statt Schönheit
Auch Poulsens Qualitäten könnten in Verl wichtig werden. Der erfahrene Angreifer ist körperlich robuster, kopfballstärker und kann Bälle mit dem Rücken zum Tor festmachen. Gerade wenn es dem HSV nicht gelingt, jede Pressingsituation spielerisch aufzulösen, könnte Poulsen als Anspielstation für einen direkteren Weg nach vorne wertvoll werden.
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Dass der HSV nicht um jeden Preis spielerische Lösungen erzwingen soll, machte Polzin ebenfalls deutlich. Es gehe in Verl „nicht darum, nur in Schönheit Dinge aufzulösen“, sagte der Trainer am Sonnabend. Stattdessen forderte er „Klarheit im Spiel“ und einen zielstrebigen Weg nach vorne.
Auch nach Ballverlusten soll seine Mannschaft sofort reagieren. Polzin erwartet, dass nach den sechs Wochen der Vorbereitung zu erkennen sei, dass sein Team für die neue Saison bereit ist. Dafür müsse der HSV jedoch „brutal scharf“ sein. Wer seine Schärfe im Sturm von Beginn an zeigen darf, entscheidet sich Montag.

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