Es ist ein Vorfall, der das militärische Eskalationspotential zwischen Russland und Europa auf eine neue Stufe stellt: Wie der britische „Telegraph“ berichtet, hat Russland vergangene Woche ein schwer bewaffnetes Kriegsschiff unweit der Ostseeinsel Fehmarn stationiert. Laut dem Bericht handelt es sich um die Fregatte „Admiral Kasatonov“. Mit an Bord: Marschflugkörper und nuklearfähige Zirkon-Hyperschallraketen.
Wie nah sich das Schiff letztendlich der deutschen Ferieninsel näherte, ist nicht bekannt. Dem Bericht zufolge war der Tracker ausgeschaltet. Eine Anfrage des britischen Mediums an die Bundesregierung blieb unbeantwortet. Auch die russische Administration bezog keine Stellung zu der Stationierung.
Auch interessant
Russland: Kriegsschiff in der Ostsee – kein Einzelfall
Dabei ist die Sichtung des Kriegsschiffes in der Ostsee kein Einzelfall: Bereits Ende Juli hatte Russland den Zerstörer „Admiral Levchenko“ aus der Nordflotte in die Ostsee verlegt, berichteten die „Kieler Nachrichten“. Das nun eingetroffene Kriegsschiff gilt als eines der modernsten der russischen Marine und deren Nordflotte: Es wurde 2020 in den Dienst genommen und kann laut „Telegraph“ auch Schlachten über größere Entfernungen austragen.
Auch interessant
Dem US-Portal „Newsweek“ zufolge haben die an Bord befindlichen Hyperschallraketen eine Reichweite von 660 Meilen, womit bei einer Stationierung vor Fehmarn Länder wie Deutschland, Polen oder Belgien Zielreichweite rücken. Brisanz gewinnt die Stationierung vor dem Hintergrund eines US‑Geheimdienstberichtes, aus dem der „Telegraph“ zitiert. Demnach könnte Russland binnen weniger Wochen einen Angriff auf den Westen starten, um deren Entschlossenheit zu testen.
Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen Russland und europäischen Staaten verschärft: Die EU beschlagnahmt in den Gewässern immer wieder Schiffe der sogenannten Schattenflotte, die Rohstoffe trotz europäischer Sanktionen durch die Ostsee liefern. Kreml-Herrscher Putin sprach in diesem Zusammenhang von „Piraterie und Banditentum“. „Wir werden gezwungen sein, in gleicher Weise zu reagieren“, so der russische Präsident bei der Beaufsichtigung eines Marinemanövers im Fernen Osten Russlands. Moskau werde „überall dort handeln, wo wir es selbst für notwendig und angemessen halten – überall“, fügte er hinzu.
daw

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.